„S’isch Zeit – Ich bin gefragt!“: Herbstsymposium der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse Österreich bringt renommierte Expert:innen nach Hall in Tirol
Aktualisiert am 10.09.2026 | Region Hall-Wattens
Psychische Gesundheit Jugendlicher, Künstliche Intelligenz in der Psychotherapie, gesellschaftliche Verantwortung, Diversität und die Frage nach einem gelingenden Umgang mit unserer Zeit stehen am 2. und 3. Oktober 2026 im Mittelpunkt des Herbstsymposiums der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse Österreich (GLE-Ö) in Hall in Tirol.
Hall in Tirol, September 2026 – Wie können Menschen in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Unsicherheit, Beschleunigung und Veränderung Orientierung finden? Wann ist es Zeit, Position zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen? Und welche Antworten kann Psychotherapie auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen geben?
Unter dem bewusst im Tiroler Dialekt formulierten Motto „S’isch Zeit – Ich bin gefragt!“ lädt die Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse Österreich am 2. und 3. Oktober 2026 zu ihrem Herbstsymposium ins Kurhaus und Parkhotel Hall in Tirol.
Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung steht die Frage, wofür es gerade jetzt Zeit ist, aufzustehen und eine persönliche Stellungnahme zu entwickeln. Renommierte Expert:innen aus Psychotherapie (Existenzanalyse), Psychiatrie, Psychologie und Existenzanalyse setzen sich dabei unter anderem mit aktuellen Rollenbildern, Diversität, Künstlicher Intelligenz in der Psychotherapie und dem menschlichen Erleben von Zeit auseinander. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, welche Haltung Psychotherapeut:innen angesichts gegenwärtiger gesellschaftlicher Entwicklungen einnehmen können und sollen.

Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Fokus
Einen besonderen Tirol-Bezug erhält das Symposium durch Manuela Gander, PhD, Assistenzprofessorin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck. In ihrem Vortrag „Wenn Bindung fehlt: Kinder- und Jugendpsychiatrie zwischen innerer Leere und digitaler Fülle“ beschäftigt sie sich mit Leistungsdruck, Identitätssuche, digitalen Medien und der Bedeutung tragfähiger Beziehungen für die psychische Gesundheit junger Menschen.
Das Tagungsprogramm verweist dabei auf Daten der Universitätsklinik Innsbruck, wonach rund 100 Jugendliche auf einen Therapieplatz warten und viele der Betroffenen unter Depressionen, Ess- oder Angststörungen leiden. Gander richtet den Blick deshalb insbesondere auf Bindung, Ressourcen und die Zusammenarbeit von Kliniken, Schulen, Familien und Gesellschaft.
Was bedeutet Künstliche Intelligenz für die Psychotherapie?
Mit einem der derzeit meistdiskutierten Zukunftsthemen der Psychotherapie beschäftigt sich Univ.-Prof.in Dr.in Christiane Eichenberg, Leiterin des Instituts für Psychosomatik an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien.
Ihr Vortrag „Künstliche Intelligenz in der Psychotherapie: Chancen, Herausforderungen und klinische Implikationen“ beleuchtet Einsatzmöglichkeiten von KI von Selbsthilfe, Diagnostik und Früherkennung bis hin zu Behandlungsplanung, Therapieverlaufskontrolle, Forschung und Ausbildung. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich KI auf die therapeutische Beziehung auswirkt – und wie sie eingesetzt werden kann, ohne die personale Begegnung zwischen Menschen zu gefährden.
Psychotherapie zwischen Neutralität und gesellschaftlicher Verantwortung
Für einen weiteren gesellschaftspolitischen Schwerpunkt sorgt Mag.a Barbara Haid, MSc, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie. Unter dem Titel „Unpolitisch? Unmöglich! Warum Psychotherapie Haltung braucht“ thematisiert sie das Spannungsfeld zwischen therapeutischer Neutralität, gesellschaftlicher Verantwortung und berufspolitischem Engagement.
Ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch eine Podiumsdiskussion zur Frage „Haltung zeigen? Psychotherapeut:innen zwischen Neutralität und Engagement“.
Von Zeit und Sinn bis Diversität und Körperpsychotherapie
Zu den weiteren Vortragenden zählen unter anderem Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek mit einer phänomenologischen und sozialästhetischen Betrachtung unseres Erlebens von Zeit, Ingo Zirks zum Thema sexuelle Vielfalt und Diversität, Markus Angermayr zur körperorientierten Personalen Existenzanalyse sowie Dr. Dr. Alfried Längle, Mitbegründer der modernen Existenzanalyse.
Längle schließt das Symposium mit der existenziellen Frage, wie Menschen ihr Leben ergreifen, gestalten und sich selbst in die Welt einbringen können.
Neben den Plenar- und Impulsvorträgen bietet das Symposium zwölf Workshops, die von Spiritualität, Meditation und Sinnorientierung über Sexualität und Rollenbilder bis hin zu körperorientierter Existenzanalyse und Männergesundheit reichen.
Hall in Tirol als Ort der Begegnung
Auch das Rahmenprogramm stellt Begegnung und Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Organisiert werden unter anderem ein musikalisch begleiteter Stadtrundgang durch Hall, eine Diplomfeier sowie ein Festabend mit Buffet, Live-Musik und Tanz.
Termin: 2.–3. Oktober 2026
Ort: Kurhaus & Parkhotel Hall in Tirol
Veranstalter: Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse Österreich (GLE-Ö)
Das Symposium ist unter anderem als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung durch BÖP, Ärztekammer und ÖBVP anerkannt.
Interview- und Medienangebot
Für Medienvertreter:innen besteht die Möglichkeit, Interviews mit der Kongressleitung sowie – nach Verfügbarkeit und vorheriger Abstimmung – mit ausgewählten Referent:innen zu führen.
Mögliche Interviewthemen sind unter anderem:
- psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Tirol
- Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Psychotherapie
- Psychotherapie zwischen Neutralität und gesellschaftlicher Verantwortung
- Zeitdruck, Beschleunigung und psychische Gesundheit
- Diversität und sexuelle Vielfalt in der Psychotherapie
- Sinn, Orientierung und persönliche Verantwortung in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten
Pressekontakt / Interviewanfragen
Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse Österreich (GLE-Ö)
Erzbischofgasse 14, 1130 Wien
Tel.: +43 1 897 43 39
E-Mail: sekretariat@existenzanalyse.at
Weitere Informationen und Anmeldung:
https://www.existenzanalyse.at/veranstaltung-herbstsymposium-der-gle-oesterreich-2026-restplaetze-noch-vorhanden