Ein Fest des Radsports und der Vielfalt

Aktualisiert am 24.08.2026 | Kufsteinerland

10. Kufsteinerland Radmarathon begeistert mit Teilnahmerekord, hohem Frauenanteil und neuer Streckenbestzeit

Kufstein / Tirol – Drei Tage Radsportfest, 33 Nationen und so viele Frauen wie noch nie: Der Kufsteinerland Radmarathon hat sein zehnjähriges Jubiläum mit einem neuen Teilnehmerrekord gefeiert. Bei idealen Bedingungen gingen 1.800 Radsportbegeisterte an den Start. Auf der 120 Kilometer langen Königsdistanz triumphierten Brigitte Filensky aus Deutschland und Christian Oberngruber aus Österreich.

Pünktlich um 7:30 Uhr fiel am Oberen Stadtplatz in Kufstein der Startschuss für die Jubiläumsausgabe des Kufsteinerland Radmarathons. © Kufsteinerland / Maximilian Kuen

Vom Genussradeln bis zum Spitzenrennen: mehr Teilnehmer:innen, ein neuer Streckenrekord und ein Frauenanteil auf Rekordniveau setzten neue Maßstäbe beim 10. Kufsteinerland Radmarathon. Bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen nahmen 1.800 Radsportler:innen aus 33 Nationen das Rennen in Angriff – darunter 942 aus Deutschland und 782 aus Österreich. Die abwechslungsreiche Streckenführung mit zahlreichen Anstiegen hielt das Rennen offen und bot nicht nur klassischen Bergfahrer:innen Chancen auf eine Spitzenplatzierung. Auch die Altersspanne zeigte die Vielfalt des Feldes: Der jüngste Teilnehmer war acht, der älteste 85 Jahre alt. Besonders stark präsentierten sich die Frauen mit einem Anteil von 22 Prozent. Allein 40 Teilnehmerinnen der Münchner Rennrad-Community female cycling force standen am Start – damit stellte die Community den teilnehmer:innenstärksten Verein des Rennens.

„Der Radmarathon ist in den vergangenen zehn Jahren vor allem über seine Qualität gewachsen. Die Kombination aus Sport, Landschaft, urbanem Flair und dem Miteinander in unserer Region macht die Veranstaltung heute zu dem, was sie ist“, sagt Georg Hörhager, Obmann des Tourismusverbandes Kufsteinerland. Veranstalter Frank Rietzler ergänzt: „1.800 Starter:innen sind eine großartige Bestätigung. Unser Anspruch bleibt aber eine Top-Organisation mit hoher Qualität und maximaler Sicherheit für alle Teilnehmer:innen.“

Auf dem Bild v. l. n. r.: Georg Hörhager, Obmann des Tourismusverbandes Kufsteinerland, Lina Schneeweiß, Themenmanagerin beim Tourismusverband Kufsteinerland, und Thomas Krimbacher, Sportreferent der Stadt Kufstein. © Kufsteinerland / Maximilian Kuen

Von Marathon bis Handbike

Pünktlich um 7:30 Uhr fiel am Oberen Stadtplatz, im Herzen der Festungsstadt, der Startschuss. Zunächst machten sich die Fahrer:innen des Radmarathons über 120 Kilometer und 1.800 Höhenmeter sowie der Seenrunde über 95 Kilometer und 1.160 Höhenmeter auf den Weg. Um 7:40 Uhr folgte die Panoramarunde über 48 Kilometer und 400 Höhenmeter. Neben den klassischen Rennradstrecken wurde die E-Bike-Runde bewusst als Angebot für Genussradler:innen positioniert. Erstmals gab es 2026 zudem eine eigene Handbike-Kategorie auf der Panoramarunde. Mit dem früheren Rennradfahrer Benjamin Hundsbichler war dabei auch ein starkes Aushängeschild am Start:

„Es ist großartig, dass es bei meinem Heimrennen erstmals eine eigene Handbike-Kategorie gibt. Ich hoffe, dass der Kufsteinerland Radmarathon damit auch zum Vorbild für andere Rennen wird.“

Benjamin Hundsbichler zeigte sich begeistert: „Es ist großartig, dass es bei meinem Heimrennen eine eigene Handbike-Kategorie gibt. Ich hoffe, dass der Kufsteinerland Radmarathon damit auch zum Vorbild für andere Rennen wird.“ © Kufsteinerland / Michael Meindl

Von der Vielfalt der Veranstaltung ist auch Lina Schneeweiß, Themenmanagerin beim Tourismusverband Kufsteinerland, überzeugt: „Uns ist wichtig, für unterschiedliche Ansprüche die passende Herausforderung zu bieten – vom ambitionierten Radmarathon über kürzere Distanzen bis hin zu E-Bike und Handbike. Wir sind offen für alle, die Freude am Radfahren haben.“

Filensky setzt sich bei Frauen durch

Auf der Königsdistanz über 120 Kilometer bestimmte Brigitte Filensky von Beginn an das Geschehen bei den Frauen. Die Deutsche setzte sich früh an die Spitze und konnte auf dem langen Anstieg nach Brandenberg in einer Herrengruppe mitfahren. Dadurch baute sie ihren Vorsprung auf die Verfolgerinnen weiter aus. Hinter ihr entwickelte sich ein spannender Kampf.

Die Österreicherin Birgit Stegmeier führte zunächst eine rund sechsköpfige Verfolgerinnengruppe an, in der unter anderem Lokalmatadorin Lea Horngacher, die österreichische Staatsmeisterin Corina Pichler und die Deutsche Lisa Hartung vertreten waren. Die Strecke verlangte den Fahrerinnen dabei immer wieder Tempowechsel ab. Besonders der Abschnitt von Vorderthiersee nach Hinterthiersee sowie die Anstiege in Kleinsöll bei Breitenbach und hinauf nach Brandenberg boten Gelegenheit für Attacken.

Ein besonderes Highlight entlang der Strecke: die eindrucksvolle Kulisse rund um den Thiersee. © Kufsteinerland / Maximilian Kuen

Dazwischen sorgten der tiefgrüne Thiersee mit dem Passionsspielhaus, der Blick auf das Kaisergebirge und die Festung Kufstein für eine eindrucksvolle Rennkulisse. Auf den letzten Kilometern wurde es noch einmal richtig eng: Lisa Hartung machte Sekunde um Sekunde gut und kam Filensky bis unmittelbar vor dem Ziel gefährlich nahe. Die Führende rettete schließlich einen Vorsprung von rund einer Sekunde über die Ziellinie und sicherte sich damit den Sieg der Jubiläumsausgabe. Hartung wurde Zweite, Tjade Scharer komplettierte als Dritte das Podium – damit gingen alle drei Podestplätze der Marathonstrecke an Deutschland.

Oberngruber im Alleingang zum Streckenrekord

Auch bei den Herren wurde von Beginn an hohes Tempo angeschlagen. Vorjahressieger René Pammer, Christian Oberngruber und der Deutsche Jan Kattanek bestimmten zunächst das Renngeschehen an der Spitze. Eine Panne bei der Abfahrt von Brandenberg in Richtung Kramsach warf Pammer jedoch zurück und nahm ihm die Chance auf die erfolgreiche Titelverteidigung.

Oberngruber nutzte die Situation konsequent, behauptete die Führung und setzte sich zunehmend von seinen Verfolgern ab. Kattanek versuchte zunächst, den Österreicher wieder zu stellen, wurde später jedoch von der nächsten Gruppe eingeholt und fiel zurück. In dieser Verfolgergruppe befanden sich unter anderem der Kufsteiner Ex-Profi Max Kuen und Miguel Brugger.

An der Spitze ließ Oberngruber nichts mehr anbrennen. Nach 2 Stunden und 59 Minuten erreichte er Kufstein als Solist und stellte damit einen neuen Streckenrekord auf. Dahinter entwickelte sich ein enger Kampf um Platz zwei, den der Deutsche Jasper Britz vor Lokalmatador Max Kuen für sich entschied. Kuen zeigte sich vom sportlichen Niveau der Jubiläumsausgabe beeindruckt: „Das Rennen wird jedes Jahr anspruchsvoller – heuer war es so schnell wie noch nie. Wir hatten eine Top-Besetzung und richtig starke Mitstreiter, sowohl bei den Damen als auch bei den Herren.“

Sieger der Marathon-Strecke v. l. n. r.: Lokalmatador Max Kuen (3. Platz), Christian Oberngruber (1. Platz) und Jasper Britz (2. Platz) © Kufsteinerland / Maximilian Kuen

Drei Tage lang ein Fest des Radsports

Dass der Kufsteinerland Radmarathon längst mehr als der eigentliche Renntag ist, zeigte sich bereits ab Freitag. Den Auftakt bildete das Aschinger Alm Gaudirace in Ebbs bei Kufstein. Das Bergzeitfahren für Profi-, Hobby- und E-Bike-Fahrer:innen sorgte vor eindrucksvoller Almkulisse für den ersten sportlichen Schlagabtausch des Wochenendes. Am Samstag standen beim offiziellen Warmfahren unterschiedliche Rennrad-Ausfahrten auf dem Programm. Bei der „Cappuccino-Fahrt“ war Ex-Profi Max Kuen mit seiner Gruppe in entspanntem Tempo unterwegs. Auch der „Welcome Ride by female cycling force“ brachte zahlreiche Frauen gemeinsam aufs Rennrad. Die rund 40 Kilometer lange Runde führte inklusive Zwischenstopp zum Biergarten von Bierol in Schwoich. Ein Schrauber-Workshop, Live-Musik, Coffee und Bike-Expo machten den Samstag auch abseits des Sattels zum Treffpunkt der Rennrad-Community.

Eine weitere Premiere gab es 2026 mit dem Tiroler Rennrad Cup: Gemeinsam mit dem Imster Radmarathon und dem Arlberg Giro bildete der Kufsteinerland Radmarathon erstmals eine gemeinsame Rennserie. Teilnehmer:innen profitieren dabei unter anderem von einem vergünstigten Nenngeld und einem sicheren Startplatz bei den drei Veranstaltungen. Ab 2027 wird auch die Dolomitenrundfahrt Teil der Serie werden.

Nach drei Tagen voller Rennrad, Begegnungen und sportlicher Höchstleistungen endete die zehnte Ausgabe dort, wo sie am Sonntagmorgen begonnen hatte: im Herzen der Festungsstadt Kufstein. Mit 1.800 Starter:innen, 33 Nationen und einem Frauenanteil von 22 Prozent setzte die Jubiläumsausgabe neue Maßstäbe – sportlich ebenso wie für die weitere Entwicklung des Kufsteinerland Radmarathons.

Das Jubiläumswochenende sorgte für volle Straßen und beste Stimmung in der Festungsstadt Kufstein. © Kufsteinerland / Maximilian Kuen

Ergebnisse

Radmarathon:

Damen

1. Brigitte Filensky (Germany- ) 3:18:03.6
2. Lisa Hartung (Germany-) 3:18:40.1
3. Tjade Scharer (Germany-) 3:24:58.1

Herren

1. Christian Oberngruber (Austria)- 2:59:22.8
2. Jasper Britz (Germany-) 3:03:07.7
3. Maximilian Kuen (Austria-) 3:03:07

Panoramarunde (48 km):

Damen

1. Jessica Pieper (Deutschland- R.C. Die Schwalben München) 1:20:54,8
2. Julia Jäger (Deutschland) 1:21:13,4
3. Madeleine Vieter (Österreich- Nordic Team Absam) 1:23:10,2

Herren:

1. Christian Schmitt (Österreich- RCC/ Lindi Bike Race-Team) 1:14:33,8
2. Michael Reisecker (Österreich- NEUBIKE Racing) 1:14:36,6
3. Bernhard Mair (Österreich-moveeffect TOMORIS UCT OÖ) 1:15:09,9 

Seenrunde (95.0 km):

Damen

1. Nina Gunther (Germany – Sturmvogel München) 2:35:41.1
2. Sophia Moosbrugger (Austria) 2:38:35.7
3. Johanna Brand (Germany) 2:43:33.7

 Herren

1. Johannes Lener (Austria – Radgut Bikestore & Werkstore) 2:21:35.3
2. Marcel Machner (Austria – RSV 1895 Passau) 2:21:35.5
3. Fabian Reischenböck (Austria – RSV Atterbiker) 2:21:37.1

Handbike (48 km):

Damen

1. Cornelia Wibmer (Austria) 1:44:53.8
2. Emma Krabath (Austria) 2:59:19.4

Herren

1. Alexander Gritsch (Austria) 1:23:12.5
2. Elmar Sternath (Germany) 1:45:04.7
3. Benjamin Hundsbichler (Austria) 1:46:27.8

 Weiterführende Infos und Ergebnisse unter https://www.kufsteinerland-radmarathon.at/ und unter https://my.raceresult.com/357811/results

___________________________________________________________________

Zeichen „Headline“ (inkl. Leerzeichen):                      397

Zeichen „Fließtext“ (inkl. Leerzeichen):                       7.169

Bilder zum Download