Das Offline Dorf. Ein Ort, der unserer Zeit fehlt
Aktualisiert am 11.02.2026
Im Juni 2026 startet im Tiroler Lechtal das nächste Offline Dorf des Offline Institute: 25 Menschen verbringen fünf Nächte im Holzgauer Haus auf 1.500 Metern Höhe. Umgeben von Wäldern und Weite. Ohne ihr Smartphone.
Es gibt Dinge, die verschwinden nicht abrupt, sondern leise: ungestörte Gespräche, Zeit, die sich nicht in
Minuten misst, Aufmerksamkeit, die nicht geteilt wird und Präsenz. Während unsere Welt immer schneller,
vernetzter und intelligenter wird, werden die Räume genau dafür seltener. Gleichzeitig rücken Einsamkeit,
Erschöpfung und Aufmerksamkeitsverlust zunehmend in den Fokus von Politik, Wissenschaft und
Öffentlichkeit.

Disconnect to connect: Das Offline Dorf ist kein Ort des Verzichts. Mit bedachten Aktivitäten und
ausgewählten Experten: innen bietet es einen kontrollierten Kontrast zum Alltag, der durchschnittlich
sieben Stunden Bildschirmzeit pro Tag fordert: Bewegung, Natur, Gemeinschaft, Kreativität, Stille und
Gespräche am Feuer. Eine klare Struktur ersetzt die permanente Ablenkung. Die Vorbereitung beginnt
bereits vor der Anreise, damit die Abwesenheit des Smartphones nicht als Bruch, sondern als Übergang
erlebt wird.
Hinter dem Projekt steht Linda Meixner, Gründerin des Offline Institute. Sie kommt aus der digitalen Welt
und kennt ihre Mechanismen. „Es ist nicht das Ziel, wieder in die Welt ohne Smartphones zu kommen“,
sagt Meixner. „Es wird nie mehr so sein, wir werden weiterhin mit der Technik leben. Es geht viel mehr
darum eine gesunde Balance zwischen Technikkonsum und Menschsein zu erreichen.“
Die Nachfrage nach dem Offline Dorf ist seit dem ersten Pilotprojekt im Jahr 2023 ungebrochen.
Wartelisten und neue Projekte entstanden, das Interesse und die Berichterstattung wuchs. Seither wurde
im Hintergrund an einem Rahmen und an Partnerschaften gearbeitet, die es ermöglichen, diese Offline
Erfahrung nun mehr Menschen zugänglich zu machen. Doch das Offline Dorf ist dabei nur der Anfang.

Aktuell arbeitet das Offline Institute an der Gründung eines Vereins, weil sich immer mehr Menschen
melden und bewerben, die mitwirken wollen. Ziel des Vereins soll es sein, für einen bewussteren Umgang
mit Technologie zu sensibilisieren, konkrete Lösungen für einen gesünderen Technikkonsum zu
entwickeln und Ansätze in der Gesundheitsförderung zu stärken. Darüber hinaus arbeitet das Institut an
weiteren Forschungspartnerschaften und an Formaten für Unternehmen, die Präsenz, soziale Kompetenz
und menschliche Verbindung wieder stärker in ihren Teams verankern wollen. Weitere Offline-Dorf-
Termine sind für den Spätsommer 2026 und für 2027 geplant.

Wesentliches. Ein Ort, der zeigt, wie sich Zeit anfühlen kann, wenn sie nicht permanent unterbrochen wird
und warum genau solche Orte in Zukunft nicht weniger, sondern mehr gebraucht werden. „Ich glaube,
dass die Räume, in denen wir wirklich offline und präsent sein können, in Zukunft immer weniger werden“, sagt Meixner. „Wir müssen diese Räume wieder schaffen. Das Offline Dorf ist ein solcher Raum: bewusst gestaltet und bewusst geschützt. Ein Ort, an dem Menschen erfahren können, was verloren geht, wenn wir es nicht aktiv bewahren.“
Die Welt wird nicht langsamer, aber wir können lernen, uns anders in ihr zu bewegen. Vielleicht ist genau das der wichtige Moment, in dem sich entscheidet, ob wir die Technologie gestalten oder aber von ihr gestaltet werden.