Kultur im Tannheimer Tal

Aktualisiert am 27.10.2026 | Tannheimer Tal

Das Tannheimer Tal, eines der schönsten Hochtäler Europas, ist mehr als eine Naturkulisse. Hier steckt Geschichte in jedem alten Dachbalken, in den Händen der Menschen, die ihr Handwerk pflegen, und in den Feuern, die jeden Sommer nachts an den Berghängen leuchten.

Wer nach Tannheim kommt, staunt oft: ein so kleiner Ort, und gleich zwei Heimatmuseen. Doch die beiden Häuser könnten kaum unterschiedlicher sein. Das Heimatmuseum erzählt die Geschichte der Region, das Felixé Mina‘s Haus dagegen die einer einzigen Familie über sieben Generationen. Seit 1698 lebte die Familie Zobel Schmidt unter diesem Dach: Lehrer, Musiker, ein Bürgermeister, ein Wirt. Heute ist das Haus zugleich Poststelle, Bauernladen und Heimat der Musikkapelle. „Das Felixé Mina‘s Haus ist ein tolles Beispiel dafür, wie man Alt und Neu kombiniert“, sagt Erika Neuner. Ganz in diesem Geist steht auch Floras Haus in Schattwald, ein Bauernhaus von 1540, das 2023 behutsam restauriert wurde und heute als außergewöhnlicher Ort für Begegnungen und Seminare lebt. Jürgen Hess, der das Haus wieder zum Leben erweckt hat, hat 25 Jahre lang Ausstellungen gestaltet und versteht seinen neuen Wirkungsort als das, was er immer war: „Nichts anderes als Geschichten erzählen.“

Das Felixé Mina‘s Haus in Tannheim
Das Felixé Mina‘s Haus in Tannheim © Anna Meurer

Zum kulturellen Bild des Tals gehören auch die Menschen, die hier mit ihren Händen arbeiten. Markus Wagner, eigentlich Mitarbeiter beim Tourismusverband Tannheimer Tal, graviert nebenbei Motive aus seiner Heimat auf Holz, Glas und Schiefer. Adi Schmid ist Holzschnitzer und übersetzt die Berglandschaft und Tierwelt in Holz. „An der Arbeit mit Holz fasziniert mich am meisten, dass es einfach so vielseitig ist. Man kann jede erdenkliche Form umsetzen, sei es ein Tiermotiv oder etwas ganz Abstraktes“, erklärt er. Und auf dem Käthrer Hof in Zöblen, dessen Name seit 1850 unverändert ist, lebt ein ähnliches Prinzip: selbst schlachten, selbst räuchern, selbst verkaufen. „Offen und ehrlich, das heißt für uns: die Stalltür öffnen im Sommer für Besucher und ehrliches Handwerk. Wir verwenden nur das Fleisch von unseren eigenen Tieren“, sagt die Hofbäuerin Stefanie Radolf. Wenn mal etwas ausgeht, geht es aus – das gehört dazu.

Ein besonderes Zeichen gelebter Gemeinschaft sind die Herz-Jesu-Feuer, die alljährlich an den Berghängen entzündet werden. Freundesgruppen, die sich oft schon seit der Jugend kennen, bereiten die Lichtmotive gemeinsam vor, manchmal aus über 800 einzelnen Punkten. „Für das Tannheimer Tal bedeutet das Herz-Jesu-Feuer vor allem Tradition, aber auch Zusammenhalt, das ist für uns ganz wichtig“, sagt Florian Guem. Wenn die Feuer brennen, ziehen alle gemeinsam ins Tal, zu einem Platz, von dem aus das Motiv am schönsten zu sehen ist.

31 Kirchen und Kapellen, sechs Musikkapellen mit rund 200 aktiven Musikant:innen, Platzkonzerte und Theateraufführungen runden das kulturelle Leben ab. Sie alle zeigen, wie vielfältig das Tannheimer Tal ist und dass sich ein Blick hinter die Kulissen definitiv lohnt.

Dieser Beitrag wurde eigenständig vom Tourismusverband Tannheimer Tal erstellt. Für den Inhalt, die Texte, die Bilder, die Videos und die Richtigkeit der Informationen ist exklusiv diese Instanz verantwortlich. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie gleich oberhalb. Die Tirol Werbung GmbH übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.

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