Delegation aus Montenegro besucht die Modelregionen Zillertal und Alpbachtal als Vorbilder für nachhaltige Regionalentwicklung 

Aktualisiert am 20.05.2026 | Alpbachtal

Eine Delegation von rund 15 Vertreterinnen und Vertretern montenegrinischer Gemeinden besuchte am 18. und 19. Mai 2026 das Zillertal und das Alpbachtal, um zu sehen, wie Tourismus, Landwirtschaft, Kultur, Naturschutz und Wirtschaft in Tirol zusammenspielen. Im Mittelpunkt standen der Austausch mit Gemeinden, Tourismusorganisationen, regionalen Betrieben und Natur- und Kulturanbietern – mit dem Ziel, Ideen für eine nachhaltige Entwicklung in Montenegro mitzunehmen.

Die Delegation aus Montenegro war für zwei Tage in Tirol unterwegs, wie hier in Alpbach. © Alpbachtal Tourismus

Eine Delegation von rund 15 Vertreterinnen und Vertretern montenegrinischer Gemeinden besuchte am 18. und 19. Mai 2026 das Zillertal und das Alpbachtal, um zu sehen, wie Tourismus, Landwirtschaft, Kultur, Naturschutz und Wirtschaft in Tirol zusammenspielen. Im Mittelpunkt standen der Austausch mit Gemeinden, Tourismusorganisationen, regionalen Betrieben und Natur- und Kulturanbietern – mit dem Ziel, Ideen für eine nachhaltige Entwicklung in Montenegro mitzunehmen.

Im Rahmen des EU-Beitrittskandidatenstatus von Montenegro organisierte der Gemeindeverband des Landes gemeinsam mit der montenegrinischen Botschaft in Wien sowie Vertretern des Zillertals und des Alpbachtals einen zweitägigen Studienbesuch in Tirol. Die Delegation informierte sich in den Regionen Zillertal und Alpbachtal darüber, wie Gemeinden ihre Landschaft, ihre Kultur und ihre Betriebe so entwickeln, dass sowohl die Bevölkerung als auch die Gäste davon profitieren. Dominik Mainusch, Abgeordneter zum Tiroler Landtag und erster Landtagsvizepräsident, begleitete den Besuch: „Es freut mich, dass Montenegro ein derart großes Interesse an unserer Region hat. Ich wünsche mir, dass wir das nun aufgebaute Verhältnis halten und stabileren und dass wir Montenegro – wenn sie es wünschen und brauchen – weiterhin begleiten können in ihrem strategischen Aufbau von Wirtschaftsstrukturen.“

Alpbachtal im Fokus: Kultur, Zusammenarbeit und Lebensqualität

Im Alpbachtal lernte die Delegation Alpbach als „Dorf der Denker“ kennen. Der einheitliche Holzbaustil und das gewachsene Ortsbild, das Alpbach den Titel „Schönstes Dorf Österreichs“ eingebracht hat, zeigen, wie stark Tradition und Identität verankert sind. Gleichzeitig wurde beim Rundgang und im Congress Centrum Alpbach sichtbar, wie das Bergdorf mit dem Europäischen Forum und als internationaler Treffpunkt für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft weit über Tirol hinausstrahlt – und dabei eng mit regionalen Betrieben wie dem Cateringunternehmen Jakober zusammenarbeitet.

Beim gemeinsamen Austausch standen Projekte wie „Lebensraum Alpbachtal“ im Mittelpunkt, die die Entwicklung von Tourismus, Landwirtschaft und Gesellschaft bewusst steuern. Dabei berichteten Vertreter:innen der Gemeinden, des Regionalmanagements Kitzbüheler Alpen, der KlimaWerkstatt Alpbachtal sowie des Tourismusverbands Alpbachtal über Themen wie nachhaltige Tourismus- und Regionalentwicklung, EU-Programme und die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den anwesenden Beteiligten.

Am Reintalersee und im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach sah die Delegation, wie Naturerlebnis, Barrierefreiheit und Kulturvermittlung zusammenspielen: barrierefreie Wege und ein Inklusionspark am See sowie das Freilichtmuseum mit seinen originalgetreu wiedererrichteten Höfen und modernen Formaten machen Geschichte und Landschaft für Gäste und Einheimische gleichermaßen erlebbar.

Natur, Gemeinden und Wirtschaft im Zillertal

Der zweite Tag führte die Delegation ins Zillertal. Im Naturparkhaus in Ginzling bekamen die Gäste Einblick, wie Naturtourismus und Naturschutz zusammengedacht werden. Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen verbindet Schutzgebiete, Wanderangebote und Umweltbildung mit dem Tourismus in der Region.

Am zweiten Tag ging es für die Delegation ins Zillertal. Foto: Zillertal Tourismus

Beim anschließenden Austausch im Europahaus in Mayrhofen ging es um die Rolle der Gemeinden im Zusammenspiel mit dem Tourismus, um regionale Wirtschaftskreisläufe und um die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur. Vertreter des Planungsverbandes, der Zillertaler Tourismusorganisationen und regionaler Betriebe zeigten, wie Gemeinden, Tourismusverbände und Unternehmen gemeinsam an einer starken, aber zugleich umsichtigen Entwicklung arbeiten.

Foto: Zillertal Tourismus

Zum Abschluss besuchte die Delegation die Erlebnissennerei Zillertal. Dort wurde deutlich, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb regionale Produkte, Verarbeitung, Erlebniswelt und Tourismus eng verbindet – von der Milch der Bäuerinnen und Bauern bis zum fertigen Käse, der sowohl bei Gästen als auch in der Region gefragt ist.

Stimmen aus Montenegro und Ausblick

Die Vertreterinnen und Vertreter aus Montenegro zeigten sich vom Tiroler Zugang beeindruckt. Nihad Canović, Bürgermeister der Stadt Plav, fasste den Eindruck zusammen: „Ich habe den Besuch hier sehr genossen. Ich lernte Dinge, die wir auch in Montenegro umsetzen könnten, zum Beispiel die Art und Weise, wie die lokale Identität, Kultur und das Brauchtum das Fundament für wirtschaftliches Wachstum bilden. Besonders mag ich, wie ihr eure Geschichte und euer Erbe mit allen Gästen, die herkommen, teilt. Das gibt allem einen gewissen Wert – das ist etwas, was ich wirklich bewundere.“


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