Tirols Almen und Hütten auf den vordersten Plätzen

Schönste Aussichten in mehrfacher Hinsicht. Denn auch in der Beurteilung von Besuchern, Gästen und Wettbewerbs-Juroren befinden sich Tirols Almen und Hütten ganz oben.

Eine Alm muss man nicht erst auf ein Stockerl stellen – sie ist ohnedies schon weit oben: Nah am Himmel und knapp unter den Berggipfeln. Und weil es hier so schön ist, die Luft besonders erfrischend wirkt und man in den meisten Fällen auch noch gut essen kann, sind Tirols Almen und Hütten auch sehr weit oben in der Gunst der Gäste und Besucher. Dennoch wird ab und zu die eine oder andere Alm hervorgehoben – weil sie besonders beliebt ist oder mit herausragenden Spezialitäten aufwarten kann.

Die Osttiroler Glanzalm von Ernst und Johanna Blassnig zum Beispiel glänzt nicht nur durch ihr hervorragendes Angebot, sondern auch durch eine Auszeichnung, die ihr kürzlich zuteil geworden ist: Sie wurde 2011 zur beliebtesten Alm im Nationalpark Hohe Tauern gewählt. Die idyllische kleine Alm liegt auf 1974 Metern Seehöhe auf einem Bergrücken zwischen Isel- und Defereggental im Gemeindegebiet von Hopfgarten. Dass es sich um einen eher kleinen Familienbetrieb handelt, sieht man auch auf der Weide: Vier Milchkühe und ca. 15 Stück Jungvieh verbringen hier den Sommer und genießen den Auslauf.

Familie Blassnig hat in den letzten Jahren mit viel Sinn für regionaltypische Bauweise das Almgebäude neu gestaltet. Eine schöne Hütte in einer schönen Landschaft würde aber nicht genügen, um zur beliebtesten Alm gewählt zu werden. Die Gäste wollen auch etwas Schmackhaftes für den Gaumen – und das bekommen sie hier: hochwertige Produkte aus dem eigenen, kontrollierten Biobetrieb. Neben Butter, Käse, Speck, Schinken und Hauswürsteln aus Wild gibt es auch selbst gebackenes Brot, Natursäfte und Schnäpse aus Eigenproduktion. www.defereggental.eu

Ebenfalls im Osttiroler Hohe Tauern-Gebiet befindet sich die zu Prägraten gehörige Stabanthütte. Sie liegt am bekannten Adlerweg und wurde aus ganz Österreich schon mehrmals unter die zehn „liabsten Hütt‘n“ des Jahres gewählt. Das Schlössl mit dem steinernen Turm ist auf bequemem Weg in ca. einer Stunde zu Fuß erreichbar. Hübsche Gästezimmer stehen zur Verfügung und die Speisekarte ist abwechslungsreich und hält vom Knödelteller bis zu gebratenen Rippelen etliche regionaltypische Köstlichkeiten parat. Mit einem Fernglas kann man vor der Hütte vom Liegestuhl aus bequem Wildtiere beobachten. Falls sich diese nicht blicken lassen, schaut man eben den Kaninchen zu, die munter im Streichelzoo herumhüpfen. Ab Mai geöffnet. www.praegraten.at/stabanthuette

Käse auf Medaillenkurs
Auch Almen mit ausgezeichnetem Käse schaffen es auf ein Sieges-Stockerl. Einer, der sich auf die Herstellung von Almkäse vortrefflich versteht, ist Johann Schönauer, Käserchef der Schönangeralm in der Wildschönau. Sein Käse beeindruckt bei der Almkäseolympiade in Galtür regelmäßig die strengen Juroren und sahnt die begehrten Trophäen ab. Worin liegt sein Geheimnis? Zuerst einmal im Grundprodukt einer wertvollen Rohmilch bester Qualität – sie stammt selbstverständlich von den Schönanger Almkühen. „Beim Käsen ist jeder Tag und jedes Jahr anders, es kommt auf die Milch, die Witterung, die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und noch einiges mehr an. Deshalb braucht es beim Käsen viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl“, erklärt der Käsemeister.

In der Schaukäserei auf der Schönanger Alm, die von Mai bis Oktober geöffnet hat, kann man die einzelnen Arbeitsschritte genau beobachten, ein Restgeheimnis bleibt dennoch bestehen. Aber wenn ein so vorzüglicher Käse auf der Zunge liegt, stellt man nicht viele Fragen, sondern schließt am besten die Augen und genießt. www.schoenangeralm.at

Auf den Genussrouten im Tiroler Paznaun wie dem „Kulinarischen Jakobsweg“ erwandert man sich den vorzüglichen Geschmack auf einer Tour von Alm zu Alm. Der ebenfalls häufig prämierte Paznauner Almkäse steht dabei im Vordergrund, aber es gibt noch viele andere Schmankerln, besonders wenn auf den Hütten internationale Sterneköche aufkochen. www.kulinarischerjakobsweg.paznaun-ischgl.com

Facts:
In Tirol gibt es über 2.000 bewirtschaftete Almen. Für die Bezeichnung „bewirtschaftete Alm“ ist aber nicht eine Ausschank oder ein Gasthaus ausschlaggebend, sondern die Tatsache, dass den Sommer über Vieh aufgetrieben wird: Schafe, Ziegen, Pferde, Galtvieh (das sind trocken stehende Rinder) und Milchkühe. Auf den meisten Milchalmen wird Butter, Joghurt und Käse erzeugt – vor allem Schnittkäse und Graukäse, oft auch Frischkäse. Für die Gäste bedeutet das wertvolle, wohlschmeckende Produkte mit Echtheitsgarantie. Wenn der Käse auch noch nachweislich regelmäßig mit Qualitätsprädikaten ausgezeichnet wird, ist der Genuss umso größer!

Die Almkäseolympiade Galtür (www.kaeseolympiade.at) findet jedes Jahr Ende September statt. Vertreten sind dabei Sennerinnen und Senner aus Österreich, Italien und der Schweiz mit ihren Käseprodukten. In fünf Käse-Klassen (Hartkäse, Schnittkäse, Weichkäse, Sauermilchkäse, Käse mit Gewürz- oder Kräuterzugabe) werden von einer Fachjury Medaillen in Gold, Silber und Bronze vergeben.

Weitere Informationen unter Tel. +43.512.7272-0, info@tirol.at, www.tirol.at
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Die Alm - nah am Himmel und knapp unter den Berggipfeln.
Die Alm - nah am Himmel und knapp unter den Berggipfeln. ©Bernd Uhlig

Bilder zur Presseinformation

  • © Bernd Uhlig © Bernd Uhlig

    Die Alm - nah am Himmel und knapp unter den Berggipfeln.

  • © Peter Sandbichler © Peter Sandbichler

    Von Tirols über 2.100 bewirtschafteten Almen gleicht keine der anderen, aber alle sind sie wunderschön und einen Ausflug wert.

  • © Bernd Uhlig © Bernd Uhlig

    Nicht alle Tiroler Almen sind noch bewirtschaftet.

  • © Maria Ziegelböck © Maria Ziegelböck

    Doch überall finden sich versteckte Zeugnisse vergangener Zeiten.