Tiroler Festspiele Erl: Bilanz der Winterfestspiele 2025/26
Aktualisiert am 07.01.2026
Gefeierte Belcanto-Interpretationen – Schwungvolle und bewegende Konzertprojekte –
Spannendes Genreübergreifendes – 8.000 Besucher:innen und 97 Prozent Auslastung

Mit dem Abschlusskonzert am 6. Jänner 2026 ging im Kufsteinerland die zweite Wintersaison der Tiroler Festspiele Erl unter der Intendanz von Jonas Kaufmann zu Ende. Zu Beethovens Neunter Symphonie mit Schillers Ode An die Freude, die in diesem Konzert erklang, lässt sich aus dem Blickwinkel des Veranstalters trefflich Bilanz ziehen, denn die Resonanz auf das Winterprogramm sowie der Erfolg in Zahlen bieten Anlass zur Freude. 8.000 Besucher:innen konnten begrüßt und eine Auslastung von 97 Prozent konnte erzielt werden (2024/25: 7.600 Besucher:innen). Von 13 Veranstaltungen (inklusive zweier Polsterkonzerte im Kleinen Saal) waren elf ausverkauft.
Bereits die beiden vorweihnachtlichen Programmpunkte wurden vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen: das traditionelle Bach’sche Weihnachtsoratorium, das 2025 unter der Leitung von Felix Mildenberger stand, sowie das szenische Familienkonzert Applaus für die Gebrüder Strauß!, das von Andreas Leisner musikalisch geleitet und live zeitversetzt in ORF III übertragen wurde.
Chefdirigent Asher Fisch hatte leider aufgrund einer Verletzung vor Probenbeginn seine geplanten Dirigate der Wintersaison absagen müssen und wurde im Familienkonzert, in der szenischen Opernproduktion, im Neujahrskonzert und im Abschlusskonzert von erfahrenen Kollegen vertreten.
Für große mediale Aufmerksamkeit sorgte die von Louisa Proske inszenierte und von Sesto Quatrini dirigierte Neuproduktion von Donizettis Lucia di Lammermoor, die besonders für ihre herausragende Sänger:innenbesetzung gelobt wurde. Allen voran feierten das Publikum und die Presse Sara Blanch, die Interpretin der Titelpartie, für ihre intensive sängerische und darstellerische Leistung.
Zum Belcanto-Sänger:innenfest geriet auch die konzertante Opernaufführung unter der Leitung von Giacomo Sagripanti, Bellinis La sonnambula, in der das „Traumpaar“ Jessica Pratt als Amina und Levy Sekgapane, der als Elvino eingesprungen war, für Furore sorgten.
In den Belcanto-Schwerpunkt des Erler Winters fügte sich die Lesung mit Musik nahtlos ein, mit der die Schauspielerin Caroline Peters, die Bratschistin Mariko Hara und die Pianistin Sarah Tysman gefühlvoll in das Leben der unvergleichlichen Operndiva Maria Callas eintauchten.
Ein Opernfest bot auch das Silvesterkonzert mit der Sopranistin Marina Rebeka, die bekannte Arien mit beeindruckender stimmlicher Präsenz musikalisch gestaltete. Ihr zur Seite standen Michele Gamba am Pult sowie das Orchester und der Chor der Tiroler Festspiele Erl. Beide Klangkörper stellten in den beiden Opernprojekten sowie allen Orchesterkonzerten erneut ihre Vielseitigkeit und Klasse unter Beweis.
Die Musicbanda Franui verarbeitete in ihrem neuen Projekt, das in Erl seine Uraufführung erlebte, Robert Schumanns Geistervariationen und verknüpfte diese mit Motiven anderer Komponisten sowie Videoprojektionen von Jonas Dahlberg zu einem eindrücklichen, intensiven Abend.
Im Neujahrskonzert stand mit Beomseok Yi ein langjähriges „Teammitglied“ der Tiroler Festspiele Erl am Pult. Yi, seit zehn Jahren als Kapellmeister und Leiter der Abteilung Musik tätig und bestens mit dem Orchester vertraut, begrüßte das neue Jahr mit frischen Walzer- und Polka-Interpretationen.
Im Abschlusskonzert unter Dirigent Daniele Rustioni stand neben der erwähnten Neunten von Beethoven auch Busonis Violinkonzert auf dem Programm, das von der Solistin Francesca Dego feinsinnig interpretiert wurde.
Intendant Jonas Kaufmann zieht Bilanz: „Ich danke allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne, die die zweite Wintersaison meiner Intendanz zu so einem großen Erfolg gemacht haben, sehr herzlich. Ich freue mich sehr über die außerordentlichen künstlerischen Leistungen, die wir erleben durften, und über die begeisterte Resonanz. Es zeigt sich, dass wir mit unserem Belcanto-Schwerpunkt im Winter offenbar genau ins Schwarze getroffen haben. Und unsere erstklassigen Besetzungen haben sich offensichtlich mittlerweile in Nah und Fern herumgesprochen.“
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