KI trifft Kunstgeschichte im Museum Tiroler Bauernhöfe
Aktualisiert am 27.06.2026 | Alpbachtal
Wie hätten Vincent van Gogh, Claude Monet oder Albin Egger Lienz das Museum Tiroler Bauernhöfe gesehen? Eine neue Sonderausstellung lädt Besucher ab 6. Juli zu einer außergewöhnlichen Zeitreise durch die Kunstgeschichte ein.

Kramsach – Die historischen Stuben und Höfe bilden den Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Ausstellung im Kramsacher Freilichtmuseum. Unter dem Titel „KI trifft Kunstgeschichte, wie große Meister das Museum gesehen hätten“ werden Originalaufnahmen des Museums mithilfe Künstlicher Intelligenz im Stil berühmter Künstler neu interpretiert.
Mal scheint Vincent van Gogh durch die Gassen spaziert zu sein. Wenige Schritte weiter eröffnet Albin Egger Lienz seinen Blick auf die Tiroler Berglandschaft. Claude Monet taucht historische Gebäude in weiches Licht, Giuseppe Arcimboldo erschafft aus Bauernhof, Bäumen und Landschaft ein surreales Porträt. Auch Werke im Stil von Johannes Vermeer, Gustav Klimt, Edvard Munch und weiterer Künstler sind zu sehen. Jede Arbeit eröffnet eine neue Perspektive auf das Museum, als hätten die Künstler selbst einen Rundgang durch die historischen Höfe gemacht.
„Wir wollten keine Ausstellung über Künstliche Intelligenz machen. Uns interessiert vielmehr die Frage, wie sich Geschichte, Kunst und moderne Technologie begegnen können. Die Besucher erleben vertraute Orte aus völlig neuen Blickwinkeln und entdecken dabei vielleicht auch das Museum selbst noch einmal neu“, sagt Museumsgeschäftsführer Maximilian Gögl.
Ein besonderes Merkmal der Ausstellung ist ihre vollständige Transparenz. Neben jedem Bild werden das Originalfoto, das verwendete KI-Tool sowie der eingesetzte Prompt veröffentlicht. Besucher können dadurch Schritt für Schritt nachvollziehen, wie die Bilder entstanden sind und wie unterschiedlich verschiedene Systeme dieselbe Aufgabe interpretieren. Manche Ergebnisse orientieren sich überraschend nah an den bekannten Malstilen, andere entwickeln eine ganz eigene Bildsprache.
„Als Museum sehen wir unsere Aufgabe nicht nur darin, Vergangenheit zu bewahren, sondern auch aktuelle Entwicklungen verständlich zu machen. Deshalb zeigen wir bewusst nicht nur das fertige Bild, sondern den gesamten Entstehungsprozess“, so Gögl.
Die Sonderausstellung lädt dazu ein, über Kreativität, Urheberschaft und den Einfluss neuer Technologien zu diskutieren. Gleichzeitig zeigt sie, wie unterschiedlich Künstliche Intelligenz historische Motive interpretiert und wie eng Technik und menschliche Vorstellungskraft heute bereits zusammenarbeiten.
Die Ausstellung ist ab 6. Juli im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach zu sehen und läuft bis in den Herbst. Weitere Informationen unter: www.museum-tb.at




