Alpbachtal Tourismus Zukunftstag: Wofür die Region steht und wie neue Ideen entstehen

Aktualisiert am 26.10.2026 | Alpbachtal

Am 23. Oktober fand der 4. Alpbachtal Tourismus Zukunftstag im Congress Centrum Alpbach statt. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung der Marke, konkrete Projekte im Lebensraum und künstliche Intelligenz im Gästezimmer. Höhepunkt des Abends war der Vortrag des Neurowissenschaftlers und Bestsellerautors Henning Beck über die Entstehung neuer Ideen.

v.l.: Obmann Frank Kostner, Marketingleitung Petra Cosentino, Nachhaltigkeitskoordinatorin Birgit Angermair, Neurowissenschafter Dr. Henning Beck, Geschäftsführer Wolfgang Kostenzer. © Gabriele Griessenboeck

Alpbach – Berge, Familienangebote, gutes Essen und Natur. Das können viele Destinationen. Das Alpbachtal zeigt künftig noch klarer, was die Region unverwechselbar macht. Am Freitagabend stellte Geschäftsführer Wolfgang Kostenzer die Weiterentwicklung der Marke vor. Die zehn Orte rücken dabei als eine Destination zusammen.

Der Markenansatz beginnt bereits beim Namen. „Alp, Bach und Tal“ stehen für drei Seiten der Region. Die Alp fordert heraus und macht Lust aufs Entdecken. Der Bach begleitet mit Leichtigkeit. Das Tal empfängt Gäste mit Ruhe, Tiefe und echten Begegnungen.

Kostenzer machte deutlich, dass die Marke nicht neu erfunden wird. Sie bündelt, was die zehn Orte bereits verbindet. Und sie gibt dem Alpbachtal eine klarere gemeinsame Sprache. „Loslassen gelingt nur dort, wo Menschen sich sicher und gut aufgehoben fühlen. Deshalb tritt das Alpbachtal nicht lauter auf als andere. Wir zeigen klar, wofür unsere Region steht und sind stark genug, um loszulassen“, erklärt Kostenzer den Leitgedanken dahinter.

Geschäftsführer Wolfgang Kostenzer © Gabriele Griessenboeck

Mit einer einheitlichen Bildsprache und klaren Geschichten gewinnt das Alpbachtal in den relevanten Märkten ein klares Profil. Ab 2027 erscheint zudem ein Alpbachtal Magazin im Printformat, das besondere Geschichten aus der Region erzählt.

Wie digitale Hilfe die persönliche Gastfreundschaft stärkt, zeigte Marketingleiterin Petra Cosentino am Beispiel des Alpbachtal Voice Concierge. Rund 500 Sprachassistenten stehen seit Sommer letzten Jahres in Gästezimmern von mehr als 20 Beherbergungsbetrieben bereit. Sie beantworten Fragen nach dem WLAN-Passwort genauso wie nach der nächsten Busverbindung. „Allein im Dezember 2025 stellten Gäste 8.279 Anfragen, beinahe eine pro Zimmer und Tag“, sagte Cosentino. Die Zahl verdeutlicht die hohe Akzeptanz des Service bei den Gästen.

Marketingleitung Petra Cosentino © Gabriele Griessenboeck

Neu ist eine KI-Funktion, mit der Gäste mit dem Voice Concierge ein richtiges Gespräch führen und auch nachfragen können. Sie greift ausschließlich auf geprüfte Informationen des Tourismusverbands zurück.

„KI ersetzt keine Gastfreundschaft, sie schafft Platz dafür“, betonte Cosentino. Wenn der digitale Concierge wiederkehrende Fragen beantwortet, bleibt Gastgeberinnen und Gastgebern mehr Zeit für persönliche Aufmerksamkeit.

Nachhaltigkeitskoordinatorin Birgit Angermair stellte konkrete Schritte für den Lebensraum Alpbachtal vor. Im Mittelpunkt steht die Vorbereitung auf die Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Tourismusdestinationen.

Neun von zehn Gemeinden haben ihre Beteiligung bereits per Gemeinderatsbeschluss bestätigt. Der Tourismusverband, die Gemeinden und touristische Partner tragen die erforderlichen Unterlagen zusammen und bearbeiten die einzelnen Kriterien des Katalogs. Die Einreichung ist bis Jahresende vorgesehen. Danach folgt das Audit im Zertifizierungsprozess.

„Die Ausgangslage ist gut. 19 Unterkünfte, acht Gastronomiebetriebe und das Congress Centrum Alpbach tragen das Österreichische Umweltzeichen bereits“, sagt Angermair.

Nachhaltigkeitskoordinatorin Birgit Angermair © Gabriele Griessenboeck

Parallel erarbeiten derzeit Alpbachtal Tourismus, die Gemeinden und Leistungspartner die Grundlagen für eine Bürgerkarte. Inhalte, Leistungen und der Startzeitpunkt befinden sich noch in Abstimmung. „Details dazu geben wir bekannt, sobald die gemeinsamen Arbeiten abgeschlossen sind“, so Angermair.

„Entscheidend ist, was im Alltag ankommt“, sagt Angermair. Ein Beispiel ist der kostenlose Klamm Express zur Tiefenbachklamm. Er brachte während der Saison durchschnittlich rund 300 Fahrgäste pro Betriebstag ans Ziel. Der Tourismusverband setzt den Shuttle an stark frequentierten Tagen zur Besucherlenkung entlang der Brandenberger Ache ein.

Den Höhepunkt des Abends setzte Henning Beck. Der Neurowissenschaftler und Deutsche Science-Slam-Meister, dessen Bücher mehrfach auf der Spiegel-Bestsellerliste standen, zeigte unter dem Titel „Biologie des Geistesblitzes“, wie neue Ideen im Gehirn entstehen und warum ein Perspektivwechsel oft der Anfang von Innovation ist.

Neurowissenschafter Dr. Henning Beck © Gabriele Griessenboeck

„Informationen sind heute permanent verfügbar. Wir dürfen Informationen aber nicht mit Wissen verwechseln“, sagte Beck. Entscheidend sei, Informationen in neue Zusammenhänge zu bringen. Genau darin liege die menschliche Stärke und der Ausgangspunkt für kreative Ideen.

So wurde Becks Keynote auch zum passenden Gedanken für den Zukunftstag: Neue Wege beginnen mit der Bereitschaft, Bekanntes anders zu sehen.

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