Daten & Zahlen zum Tourismus in Tirol

Der Tourismus kann in Tirol auf eine lange Tradition zurückblicken. Während man bis etwa Ende des 19. Jahrhunderts von einem sogenannten "Durchgangs-Fremdenverkehr" in Tirol spricht - Tirol lag im Schnittpunkt wichtiger Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen - stieg am Beginn des 20. Jahrhunderts die Nachfrage nach Tirol als Urlaubsland.

Seebensee, Tiroler Zugspitz Arena
©Tirol Werbung / Heinzlmeier Bert

Tourismusland Tirol

Wenn Tirol als Tourismusland bezeichnet wird, dann zu Recht. Fast 25.000 Betriebe leben in Tirol direkt vom Tourismus und jede Nacht könnten sich 340.000 Gäste gleichzeitig zur Ruhe begeben, denn so viele Betten stehen zur Verfügung. Der Nutzen für die anderen Wirtschaftzweige liegt auf der Hand. Ebenso die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Der Tiroler Tourismus beschäftigt rund 55.000 Erwerbstätige.

Aufschwung des Tourismus

Speziell nach dem 2. Weltkrieg nahm in Tirol sowohl der Sommer- als auch der Wintertourismus stark zu. Wurden im Jahr 1950 noch rund 2,3 Millionen Nächtigungen in Tirol registriert, so waren es 1960 schon über 11,8 Millionen und im Jahr 1980 rund 38 Millionen Übernachtungen. Im Jahre 1992 wurde mit rund 45,8 Millionen Nächtigungen vorerst der Höhepunkt erreicht. Ein Jahr zuvor hatte die Sommersaison 1991 mit etwas über 23 Mio. Nächtigungen den Tirolern das beste Sommerergebnis beschert. In der Folge sank die Bedeutung des Sommers und damit auch die Zahl der Nächtigungen auf rund 17 Mio. im Sommer 2001. Seit 2009 weisen die Übernachtungszahlen im Sommer wieder stetig nach oben. Im Jahr 2016 wurden erstmals seit 1994 wieder mehr als 20 Mio. Nächtigungen erzielt. Der Wintertourismus wies in den 1990er-Jahren zwischenzeitlich eine rückläufige Tendenz auf. Ab der Wintersaison 1997/98 ging es aber wieder fast kontinuierlich aufwärts. Im Winter 2004/05 übersprangen die Nächtigungen im Winter erstmals die 25-Millionen-Marke. Im Winter 2016/17 gab es mit 26,8 Mio. Nächtigungen den bisherigen Höchstwert. Und mit 47,6 Mio. Nächtigungen im Tourismusjahr 2015/16 wurde der Höchstwert von 45,8 Mio. aus dem Jahr 1991/92 erstmals übertroffen.

Winter 2018/19

Mit einem ausgeglichenen Ergebnis wurde der Bergwinter 2018/19 abgeschlossen: Während die Übernachtungen leicht um 0,4 Prozent zurückgegangen sind, verzeichnete die Branche bei den Ankünften ein leichtes Plus um 0,7 Prozent. Die Aufenthaltsdauer lag in der Wintersaison 2018/2019 durchschnittlich bei 4,4 Tagen und lag damit gleichauf mit dem Vorjahr. 

Sommer 2019

Rund 6,2 Millionen Gäste kamen im Zeitraum von Mai bis Oktober 2019 nach Tirol. Die Übernachtungen beliefen sich auf 22,2 Millionen, das bedeutet ein leichtes Plus zum Vorjahr - wie auch ebi den Ankünften. Die Wertschöpfung stieg laut ersten Berechnungen des MCI damit um 2,3 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist konstant geblieben und liegt weiterhin bei 3,6 Tagen.

Tourismusjahr 2018/19

Mit dem Abschluss der Sommersaison ist auch das Tourismusjahr 2018/19 zu Ende gegangen. Dessen Bilanz weist ein leichtes Plus auf. Die Ankünfte haben um 1,1 Prozent auf 12,4 Millionen zugelegt, die Übernachtungen um 0,5 Prozent auf 49,6 Millionen.Die Aufenthaltsdauer liegt über das Tourismusjahr betrachtet bei 4,0 Tagen und ist damit konstant zum Vorjahr.

Facts 

  • Der Winter ist (erst) seit Anfang der 1990er Jahre die stärkere Saison
  • Die Übernachtungen stiegen in den vergangenen 10 Jahren um +13,7%
  • Die Ankünfte hingegen nahmen um +35% zu (Trend zu kürzeren Reisen)
  • Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist auf 4 Tage gesunken
  • Die Gäste verweilen im Winter länger in Tirol als im Sommer (Winter: 4,5 Tage, Sommer 3,6 Tage)
  • 2/3 aller Übernachtungen entfallen auf die Hotellerie
  • Jedes zweite der ca. 360.000 Betten Tirols entfällt auf die Hotellerie, ein Drittel auf Ferienwohnungen und 7% auf Privatquartiere
  • Die höchste Auslastung gibt es in der gehobenen Hotellerie
  • Auslastung im Winter (44,6%) allgemein höher als im Sommer (33,7%)
  • Der Tiroler Tourismus beschäftigt rund 55.000 Erwerbstätige, 55% davon im Beherbergungs- und Gaststättenwesen
  • Die Tagesausgaben der Gäste (exkl. Anreise) sind im Winter mit 186 Euro höher als im Sommer mit 137 Euro.*
  • Tourismus generiert 8,4 Mrd. Euro Umsatz (6,7 Mrd. aus Nächtigungstourismus, 1,7 Mrd. aus Tagestourismus)
  • Die touristische Bruttowertschöpfung Tirols beträgt 4,5 Mrd. Euro
  • Anteil des Tourismus am BIP in Tirol ca. 17,5%, in den Tourismuszentren ist dieser Wert weitaus höher
  • In Österreich liegt der Anteil bei 7%

* Quellen: T-Mona Sommer 2018 und Winter 2017/18, WK Tirol, Landesstatistik, MCI Tourismus

Die Rolle der Tirol Werbung im Tiroler Tourismus

Die Tirol Werbung erhielt mit 1. Jänner 2011 eine neue Organisationsstruktur, um die Aufgaben als Landestourismusorganisation optimal zu bewältigen. Dazu zählt die Führung der Marke Tirol, die Steuerung des touristischen Marketings, Grundlagenarbeit wie Markt- und Trendforschung sowie die Funktion als Informations- und Servicecenter für Gäste und Marktpartner. Die Tourismusstrategie des Landes ist im Tiroler Weg 2021 festgeschrieben. Dieser fußt auf drei Säulen, aus denen sich Handlungsfelder und Maßnahmen ableiten:

  • Tirol ist Lebens- und Erholungsraum zugleich
  • Die Unternehmensstruktur im Tiroler Tourismus ist familiengeprägt und generationenüergreifend
  • Tirol ist anerkannter Kompetenzführer im alpinen Tourismus 

Mehr Informationen: http://www.tirolwerbung.at/tiroler-tourismus/tirols-tourismusstrategie/ 

Tirol Tourism Research

Aktuelle und detaillierte Statistiken bietet Tirol Tourism Research (TTR) - das zentrale Wissensportal für den Tiroler Tourismus. Die Tirol Werbung und das MCI Tourismus bieten mit dieser Onlineplattform direkten Zugriff auf eine Fülle von Informationen und Daten.
http://www.ttr.tirol/

Lebensraum Tirol Holding GmbH

Die Tirol Werbung GmbH ist seit 1. Jänner 2019 Teil der Lebensraum Tirol Holding GmbH, unter deren Dach sich auch die Standortagentur Tirol sowie die Agrarmarketing Tirol versammeln. Die Tirol Holding ist hundertprozentige Eigentümerin dieser drei Tochtergesellschaften. Auch die Marke Tirol wird für den gesamten Standort von der Tirol Holding zentral strategisch gesteuert.