Ellmau: Screening-Straße in Betrieb

Am Dienstag, den 9. Juni 2020, haben die vorbeugenden Coronatests für Tourismus-MitarbeiterInnen erstmals in der eigens dafür aufgebauten Screening-Straße in Ellmau stattgefunden.

Profis am Werk: Das Test-Team des Tiroler Roten Kreuz ist perfekt eingespielt - der Test in der Screening-Straße dauert nicht einmal fünf Minuten.
Profis am Werk: Das Test-Team des Tiroler Roten Kreuz ist perfekt eingespielt - der Test in der Screening-Straße dauert nicht einmal fünf Minuten. ©TVB Wilder Kaiser

Die Region Wilder Kaiser ist eine von fünf Pilotregionen in Österreich, in denen die flächendeckende Testung von MitarbeiterInnen aus Beherbergungsbetrieben umgesetzt wird*. Nachdem am Freitag, den 29. Mai 2020 bereits 140 Mitarbeiter in zwei Beherbergungsbetrieben der Region getestet wurden, wurde heute, Dienstag 9. Juni erstmals die mobile Screening-Straße am Parkplatz WEST in Ellmau aufgebaut. Innerhalb von vier Stunden wurden rund 130 MitarbeiterInnen aus 22 verschiedenen Betrieben getestet.

Wie laufen die Tests ab?
Diese Screening-Straße kann zu Fuß, per Rad oder per Auto aufgesucht werden. Ein Abstrich dauert 1-2 Minuten und wird von einem erfahrenen Team des Roten Kreuz Tirol vorgenommen. Getestet wird auf Vorhandsein von COVID-19-Viren, nicht auf Antikörper. Nachdem es sich um vorbeugende Tests handelt, werden nur gesunde Personen ohne Symptome getestet (Personen mit Symptomen sollen sich an die 1450 oder den Hausarzt wenden). Viele MitarbeiterInnen werden bereits einige Tage vor ihrem ersten Arbeitstag getestet.
Die Kommunikation mit den Beherbergungsbetrieben und die Vermittlung der zu testenden Personen hat der Tourismusverband Wilder Kaiser übernommen. In einer Screening-Straße können 30 bis 40 Personen pro Stunde getestet werden. Die Screening-Straße ist vorerst einmal pro Woche geöffnet, je nach Anzahl der zu testenden Personen können die Öffnungszeiten auf mehrere Tage pro Woche ausgebaut werden.

Was passiert nach dem Test?
Das Testergebnis liegt in der Regel 24 Stunden nach der Testung vor. Sollte der Test eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin positiv ausfallen, wird einerseits der/die Betroffene selbst informiert, andererseits die Landessanitätsdirektion, die Landeswarnzentrale und die zuständige Bezirkshauptmannschaft. Die Bezirkshauptmannschaft ist zusammen mit dem Amtsarzt dann auch dafür zuständig, alle weiteren Maßnahmen zur Isolation bzw. Versorgung des/der positiv getesteten MitarbeiterIn zu ergreifen. Ebenso obliegt das sogenannte „Contact-Tracing“ - sprich die Ausforschung etwaiger Kontaktpersonen im privaten wie beruflichen Umfeld - der zuständigen Bezirkshauptmannschaft.

Was passiert mit Kontaktpersonen von positiv getesteten MitarbeiterInnen?
Bei den Kontaktpersonen werden zwei Personen-Gruppen unterschieden: Jene, die engeren Kontakt und jene, die losen Kontakt mit dem/der positiv getesteten MitarbeiterIn hatten. Enge Kontaktpersonen (direkter Körperkontakt bzw. weniger als 2 Meter Abstand für mehr als 15 Minuten innerhalb 48 Stunden vor dem Abstrich) werden so rasch als möglich getestet und müssen sich in behördlich verordnete Quarantäne begeben. Lose Kontaktpersonen werden erfasst und angehalten, soziale Kontakte, Reisetätigkeiten und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel freiwillig stark zu reduzieren und ihren Gesundheitszustand aufmerksam zu überwachen.Das sieht die aktuelle „behördliche Vorgangsweise bei SARS-CoV2 Kontaktpersonen: Kontaktpersonennachverfolgung“ des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in der Fassung vom 15. Mai 2020 vor. 

Reger Andrang bei der Screening-Straße in Ellmau in der Pilotregion Wilder Kaiser.
Reger Andrang bei der Screening-Straße in Ellmau in der Pilotregion Wilder Kaiser. ©TVB Wilder Kaiser

Wie geht’s in der Region Wilder Kaiser weiter? 
Die Screening-Straße wird temporär in Betrieb sein, die dafür aufgebaute Überachtung bleiben dauerhaft aufgebaut. Lukas Krösslhuber, Geschäftsführer des Tourismusverbands Wilder Kaiser, zum ersten Tag mit Test-Betrieb in der Screening-Straße: „Dank der Erfahrung des Testteams hat die erste Screening-Straße schon recht gut funktioniert. Nun gilt es die Prozesse Woche für Woche zu verbessern. Der Aufwand für die interne Abstimmung, die Logistik und die Kommunikation zu mehr als 100 Beherbergungsbetrieben ist nicht zu unterschätzen, aber für die gesundheitliche Sicherheit unserer Gäste, Mitarbeiter und Unternehmer machen wir das gerne“.

„Bereitschaft zur Mitwirkung darf Betrieben nicht zum Nachteil werden“
Krösslhuber weiter: „Wir freuen uns sehr, Pilotregion für die vorbeugenden Coronatests für Tourismusmitarbeiter zu sein. Wir haben aber auch Verständnis für die Nervosität mancher Betriebe sollte ausgerechnet in ihrem Haus der erste Fall eines positiv getesteten Mitarbeiters auftreten. Denn wo verstärkt getestet wird, gibt es auch eine größere Wahrscheinlichkeit, Infektionsfälle nachzuweisen. Das darf den Beherbergungsbetrieben, die hier bereitwillig mitmachen, dann nicht zum Nachteil werden. Wir sehen es positiv: Durch die umfassenden, wöchentlichen Tests bleiben Einzelfälle hoffentlich Einzelfälle und eine Weiterverbreitung kann von Anfang an unterbunden werden.“

Wertvolle Sicherheit für Gäste und MitarbeiterInnen 
Die Tests sieht Lukas Krösslhuber als einen zentralen Baustein für größtmögliches Wohlbefinden und Sicherheit: „Die vorbeugenden Coronatests für Tourismusmitarbeiter sind ein besonders wichtiger Baustein für die Gesundheitssicherheit, weil sie dem Gast die so wertvolle Sicherheit geben, ohne ihm Einschränkungen abzuverlangen. Durch die Tests halten sich auch die Mitarbeiter noch strenger an die Hygienemaßnahmen und wir als Tourismusverband merken, wie gut die Gesundheitsbehörden auf allfällige auftretende Fälle vorbereitet sind.“ 

*Hintergrund Pilotregion: Die Region Wilder Kaiser in Tirol ist eine von fünf Pilotregionen in Österreich für die flächendeckende Testung von MitarbeiterInnen im Tourismus. Die weiteren Pilotregionen sind: Montafon (Vorarlberg), Wachau (Niederösterreich), Spielberg (Steiermark) und Wörthersee (Kärnten). Ausgewählt wurden diese Regionen laut zuständigem Bundeministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus nach geografischen und wirtschaftlichen Kriterien, um für den Vollbetrieb die Testlogik unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen erproben zu können. Die Pilotregionen machen den Anfang, ab Juli soll der Betrieb auf ganz Österreich ausgeweitet werden. Die Teilnahme ist für die Betriebe der Region freiwillig. In einem ersten Schritt werden vor allem MitarbeiterInnen von Beherbergungsbetrieben getestet, die direkten Kontakt mit Gästen haben – etwa an der Rezeption oder im Service.

Diese Rot-Kreuz-Mitarbeiterin hat in den vergangenen Wochen schon sehr viele Abstriche genommen, am 9. Juni war sie mit ihrem Team in Ellmau im Einsatz.
Diese Rot-Kreuz-Mitarbeiterin hat in den vergangenen Wochen schon sehr viele Abstriche genommen, am 9. Juni war sie mit ihrem Team in Ellmau im Einsatz. ©TVB Wilder Kaiser
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    Profis am Werk: Das Test-Team des Tiroler Roten Kreuz ist perfekt eingespielt - der Test in der Screening-Straße dauert nicht einmal fünf Minuten.

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    Reger Andrang bei der Screening-Straße in Ellmau in der Pilotregion Wilder Kaiser.

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    Diese Rot-Kreuz-Mitarbeiterin hat in den vergangenen Wochen schon sehr viele Abstriche genommen, am 9. Juni war sie mit ihrem Team in Ellmau im Einsatz.