Great Trails: Die fünf beliebtesten Single Trails in Tirol

Ob wurzeldurchzogene Waldwege oder hochalpine Steige, sie alle haben für abfahrtsorientierte Mountainbiker eines gemeinsam: Den „Flow“ bei der Abfahrt, das völlige Aufgehen in der Tätigkeit. Der Arzler Alm Trail, der Blindsee Trail, der Fleckalm Trail, der Leiterberg Trail und der Plamort Trail haben sich das Prädikat „Great Trail“ verdient. Sie stehen exemplarisch für mehr als 80 Single Trails in Tirol, die Biker vom nächsten Abenteuer auf schmalen Wegen träumen lassen.

Große Berge, "Great Trails": Die Auswahl der beliebtesten fünf Single Trails in Tirol hat eine Fachjury getroffen.
Große Berge, "Great Trails": Die Auswahl der beliebtesten fünf Single Trails in Tirol hat eine Fachjury getroffen. ©Tirol Werbung / Neusser Peter

Die Auswahl der beliebtesten fünf Single Trails in Tirol hat eine Fachjury getroffen. Sie hat sich im Dienste der Mission „Great Trails“ beraten und ist zu einem Ergebnis gekommen. Die Profis haben die Trails anhand des Streckenverlaufes, der Länge, der Herausforderung und des landschaftlichen Erlebnisses bewertet.

Die „Great Trails“-Jury

  • Benedikt Purner, Innsbrucker Downhill-Local, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, Geologe, Trailbauer und Erstbefahrer vieler Gipfel
  • Lisi Osl, Crosscountry-Mountainbikerin und Gesamtweltcup-Siegerin 2009 aus Kirchberg in den Kitzbüheler Alpen
  • Lisi Hager, Radsportjournalistin, ehemalige Crosscountry/Marathon-Fahrerin und 24-Stunden-Weltmeisterin
  • Lars Lotze, Mountainbike-Guide und Ansprechpartner für das Tiroler Mountainbike Modell in der Tiroler Landesregierung
  • Sebastian Rech, Inhaber des Fahrradladens „Velo Love“ in Innsbruck und Downhiller aus Leidenschaft

Das wichtigste Kriterium: Spaß für alle

Sowohl Profis als auch weniger versierte Singletrail-Biker sollten ihren Spaß bei der Abfahrt haben. Diese simple Erkenntnis spielte für die Jury bei der Auswahl ihrer fünf beliebtesten Trails eine zentrale Rolle. Die Great Trails in Tirol sind eine Mischung aus naturbelassenen und gebauten Trails, die konditionell und technisch fordern, aber nicht überfordern. Sie sind für die meisten Allmountain- und Enduro-Biker fahrbar, werden aber nie langweilig. Und sie bieten auch neben dem Mountainbiken noch zusätzliche Anreize, sei es die grandiose Aussicht auf die Berge, eine gemütliche Alm oder eine gute Bar in unmittelbarer Nähe.

Es bedarf keines Insider-Wissens, um die Great Trails zu finden. Sie sind in Karten markiert, gut ausgeschildert und selbstverständlich für Mountainbiker offiziell freigegeben. Nichts kann das Flow-Erlebnis stören, außer gelegentliche Fahrfehler oder Pannen. Die lassen sich aber schnell und einfach vor Ort in Fahrtechnik- und Schrauberkursen beheben.

Diese Fünf Great Trails tauchen auch immer wieder in den Videoclips und Social-Media-Profilen von prominenten Mountainbikern auf und gehören zur Hausrunde so mancher Profis:

Abfahrt am Arzler Alm Trail bei Innsbruck, einem der fünf "Great Trails".
Abfahrt am Arzler Alm Trail bei Innsbruck, einem der fünf "Great Trails". ©Tirol Werbung / Neusser Peter

Arzler Alm Trail: Achterbahn über Innsbruck

„Diverse Gegensteigungen, die mit Schwung gemeistert werden, geben einem ein richtiges Achterbahngefühl.“ (Benedikt Purner)

Der Arzler Alm Trail (S2) ist der einzige der Great Trails, der mitten in einer Stadt liegt. Die meisten Biker kürzen den Weg aus dem Innsbrucker Stadtzentrum mit der Hungerburgbahn ab und radeln von der Hungerburg aus noch 300 Höhenmeter bergauf bis zur legendären Arzler Alm. Die bietet einerseits einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den gegenüberliegenden Patscherkofel. Andererseits wartet dort mehrmals die Woche während der Sommermonate abends ein köstliches Grillbuffet.
Der Arzler Alm Trail startet ungefähr 300 Meter östlich der Alm mit flowigen Anliegerkurven und Wellen. Könner nutzen die Sprünge und Wellen, um abzuheben, Neulinge umfahren sie einfach. Der Trail schlängelt sich abwechslungsreich durchs Gelände, ohne fahrtechnisch zu anspruchsvoll zu werden. Dennoch haben auch sehr gute Fahrer Spaß mit den Sprüngen und Anliegern. Chill-Modus oder Highspeed? Jeder wählt selbst, was es sein darf. Nach über zweieinhalb Kilometern spuckt der Arzler Alm Trail die Biker in Mühlau aus, wo mehrere Optionen zur Auswahl stehen. Option 1: Direkt in die Stadt abfahren und dort bei einem Getränk im neuen Hard Rock Café, in den Gastgärten der Altstadt oder an der Innpromenade den Tag ausklingen lassen. Option 2: Nochmals rauf zur Hungerburg fahren, im coolen Café/Bistro „Hitt & Söhne“ ein Sandwich essen und von dort direkt über den kurzen Hungerburg Trail wieder in den unteren Abschnitt des Arzler Alm Trails hineinrauschen.

Der Blindsee gab einem der fünf "Great Trails" seinen Namen.
Der Blindsee gab einem der fünf "Great Trails" seinen Namen. ©Tirol Werbung / Neusser Peter

Blindsee Trail: Naturschönheit  in der Tiroler Zugspitz Arena

„Ein schöner Naturtrail ohne künstlich eingebaute Elemente mit teils etwas engeren Kurven, die aber problemlos gefahren werden können, ohne das Hinterrad versetzen zu müssen.“ (Sebastian Rech)

Dieses Trail-Erlebnis beginnt mit einer entspannten Fahrt in der Gondelbahn. An der Grubigsteinbahn in Lermoos erwerben Biker ein „X-Treme Ticket“, steigen ein und fahren zwei Sektionen bis ganz nach oben. Zum Aufwärmen fährt man auf der Forststraße bis zum Einstieg des Grubigalm Trails (S1-S3), der kurz vor der Grubigalm endet. Zur Grubigalm hinauf kommt man auch aus eigener Kraft auf der Mountainbikeroute über einen Forstweg vom Lermoos aus (8 km, 700 hm). Bei der Grubigalm erfolgt dann der Start in den Blindsee Trail. Zuerst führt der Weg noch ein paar Minuten leicht bergauf, dann folgt ein breiterer Trailabschnitt (S2), bis es voll zur Sache geht. Nun folgt der Streckenabschnitt, für den man unbedingt schwindelfrei sein sollte (S2-S3). Am besten stoppt man zwischendurch einfach mal anhalten und genießt den Tiefblick auf den Blindsee. Kurz vor dem See quert der Weg einen kleinen Wasserfall, dort schiebt man das Bike besser. Ist dieser Abschnitt erfolgreich gemeistert, hat man eine unvergessliche, über sechs Kilometer lange Trailabfahrt mit 650 Tiefenmetern hinter sich. Der Sprung ins kühle Nass des Blindsees ist somit wohlverdient. Mit dem Ufer-Trail um den Blindsee bis zum Parkplatz folgt dann noch die Draufgabe. Der Wachtersteig führt zurück nach Lermoos.

Im "Flow" am Fleckalmtrail bei Kirchberg in Tirol.
Im "Flow" am Fleckalmtrail bei Kirchberg in Tirol. ©Tirol Werbung / Neusser Peter

Fleckalm Trail: Ausdauergranate in den Kitzbüheler Alpen

„Die Länge des Trails macht ihn so spannend. Es braucht einiges an Konzentration und Kondition, um ihn bis zum Ende sauber und schnell zu fahren.“ (Lisi Osl)

Die Fleckalmbahn schafft die 987 Höhenmeter von Kirchberg/Klausen auf die Ehrenbachhöhe in zirka 15 Minuten. Der Marathonbiker und mehrfache KitzAlpBike-Sieger Alban Lakata braucht dafür im Wettkampftempo knapp unter einer Stunde. Und der Durchschnittsbiker? Ab zwei Stunden ist er dabei. Die KitzTrailCard ist da sicher eine lohnende Investition. Dann kann der Trailspaß nämlich auf kürzestem Wege losgehen. Denn der Fleckalm Trail (S2-S3) hat es ganz schön in sich und verlangt ordentlich Power. Dieser mit sieben Kilometern und 1.000 Tiefenmetern längste Single Trail Tirols benötigt eine ordentliche Portion Kraft und Konzentration. Eine Verschnauf-Pause auf halbem Weg bei der Fleckalm kommt so manchem Biker sehr gelegen. Der obere Teil des Fleckalm Trails ist sehr flüssig fahrbar – mit gelegentlichen Gegenanstiegen. Der untere Teil führt durch den Wald, über Anlieger, Holzbrücken und Wurzelteppiche. Er belohnt aber auch für die Mühen – mit traumhaften Blicken auf den Wilden Kaiser und das Kitzbüheler Horn, mit köstlichen Schmankerln auf der Fleckalm und mit schier endlosem Abfahrts-Spaß. Der Fleckalm Trail ist keine Strecke für völlige Anfänger. Wer ihn aber erfolgreich bewältigt hat, will es unbedingt nochmal wissen. Vielleicht mit Fahrtechniktipps von Kurt Exenberger, dessen „Bike Academy“ direkt neben dem Trail-Ende bei der Fleckalmbahn-Talstation liegt.

Der Leiterberg Trail bei Sölden im Ötztal zählt zu den fünf "Great Trails".
Der Leiterberg Trail bei Sölden im Ötztal zählt zu den fünf "Great Trails". ©Tirol Werbung / Neusser Peter

Leiterberg Trail: Panoramaschmankerl im Ötztal

„Sehr abwechslungsreicher Weg durch Almwiesen, Wald und Fels in lohnender Länge mit an- und entspannenden Passagen in regelmäßigem Wechsel.“ (Lisi Hager)

Neben der Gaislachkoglbahn ist die neue Gigijochbahn das wichtigste Transportmittel für Biker in Sölden. Bei Nächtigung in einem Partnerbetrieb der Ötztal Premium Card ist eine Fahrt pro Tag gratis. Mit einem Tagesticket der Bike Republic Sölden gibt es unbegrenztes Gondeln. Für die Fahrt von der Bergstation (2.284 m) bis zum Einstieg des Leiterberg Trails in der vierten Kehre unterhalb von Hochsölden wartet mit der Harbe Line (2,2 km, leicht) eine spaßige Alternative zum Forstweg. Ein Steinmännchen markiert den Beginn des Leiterberg Trails (S2), der als Shared Trail sowohl für Wanderer als auch für Mountainbiker freigegeben ist. Auf 4,3 Kilometern Länge fordert der Naturtrail technische Vielseitigkeit und von Anfängern sicher auch den einen oder anderen Abstieg. Auf verblockte Steinpassagen folgen stufige Schotterabschnitte, auf enge Spitzkehren knifflige Wurzeln. Speziell im oberen Teil rollt man locker ein. Biker sollten sich hier dennoch nicht von der tollen Aussicht auf Wildspitze, Weißkugel und den Gletscher ablenken lassen und lieber eine Verschnaufpause auf der Leiterbergalm einlegen. Ab dort sind auch die schwierigsten Stellen leicht über den Forstweg zu umfahren. Der letzte Abschnitt verschafft dann auch Trail-Neulingen noch ein flowiges Finale. Schlussendlich kommen alle über den Kreuzwegtrail zurück in den Ort.

Aussicht auf den Reschensee am Plamort Trail bei Nauders.
Aussicht auf den Reschensee am Plamort Trail bei Nauders. ©Tirol Werbung / Neusser Peter

Plamort Trail: Grenzgänger in Nauders am Reschenpass

„Besser geht’s kaum. Nach flowigen Passagen kommt man zur Bunkeranlage, wo man einen Traumblick auf den Reschensee und die umliegenden Berge hat.“ (Lars Lotze)

Ausgehend von der Bergkastelseilbahn in Nauders beginnt das Abenteuer ganz easy in der Gondel. Wer im Besitz der 3-Länder-Summercard Gold ist, fährt drei oder sechs Tage lang in allen Bergbahnen der Region mit Bike um kleines Geld. So lässt sich das Enduro-Paradies am Reschenpass voll auskosten. Am Berg angekommen, geht es dann erst mal über den gebauten Alm Trail (1 km, leicht) bis zur Stieralm. Dort kann man seine Energiespeicher auffüllen. Nach einem kurzen Transfer auf dem Forstweg führt der Plamort Trail (S1) in Cross-Country-Manier nur wenige Meter bergauf und eineinhalb Kilometer lang über ein malerisches Hochplateau bis zu den alten Bunkeranlagen an der österreichisch-italienischen Grenze. Sie lagen im zweiten Weltkrieg direkt an der Front. Heutzutage kann man ganz friedlich den Ausblick über den Reschensee bis zum Ortler genießen, bevor es am Bunker Trail (1,8 km, S2) auf der italienischen Seite talwärts geht. Es wird von da an anspruchvoller und ursprünglicher, was volle Konzentration verlangt. Etwa 200 Höhenmeter oberhalb des Ortes Reschen mündet der Bunker Trail in den flowigen Etsch Trail (S2), der beinahe bis zum Reschensee hinunterführt. Noch schnell ein Foto mit dem Kirchturm mitten im See, dann wird locker auf dem Radweg Via Claudia Augusta zurück nach Nauders geradelt.

Ausgewählte MTB-Events in Tirol 2018

  • Der Arzler Alm Trail ist nur eines von mehreren Highlights der Bike City Innsbruck. Erstmals gastierte im Sommer 2017 Crankworx, das weltgrößte Gravity-Mountainbike-Festival im Bikepark Innsbruck bei der Mutterer Alm. Crankworx bald wieder nach Innsbruck – und zwar von 13. bis 18. Juni 2018.
  • Der sommerliche Höhepunkt für Mountainbiker in den Kitzbüheler Alpen ist das KitzalpBike Festival. 2018 steigt es von 16. bis 24. August, das Programm reicht von diversen Marathon-Distanzen bis hin zu Hillclimb- oder Crosscountry-Bewerben. Der Fleckalm Trail ist beim Marathon-Bewerb fahrtechnisch wohl die größte Hürde für die Teilnehmer.
  • Nauders am Reschenpass hat sich mit seinen flowigen Trails bereits einen Namen in der Enduro-Szene gemacht. Dort findet von 24. bis 28. August 2018 wieder das bereits Kult gewordene 3-Länder-Enduro-Race statt, bei dem jeder mitmachen kann, der sich traut.
  • Die Bike Republic Sölden bietet tolle Events und Programme an, wie die „Rasenmäher Camps“ mit den Profis Karen Eller und Holger Meyer. Im Rahmen des obligatorischen Bike Openings (15.-17.6.2018) erwartet passionierte Trailbiker die in dieser Form in Tirol wohl einzigartige Singletrail-Schnitzeljagd in der Bikerepublic Sölden.
  • Fixtermine am Kalender vieler Mountainbiker sind die SAAC Bike Camps, die auch in den Regionen der Great Trails stattfinden: Zum Beispiel in der Tiroler Zugspitz Arena, in Innsbruck, im Brixental und in Sölden.

Weitere Infos: www.tirol.at/greattrails

Bilder zur Presseinformation

  • Große Berge, "Great Trails": Die Auswahl der beliebtesten fünf Single Trails in Tirol hat eine Fachjury getroffen.

  • Abfahrt am Arzler Alm Trail bei Innsbruck, einem der fünf "Great Trails".

  • Der Blindsee gab einem der fünf "Great Trails" seinen Namen.

  • Im "Flow" am Fleckalmtrail bei Kirchberg in Tirol.

  • Der Leiterberg Trail bei Sölden im Ötztal zählt zu den fünf "Great Trails".

  • Aussicht auf den Reschensee am Plamort Trail bei Nauders.