Leise Akzente statt lauter Attraktionen
Aktualisiert am 27.05.2026 | Osttirol
Zwischen Gipfeln und Genüssen
Bitte, wo ist Osttirol? Vielleicht genau dort, wo neue Angebote nicht auffällig sein müssen, um Eindruck zu hinterlassen: Statt lauter Inszenierungen entstehen Formate, die sich leise in Landschaft und Kultur einfügen. Im Sommer 2026 dürfen sich Urlauber in der Ferienregion südlich des Alpenhauptkamms auf spielerische Interaktion für Klein und Groß, die wiedereröffnete Seespitzhütte auf 2.327 Metern sowie eine Aussichtsplattform über der Isel, einer der letzten unverbauten Gletscherflüsse, freuen. Auf der frisch sanierten Burg Heinfels erwartet Gäste zudem ein Kulinarium in geschichtsträchtigen Räumen. www.osttirol.com

Zwischen Hören und Spüren
In die weiten Feldfluren rund um Virgen, eingebettet in den Nationalpark Hohe Tauern, führt ab Juni 2026 der neu gestaltete Weg der Sinne. Der Themenpfad setzt nicht auf Inszenierung, sondern auf das, was bereits da ist: Licht, Wind, Wasser, Boden. 19 interaktive Stationen laden dazu ein, langsamer zu werden und die eigene Wahrnehmung zu schärfen. Was im Alltag leicht überhört oder übersehen wird, rückt in den Fokus. Phänomene wie Gleichgewicht oder Wasserkreislauf erschließen sich nicht über Schautafeln, sondern im eigenen Tun. Ein Wasserspielplatz macht Bewegung greifbar, ein offenes Landschaftskino lenkt den Blick auf das Wesentliche. Kinder folgen Schmetterling Isi auf leisen Wegen des Entdeckens, während in einer einfachen Schupfe Kräuterwissen und praktische Anwendung zusammenfinden.

Einfach. Echt. Seespitzhütte
Ab 6. Juni kehrt nach knapp zehn Jahren wieder Leben auf der Seespitzhütte im Defereggental ein: Zwei junge Pächter übernehmen die urige Schutzhütte auf 2.327 Metern und schaffen einen herzlichen Ort für Einkehr und Übernachtung mit 13 Schlafplätzen im Lager. Auf den sonnigen Terrassen und in der heimeligen Stube servieren sie tagsüber frisch zubereitete Speisen sowie regionale Spezialitäten. Die bewusst klein gehaltene Speisekarte konzentriert sich auf klassische Tiroler Gerichte, wobei auch vegetarische und vegane Optionen wie Brennnessel-Knödel oder Bärlauch-Strudel nicht fehlen. Der familienfreundliche Zustieg erfolgt ab der Jausenstation Jagastube in rund zwei Stunden (600 Höhenmeter). Alternative Routen, die auch mit dem Mountainbike machbar sind, führen aus Erlsbach in etwa drei Stunden oder vom Parkplatz Trojeralmtal über den Alpenblumenweg in drei bis vier Stunden zur Hütte. Das Schutzhaus dient darüber hinaus als Ausgangspunkt für die Besteigung der Seespitze (3.021 Meter) oder des Weißen Beils (2.767 Meter).

Zwischen Himmel und Isel
Seit seiner Eröffnung 2020 schreibt der Iseltrail Erfolgsgeschichte ‒ unter anderem gewann der über 80 Kilometer lange Weitwanderweg 2023 den Tirol Touristica Award für sanften Tourismus. Seit Juni 2024 ist das Vorzeigeprojekt entlang des längsten frei fließenden Gletscherflusses der Alpen um eine Attraktion reicher: Mit einer Spannweite von rund 84 Metern und einer schwindelerregenden Höhe von etwa 90 Metern verbindet die Hängebrücke über der Iselschlucht die beiden Orte Virgen und Prägraten. Im Sommer 2026 eröffnet eine neue Aussichtplattform wagemutigen Wanderern die Perspektive auf die tosenden Wassermassen der Isel. Die knapp 25 Meter weit auskragende Konstruktion aus Cortenstahl ragt direkt über die Schlucht der Isel hinaus und gewährt den Blick flussauf- und flussabwärts.

Mittelalter trifft Moderne
Mit dem Erwerb der Burg Heinfels 2007 verfolgte Familie Loacker, vor allem bekannt für Waffel- und Schokoladenspezialitäten, kein wirtschaftliches Interesse. Erklärtes Ziel war, kulturelles Erbe zu bewahren, Verantwortung für die Region zu übernehmen und der historischen Anlage neues Leben zu geben. Durch die nachhaltige Revitalisierung sollte die „Königin des Pustertals“ wieder öffentlich zugänglich werden und sich als lebendiger Ort für Kultur, Geschichte und Gastronomie etablieren. Nach umfassender Restaurierung über zwei Bauphasen und mehrere Jahre hinweg zieht seit Mai 2026 neben musealen Angeboten auch kulinarisches Leben in die mittelalterlichen Gemäuer ein. Feine Snacks und eine täglich wechselnde Mittagskarte machen das Bistro mit angrenzendem Rittersaal zum Treffpunkt für Genießer, Wanderer und Kulturinteressierte. Bei regelmäßigen Emotional-Dinner-Veranstaltungen in der Taverne begeben sich bis zu 60 Gäste auf eine Reise ins Mittelalter: Neu interpretierte historische Gerichte, Geschichten und eine multimediale Inszenierung lassen das Publikum in die Welt des früheren Burglebens eintauchen. „Wir möchten eine Küche bieten, die höchste Qualität und Regionalität verbindet – und dennoch leistbar bleibt. Nicht Auszeichnungen stehen im Mittelpunkt, sondern das authentische Erlebnis in einem außergewöhnlichen Ambiente“, erklärt Marco Perez, Geschäftsführer des Kulinariums.






