European Forum wird zum KI-Praxistest für Alpbach

Aktualisiert am 20.08.2026 | Alpbachtal

Wenn am 24. August Tausende internationale Gäste zum European Forum Alpbach anreisen, steht auch ein Digitalprojekt der Tourismusregion Alpbachtal vor seinem bisher größten Test. Rund 550 Sprachassistenten liefern erstmals Informationen aus dem Kongressprogramm direkt ins Hotelzimmer.

Rund 550 Sprachassistenten stehen mittlerweile in 32 Unterkünften im Alpbachtal. Zum European Forum Alpbach ist erstmals auch das Kongressprogramm direkt über die Geräte abrufbar. © Gabriele Grießenböck

Alpbach – „Alexa, was steht beim Forum heute auf dem Programm?“ Fragen wie diese können Kongressgäste erstmals direkt in ihrer Unterkunft stellen. Beim European Forum Alpbach vom 24. August bis 4. September wird der Alpbachtal Voice Concierge damit unter besonderen Bedingungen erprobt.

Das Programm der 81. Ausgabe ist dicht. Über 12 Tage wechseln Seminare, Diskussionen und weitere Veranstaltungsformate. Wer teilnimmt, muss Termine, Veranstaltungsorte und Wege im Blick behalten. Genau diese Informationen sind nun erstmals in die Sprachassistenten des Alpbachtals eingebunden. Gäste können nach Veranstaltungen, Beginnzeiten oder öffentlichen Verkehrsverbindungen fragen.

Gestartet ist dieses Projekt im September 2025 in 24 Pilotbetrieben. Mittlerweile stehen rund 550 Geräte in 32 Unterkünften. Die Geräte verstehen Deutsch und Englisch, die Antworten erscheinen zusätzlich auf dem Bildschirm. Zum Einsatz kommen Echo Show 8 Geräte mit speziellen Hotelfunktionen.

Die Sprachassistenten wurden inzwischen um den Alpbachtal Concierge erweitert. Dadurch greifen die Geräte nicht mehr nur auf Informationen des jeweiligen Hauses wie Frühstückszeiten oder WLAN-Passwort zu, sondern auch auf laufend aktualisierte Daten der gesamten Destination. Dazu zählen Veranstaltungen, Mobilität, Wetter und Ausflugsziele. So können Gäste direkt im Zimmer deutlich mehr aktuelle Auskünfte abrufen.

„Beim European Forum sehen wir sehr konkret, wie sich die Lösung bei hoher Auslastung bewährt und welche Fragen tatsächlich gestellt werden“, sagt Wolfgang Kostenzer, Geschäftsführer von Alpbachtal Tourismus. „Gerade bei einem so dichten Programm ist interessant, ob die Technik im Alltag einen zusätzlichen Nutzen bringt.“

Durchschnittlich werden etwa zwei Anfragen pro Zimmer und Tag gestellt. Je nach Haus nutzen bis zu 76 Prozent der Gäste den Assistenten täglich. Die Zufriedenheit ist hoch und liegt bei 4,6 von 5 Punkten. Auch die Inhalte lassen Rückschlüsse auf den Bedarf zu. 11 Prozent der Fragen betreffen Informationen zur Region, 9 Prozent Einrichtungen im Haus und 8 Prozent das WLAN. Aktivitäten und Mobilität kommen jeweils auf 7 Prozent. Je 5 Prozent entfallen auf Rezeption, Öffnungszeiten und Frühstück. Daneben werden die Geräte für Musik, Quiz und Unterhaltung genutzt.

Überrascht hat Bernhard Rieder, CEO des Technologiepartners Thoesch, vor allem die Bandbreite der teilnehmenden Gastgeber. „Wir sind am Anfang davon ausgegangen, dass wir vor allem die großen Häuser ausstatten. Mittlerweile nutzen aber auch viele kleine Privatzimmervermieter den Voice Concierge.“ Entsprechend unterschiedlich ist der Einsatz. Kleine Pensionen verwenden die Geräte etwa für den Brötchenservice oder als zusätzliche Auskunftsmöglichkeit, wenn niemand persönlich erreichbar ist. Größere Häuser kommunizieren darüber verstärkt eigene Leistungen.

Nach Abschluss der Pilotphase geht die Entwicklung weiter. Im Mittelpunkt steht nun eine einfachere Datenpflege. „Das Ziel ist, Änderungen möglichst nur einmal einzugeben und anschließend in allen angeschlossenen Anwendungen verfügbar zu haben“, so Rieder. Alpbachtal Tourismus trägt weiterhin die Kosten für Software und Service, die Geräte schaffen die Betriebe selbst an.

Weitere Informationen unter: www.alpbachtal.at

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