Urlaub in Tirol bleibt gefragt: Sommersaison mit positivem Ergebnis
Aktualisiert am 22.10.2026 | Tirol Werbung
Tirols Anziehungskraft als Reiseziel ist ungebrochen. Nach fünf von sechs Monaten der aktuellen Sommersaison weist die Tourismusstatistik eine positive Bilanz aus: 21,4 Millionen Übernachtungen bedeuten ein Plus von 2,8 Prozent, die Ankünfte sind um 4,8 Prozent auf 6,2 Millionen gewachsen. Für den kommenden Winter ist die Nachfrage aktuell noch etwas verhalten, die Buchungslage liegt leicht hinter dem Vorjahr zurück.

Innsbruck, 22. Oktober 2026 – Die touristische Sommersaison endet mit 31. Oktober, doch eines zeigt sich bereits jetzt: Es ist fast ein Sommer wie damals. Mit der aktuellen Nächtigungsbilanz nähert sich das Ergebnis den Werten aus den frühen 1990ern. In der bisher nächtigungsstärksten Sommersaison 1991 standen für den Zeitraum Mai bis September 21,8 Millionen Nächtigungen zu Buche, heuer sind es 21,4 Millionen. Der aktuelle Wert entspricht gleichzeitig einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Ankünfte sind um 4,8 Prozent auf 6,2 Millionen gestiegen. Wermutstropfen bleibt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer, die im bisherigen Sommer bei 3,4 Tagen und damit um 0,1 Tag unter dem Vorjahr liegt. Gestiegen ist hingegen die Wertschöpfung, die nach einer ersten Berechnung des MCI Tourismus für die diesjährige Sommersaison 2,7 Milliarden Euro beträgt. Das kommt gegenüber dem Vorjahr einem realen Wachstum von 2,4 Prozent gleich.

„Der Sommer ist in puncto Nachfrage eine Erfolgsgeschichte“, bringt es Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber auf den Punkt. Zu verdanken sei dies insbesondere den Investitionen der heimischen Tourismusbranche. „Diese dynamische Entwicklung des Sommerangebots hat eine große Anziehungskraft und Vielfalt bewirkt – von den Unterkünften über die Sommerbergbahnen bis zu Weitwanderstrecken oder Bikeparks“. Potenzial gebe es allerdings noch bei der Wertschöpfung. „Da gilt es, den Sommer stärker in Wert zu setzen“, so Landesrat Gerber. Die durchschnittlichen Tagesausgaben der Urlaubsgäste liegen im Sommer bei 179 Euro, im Winter bei 237 Euro (jeweils ohne Anreise).
Kernmärkte bilden stabile Basis
Getragen wird das Wachstum in der bisherigen Sommersaison von den Kernmärkten. Deutsche Gäste verbrachten 12,2 Millionen Nächte in Tirol, das entspricht einem Plus von 2,0 Prozent. Ebenfalls gewachsen ist der Heimmarkt Österreich – um 1,5 Prozent auf 2,0 Millionen Nächtigungen. Den größten Anteil an den rotweißroten Nächtigungen steuern die Tiroler Gäste mit 390.000 bei. Deutlich gewachsen ist der Herkunftsmarkt Niederlande: Mit 1,8 Millionen Übernachtungen liegen diese 9,8 Prozent über dem Vorjahr. Auch die weiteren Top-5-Herkunftsmärkte Schweiz – 1,0 Millionen Übernachtungen (+2,5%) – und Belgien – 630.000 Übernachtungen (+1,8%) – entwickelten sich im bisherigen Sommer positiv.
„Die Kernmärkte sind und bleiben die Basis des heimischen Tourismus“, bestätigt Tirol Werbung-Geschäftsführerin Karin Seiler. Rund 80 Prozent der Nächtigungen stammen von den vier wichtigsten Märkten Deutschland, Österreich, Niederlande und Schweiz. Dort sei man auch mit der Sommerkampagne unter dem Titel „Tirol – immer für dich da“ am aktivsten gewesen. „Gleichzeitig arbeitet die Tirol Werbung an einer neuen Märkte- und Internationalisierungsstrategie. Damit wollen wir gezielt wertschöpfungsstarke Märkte ansprechen, die Abhängigkeit von einzelnen Märkten reduzieren und saisonale Spitzen entzerren. So setzen wir unseren Weg in Richtung ausgeglichenem Ganzjahrestourismus fort, den wir seit mehreren Jahren konsequent verfolgen und dessen Früchte wir nun ernten“, so Seiler.

Aus Sicht der Tiroler Tourismusverbände ist die wirtschaftliche Stärke eng mit der Verantwortung für die Regionen und ihre Lebensräume verbunden. „Der Tourismus ist für Tirol ein wichtiger Stabilitätsanker und Wirtschaftsmotor. Seine Bedeutung zeigt sich aber nicht nur in Nächtigungen und Wertschöpfung, sondern auch darin, dass die Tourismusverbände in Infrastruktur, Lebensraum und regionale Angebote investieren,“ betont Adrian Siller, Vorstandsmitglied des Verbands der Tiroler Tourismusverbände. Der jährlich erscheinende Nachhaltigkeitsbericht mache dies anhand konkreter Kennzahlen und Maßnahmen sichtbar: etwa bei der Unterstützung der regionalen Landwirtschaft und der Weiterentwicklung der Vor-Ort-Mobilität. „Darüber hinaus ist bereits ein Drittel der Tiroler Tourismusverbände mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert, weitere Verbände befinden sich im Zertifizierungsprozess“, so Siller.

Leicht verhaltener Ausblick auf den Winter
Was die kommende Wintersaison betrifft, ist die Nachfrage derzeit von Zurückhaltung geprägt. Zwar sind 72 Prozent der befragten Betriebe laut Tourismusbarometer mit der Buchungslage für die kommende Wintersaison zufrieden oder sehr zufrieden. Im Vorjahr lag dieser Wert allerdings bei 82 Prozent.
Ein detaillierterer Blick auf die einzelnen Monate bestätigt eine Entwicklung, die sich seit längerem abzeichnet: März und April sind laut Tourismusbarometer in puncto Nachfrage herausfordernd. Das untermauert auch das Preis- und Buchungsmonitoring der Tirol Werbung, das für diese beiden Monate eine Nachfrage unter dem Wert des vergangenen Winters ausweist. „Das Reiseverhalten ändert sich. Trotz vielfach bester Pistenbedingungen im Spätwinter orientieren sich viele Menschen zu dieser Zeit bereits in Richtung Sommeraktivitäten und wärmere Gegenden“, bringt es Landesrat Gerber auf den Punkt.
Spätwinter und qualitative Entwicklung im Fokus
Die Tirol Werbung hat daher unter dem Titel „Attraktiver Ganzjahrestourismus“ ein Projekt gestartet, um Randzeiten gezielt zu stärken. Unter anderem soll auch dem Spätwinter mehr Schwung verliehen werden. „17 Tourismusverbände – vor allem aus dem Tiroler Unterland – arbeiten aktiv daran mit und entwickeln passende Angebote“, berichtet Karin Seiler. Darüber hinaus sind in der neuen Märkte- und Internationalisierungsstrategie konkrete Maßnahmen enthalten, um diesen Zeitraum zu forcieren. „Unter dem Titel ,Winter verlängern‘ setzen wir beispielsweise gemeinsam mit acht Tourismusverbänden eine zusätzliche Kampagne für die Monate März bis Mai um, um die Nachfrage für diesen Zeitraum zu fördern“, so Seiler.
Auch Adrian Siller unterstreicht: „Gerade bei veränderten Saisonverläufen braucht es regionale Lösungen, die zu den jeweiligen Gegebenheiten passen.“



