Mit dem Rennrad in Innsbruck

Rennradfahren bei Innsbruck
Rennradfahren bei Innsbruck ©Erwin Haiden, Bikeboard

Mit dem Rennrad in Innsbruck: Atemberaubende Routen und pulsierendes Stadtleben

Spätestens mit der Austragung der UCI Straßenrad Weltmeisterschaften 2018 wird Tirols Landeshauptstadt Innsbruck unter Rennrad-Fahrern in aller Munde sein. Bei der WM vom 22. bis 30. September 2018 werden die besten Radfahrer der Welt in Innsbruck ihre Siege feiern. Innsbruck ist aber bereits jetzt ein echter Geheimtipp für Rennradfahrer, die sportliche Herausforderung in alpiner Landschaft mit urbanem Lifestyle verbinden wollen.

Man hört die Sirenen der Begleitmotorräder und plötzlich rauscht das Peloton mit rund 60 km/h die lange Gerade bis zum Ziel vor der Kaiserlichen Hofburg entlang. Die besten Rennradfahrer der Welt setzen zum Sprint an und einer von ihnen reißt stolz die Hände in die Höhe. So oder so ähnlich hat Innsbruck die Faszination von Radrennen auf der Straße schon erlebt und zählt damit zu den beliebtesten Austragungsorten von Straßenrennen im Alpenraum. Daher war es auch klar, dass die zwölf Weltmeisterschaftsrennen der Straßenrad-WM vom 22. bis 30. September 2018 in Tirol nur an einem Ort enden können: in Innsbruck. Im Vergleich zu den Rad WMs der vergangenen Jahre werden die Weltmeisterschaften 2018 eine echte Herausforderung für Bergfahrer und Spezialisten von Eintagesrennen sein. Obwohl die Strecken derzeit noch im Detail geplant werden, ist jetzt schon klar: Das abschließende Herren-Rennen wird mit mehr als 5.000 Höhenmetern ein Fall für die Bergspezialisten der UCI-World-Tour.

Innsbruck – Paradies für Rennradfahrer

Die Fakten der Rennrad-WM zeigen, dass Innsbruck als Destination für Radfahrer eine sportliche Herausforderung ist. Wenn man sich nicht gerade im flachen Inntal bewegt, dann summieren sich die Höhenmeter schnell. Dennoch, die Anstiege sind flüssig zu pedalieren. Die Straßen sind in ausgezeichnetem Zustand, nur wenige Kilometer außerhalb Innsbrucks findet man viele Routen mit wenig Verkehr und herrlichen Bedingungen für Straßenfahrer. Was viele an Innsbruck fasziniert, ist die Mischung aus tollen Rennrad-Touren und dem urbanen Flair der größten Stadt Tirols. Während man am Tag Höhenmeter im Sattel sammelt oder Panorama-Touren rund um die Stadt unternimmt, genießt man abends gepflegt Innsbrucks Nachtleben mit Kultur und Kulinarik.

 

Die schönsten Touren: eine Auswahl

Innsbruck – Kühtai

Ein Klassiker, der allen Teilnehmern des Ötztaler Radmarathons ein Begriff ist, ist die Tour in das auf 2.020 Metern Seehöhe gelegene Kühtai. Die Stadt verlässt man stressfrei und ohne Verkehr in westliche Richtung auf dem asphaltierten Innradweg. Den Flughafen hinter sich gelassen, ordnet man sich auf die Bundesstraße ein und pedaliert bis Telfs auf der nördlichen Seite des Inns, ab Telfs auf dessen Südseite bis zur Ötztaler Höhe. Beim Kreisverkehr geht es weiter Richtung Oetz, wo der anspruchsvolle Anstieg über Ötzerau und Ochsengarten nach Kühtai beginnt. 1.200 Höhenmeter sind auf 18 Kilometern bis Kühtai zu überwinden. Im steilsten Stück werden 18% Steigung gemessen - eine kräftezehrende Angelegenheit. Kühtai, im Winter ein pulsierender Wintersportort, präsentiert sich im Sommer beschaulich. Eine Einkehr in der Dortmunder Hütte, dem Dorfstadl oder dem Gasthaus schöne Aussicht ist zu empfehlen. Warme Kleidung ebenso, befindet man sich ja auf über 2.000 Metern Seehöhe und somit in alpinem Gelände. Windjacke, Handschuhe und eine Mütze sollten zu jeder Jahreszeit eingepackt werden. Ab Kühtai geht es bis Kematen immer rasant bergab. Beim Ötztaler Radmarathon werden auf Teilstücken Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreicht. Aber Vorsicht: erstens, weil es sich zwar um eine wenig befahrene aber doch öffentliche Straße handelt und zweitens, weil das Gebiet rund um Kühtai Weideland ist und sich schon mal ein Pferd oder eine Kuhherde auf die Straße verirren kann. Ab Kematen führt die Straße dann wieder flach zurück nach Innsbruck, wobei ab Völs wieder ein Wechsel auf den Innradweg zu empfehlen ist.

Länge: 105 km

Höhenunterschied: ca. 1.600 Höhenmeter

Dauer: ca. 5 Stunden (ohne Pause)

Einkehrmöglichkeiten: am besten am Höhepunkt der Tour in Kühtai. Aber auch entlang der Strecke befinden sich immer wieder Gasthäuser, Cafés oder Lebensmittelgeschäfte zum Beispiel in Telfs, Oetz oder Gries im Sellrain.

Charakter der Tour: zuerst ein sanftes Warm-up bis Oetz, danach anspruchsvolles Radfahren im alpinen Raum.

Varianten: die Strecke kann natürlich auch im Uhrzeigersinn gefahren werden. Wer noch mehr Höhenmeter sammeln möchte, dem sei von Gries im Sellrain aus ein Abstecher in das wunderschöne Lüsenertal mit Einkehr im gleichnamigen Gasthof am Talschluss empfohlen. Auch das Haiminger Sattele bietet Bergspezialisten von Haiming aus einen anspruchsvollen Anstieg.

Innsbrucks Feriendörfer erleben

1.200 herrliche Höhenmeter und rund 60 Kilometer kommen zusammen, wenn man die beliebte Runde „Rund um Innsbruck“ fährt. Auf wenig befahrenen Straßen lernt man die nahe Umgebung von Innsbruck kennen, meistens hat man dabei sogar die Stadt im Blickfeld. Von Innsbruck aus fährt man Richtung Norden immer entlang des Karwendelgebirges und durchquert die kleinen Orte Mühlau, Arzl und Rum bevor man in Thaur in Richtung des Hochplateaus Gnadenwald abbiegt. Von Gnadenwald aus gibt es mehrere Möglichkeiten wieder in das Inntal hinunter zu rauschen. Auf dem Weg zurück nach Innsbruck bietet es sich an, einen Zwischenstopp in Wattens einzulegen und die Swarovski Kristallwelten zu besuchen. Räder können sicher abgesperrt werden. Bei den Swarovski Kristallwelten wird übrigens bei der Rad WM 2018 das Einzelzeitfahren der Damen gestartet. Bei der Karlskirche in Volders verlässt man die Bundesstraße und erklimmt das nächste Hochplateau. Vom Talboden aus geht es Richtung Tulfes, dann über Rinn und Lans am Fuße des Olympiaberges Patscherkofel entlang bis Igls. Ab Igls führt eine steile Straße direkt hinunter in die Stadt, die von der irakischen Architektin Zaha Hadid erbaute Bergisel Sprungschanze und die imposante Nordkette hat man dabei ständig im Blickfeld.

Länge: 60 km

Höhenunterschied: ca. 1.200 Höhenmeter

Dauer: ca. 3 Stunden (ohne Pause)

Einkehrmöglichkeiten: man durchfährt immer wieder nette Ortschaften, wo sich da und dort ein Gasthaus oder Supermarkt befindet. Bei den Swarovski Kristallwelten geht es etwas edler zu und eine Süßspeise im Restaurant Daniels sollte nicht ausgespart werden.

Charakter der Tour: der Radius rund um Innsbruck wird klein gehalten, die Straßen sind trotzdem großteils wenig befahren. Es gibt immer wieder Möglichkeiten, die Tour abzukürzen oder bei den Höhenmetern zu sparen. Die Tour garantiert imposante Blicke auf die Stadt und die umliegenden Berge.

Sanfte Runde mit Aussicht und Kultur-Highlight

Etwas weniger Höhenmeter – aber trotzdem jede Menge Aussicht – gibt es auf einer Runde über das idyllische Sonnenplateau Mieming. Von Innsbruck aus fährt man wieder über den Innradweg bequem und verkehrsfrei aus Innsbruck hinaus, hält sich dieses Mal aber an die Südseite des Inns. Bei Völs geht es dann wieder auf die Bundesstraße und man durchquert die Orte Inzing, Hatting und Flaurling und passiert dort schon den einen oder anderen traditionellen Gasthof. Kultureller Höhepunkt ist der Besuch des Stiftes Stams, den man auch mit einer Einkehr in der klostereigenen Orangerie verbinden sollte. Im Anschluss verlässt man bei Mötz die Bundesstraße und über den asphaltierten Radweg müssen erstmals nennenswerte Höhenmeter überwunden werden, die leider auch recht steil sind. Dafür wird man am Sonnenplateau Mieming angekommen mit einem traumhaften Ausblick auf das schroffe Wettersteingebirge belohnt. Im Vordergrund prägen grüne Wiesen und Felder das Bild sowie das Wallfahrtskirchlein Locherboden, das man schon bei der Anfahrt vom Inntal aus im Blick hatte. Ab Mieming geht es sanft bergab nach Telfs. Von Telfs dann recht unspektakulär auf der Nordseite des Inns zurück nach Innsbruck. Nach Zirl sticht jedem Radler die Martinswand ins Auge, an der Kletterer der nahen Stadt ihrem Hobby frönen.

Länge: 80 km

Höhenunterschied: ca. 650 Höhenmeter

Dauer: ca. 3 Stunden (ohne Pause)

Einkehrmöglichkeiten: Die vielen traditionellen Gasthöfe in den Dörfern bis Telfs, die Orangerie mit Garten beim Stift Stams, das Café Maurer mit einer riesigen Auswahl an Torten und Süßspeisen und schöner Sonnenterrase in Mieming. 

Charakter der Tour: Tour mit wenigen Höhenmetern aber kulturellen, landschaftlichen und kulinarischen Höhepunkten. Einzig die Auffahrt von Mötz über den Radweg nach Mieming ist sehr steil. Diese kann theoretisch über die sanfter ansteigende Bundesstraße umfahren werden, allerdings ist dort meist recht viel Verkehr. Es empfiehlt sich die Runde im Uhrzeigersinn zu fahren, weil die Abfahrt von Mieming nach Telfs wieder auf der Bundesstraße verläuft und man sich abwärts flüssiger in den Verkehr einfügen kann.

Radfreundliche Unterkünfte im Stadtzentrum und in den Feriendörfern

Die zertifizierten Bikeunterkünfte werden immer mehr, sowohl im Stadtzentrum als auch in den umliegenden Feriendörfern. Diese Unterkünfte bieten alles, was das Radler-Herz begehrt: absperrbare Einstellräume, Waschplatz, Wäscheservice, Sportler-Frühstück und vieles mehr.

Tourenvorschläge, Beschreibungen und downloadbare GPS Files sowie die Liste der zertifizierten Bikeunterkünfte findet man unter www.innsbruck.info.

Bilder zur Presseinformation

  • Rennradfahren bei Innsbruck

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  • Radweg bei Innsbruck

  • Rennradfahren im Sellraintal

  • Rennradfahren bei Kühtai