Wandern mit Alpakas und Lamas im Alpbachtal
Aktualisiert am 01.02.2026
Wer eine besondere Auszeit sucht, entdeckt auf leisen Sohlen eine der flauschigsten Wanderbegleitungen der Alpen. Lamas und Alpakas führen auf verborgenen Wegen rund um das Kramsacher Seenplateau und sorgen für Entschleunigung und echte Erholung.

Im Alpbachtal hat der Tag gerade erst begonnen, als am Freifußhof von Karoline Atzl eine kleine Gruppe zur geführten Alpaka-Wanderung startet. Die Gäste sind neugierig, zupfen an ihren Jacken, halten ihre Handys für das erste Foto bereit. Mittendrin steht Michel, das beige Lama mit dem wachen Blick und freundlichem Gesicht. Karoline gibt den Teilnehmenden eine kurze Einführung und bringt drei Lamas aus dem offenen Stall. „Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter. Schauen wir mal wer zu wem passt“, lächelt sie.
Mit Michel & Co durchs Winterwunderland: flauschige Gefährten mit viel Persönlichkeit
Der Freifußhof trägt seinen Namen schon seit dem 18. Jahrhundert, als ein gewisser „Veit Freifuß“ das Land im heutigen Fachental erwarb. Die Vorstellung, dass ein Mann mit diesem Namen hier einst frei und unbeschwert unterwegs war, gefällt Karoline besonders.

Seit über 10 Jahren führt die 40-jährige Gäste auf verschiedene Strecken durch das Seenplateau von Kramsach. Auf ihrem Hof leben mehrere Lamas und Alpakas gemeinsam in einem Offenstall. Das ist auch wichtig, wie Karoline betont: „So wie sich ein einziger Tiroler in Hamburg allein fühlen würde, brauchen auch Alpakas und Lamas immer ein paar Tiere der eigenen Art in ihrer Herde“, lacht sie über ihr Beispiel. Was ist der Unterschied zwischen Lamas und Alpakas? Lamas sind größer, ruhiger und etwas einfacher zu führen, während Alpakas kleiner, etwas quirliger und für ihr besonders putziges Gesicht bekannt sind. Beide Arten bringen ihre ganz eigene Persönlichkeit in die Herde. „Beide können übrigens spucken, aber das machen sie nur untereinander, keine Sorge“, schmunzelt Karoline.
Wandern heißt: Sich auf das Tier einlassen

Bevor es losgeht, erklärt sie: „Diese Tiere nehmen dich nur ernst, wenn du selbstbewusst auftrittst. Wenn man unkonzentriert oder unsicher ist, spürt das das Tier sofort.“ Streicheln ist erlaubt, aber bitte nur mit dem Handrücken am Hals. „Im Gesicht mögen sie das nicht, aber sie wissen, dass Menschen das brauchen und lassen es über sich ergehen.“ Die Tiere stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Sie kommunizieren mit ihrer Körperhaltung und mit leisen Lauten, die wie ein Murmeln klingen.
Über den „Eiskeller“ zum Reintalersee
Der Weg führt über den frostigen „Eiskeller“, einen schattigen Hohlweg, der seinen Namen bei den Einheimischen zu Recht trägt. Die Lamas gehen ruhig voran, ihre aufrechte Haltung und der sanfte Tritt übertragen sich rasch auf die Gruppe. Oben angekommen zeigt Karoline auf die umliegenden Gipfel und gibt Tipps, was Gäste in der Region sonst noch entdecken können. Schritt für Schritt nähern sich die Wanderer dem Seenplateau von Kramsach. Bald weitet sich der Blick auf die Kramsacher Seen. Besonders beeindruckend liegt der Reintalersee unterhalb der Gruppe: Von Bergen umrahmt glitzert er im Winterlicht. Hier, abseits der Alltagshektik, bleibt Zeit für einen tiefen Atemzug und eine Pause mit tierischer Begleitung.

Nach rund zwei Stunden geht es entspannt zurück. Und damit das Erlebnis noch lange in Erinnerung bleibt, erhalten Kinder am Ende einen tollen Lama-Stempel auf die Hand. „Das lieben meine kleinen Besucher.“
Tierische Begegnungen am Zaun ganz ohne Führung
Wer die flauschigen Vierbeiner ohne Führung besuchen möchte, kann das ebenfalls tun. Jeden Freitag zwischen 15 und 17 Uhr ist der Hofladen am Freilufthof geöffnet. Dann kann man nicht nur Mützen, Schals und Seife aus der besonders warmen Alpakawolle kaufen, sondern auch am Zaun einen Blick auf Michel und seine Freunde werfen. Ein kurzer Plausch mit Karoline gehört fast immer dazu. Es ist die perfekte Gelegenheit, das sanfte Wesen der Tiere in aller Ruhe kennenzulernen.

Mehr als nur Wandern: Ein Erlebnis, das bleibt
Bis zu 5 Touren pro Woche führt Karoline mit maximal 10 Teilnehmern. Mit der Alpbachtal Card kostet die Tour für Erwachsene 20 Euro, Kinder zahlen 8 Euro. Nach dem Kennenlernen am Freifußhof geht es mit den drei Lamas durch das winterliche Kramsach bis hin zu den Seen – eine entspannte Erfahrung für Groß und Klein. Jedes Jahr im Mai schert Karoline ihre Tiere und bringt die Wolle zu verschiedenen Verarbeitern. So kann man mit etwas Glück sogar die Kappe oder Pantoffeln seines Begleiters kaufen. Und beim Schenken an Alpakas denken! Gutscheine für das tierische Abenteuer gibt es ebenfalls im Hofladen.
Warum Lama- und Alpakawandern guttut?

Wer mit diesen Tieren durch die Natur wandert, erlebt weit mehr als nur eine landschaftlich reizvolle Tour. Der Kontakt zu Tieren reduziert Stress, fördert das Wohlbefinden und senkt sogar den Blutdruck. Lamas und Alpakas strahlen eine besondere Ruhe und Gelassenheit aus, die sich fast automatisch auf ihre Begleiter überträgt. Das gleichmäßige Schreiten, das bewusste Abschalten vom Alltag und die Interaktion mit dem Tier wirken entschleunigend – eine wohltuende Auszeit für Körper und Geist. Auch Kinder und Jugendliche finden plötzlich Freude am Gehen und begegnen der Natur mit neuen Augen. Wer sich auf diese tierische Wanderung einlässt, nimmt nicht nur schöne Erinnerungen, sondern auch eine neue Leichtigkeit mit nach Hause.

Freifußhof Lamas & Alpakas
Fachental 19, A-6233 Kramsach
+43 660 1251501
karoline@freifusshof.at








