Spiel mit den Elementen

Beim Tandemflug wie ein Adler durch die Lüfte kreisen und mit dem Schlauchboot am Wildwasser der Gebirgsbäche reiten. Am Seil den Fels erobern und mit dem Mountainbike auf Singletrails talwärts glühen – das Spiel mit den Elementen Luft, Fels, Wasser und Feuer zieht Abenteurer nach Tirol.

Tandemflug
Tandemflug der Flugschule Kössen ©Rob Darby Flugschule Kössen

Element Luft: Hochgefühle beim Paragleiten

So sehr sich Sepp Himberger auch bemüht, er kann sich an keine negative Reaktion nach einem Tandemflug erinnern. Der Tiroler Paragleit-Pionier blickt immerhin auf mehr als 25 Jahre zurück, in denen er und seine Piloten gemeinsam mit Gästen abhoben. „Sprachlos waren manche, das stimmt“, räumt er ein, „aber das war eine Sprachlosigkeit vor Glück und Erhabenheit.“ Tatsächlich gibt es wenige Erlebnisse, die einen Menschen mehr beeindrucken als ein Gleitschirm-Flug. Schwierig ist so ein Ausflug in die Luft jedenfalls nicht. „Ein bisschen Grundfitness für den Anlauf, ein Gewicht zwischen 35 und 100 Kilo, und schon können wir abheben“, fasst Sepp Himberger zusammen. „Um den Rest kümmert sich der Pilot. Und der ist bei einem seriösen Anbieter – und nur so jemandem würde ich mich anvertrauen – speziell geschult, hat eine eigene Prüfung abgelegt und mindestens zwei Jahre Tandemflugerfahrung“. Beliebt bei Erstfliegern ist der klassische Gleitflug vom Berg ins Tal, er dauert rund 20 Minuten. Bei den längeren Panoramavarianten schraubt sich der Pilot mit Hilfe der Thermik anfangs noch weiter hinauf in den Himmel, bis zu 1.000 Meter über den Startpunkt. Das erlaubt nahezu grenzenlose Aussichten. Von Himbergers Heimatrevier, dem Tiroler Kaiserwinkl, zum Beispiel über das Kaisergebirge, hinüber nach Salzburg und weit ins Bayrische hinaus. „Beobachten, entspannen und genießen“, so beschreibt Sepp Himberger die Aufgabe seiner Tandemgäste. „Erst bei der Landung brauche ich wieder ein wenig Konzentration auf meine Anweisungen. Damit der Ausflug auch sanft und weich zu Ende geht.“ Abgerundet wird das Erlebnis mit Fotos und Videos – als Ergänzung zu den unvergesslichen Erinnerungen ans himmlische Hochgefühl.
An den Hängen der Tiroler Berge entstehen thermische Verhältnisse, die wie geschaffen sind fürs Paragleiten. Daher wird dieser Sport beinahe im ganzen Land ausgeübt, in St. Anton am Arlberg ebenso wie im Stubaital, in der Wildschönau wie im Tannheimertal. Mehr als 25 Flugschulen informieren über die Wind- und Wetterbedingungen und vermitteln Interessierte an seriöse Tandemfluganbieter.

Sich die alpine Luft um die Nase wehen lassen können Abenteuerlustige auch im Funpark Fiss. Die dortige „Skyswing“ beschleunigt ihre Gäste auf bis zu 65 km/h. Am höchsten Punkt fühlen sie sich schwerelos, am tiefsten Punkt wirkt fast die vierfache Erdanziehungskraft auf den Körper. Für zusätzliches Adrenalin im Blut sorgen zwölf Meter freier – aber natürlich umfassend gesicherter – Fall. Noch eine Spur schneller ist der Fisser Flieger. Das drachenähnliche Fluggerät bringt seine vier Passagiere zunächst mit 40 km/h Richtung Berg. Sind die Bremsen gelöst, geht es in acht bis 47 Metern Höhe wieder zurück ins Tal. Und zwar mit einer Spitzengeschwindigkeit von rund 80 km/h. Flott endet auch der Flying-Fox Parcours im Kletterwald Hornpark bei St. Johann in Tirol. 840 Meter lang ist die Fahrt am Seilzug, aus dem Schatten der Bäume führt sie über den Angerer Alm Bergsee auf die Lichtung des Basecamps. Ein würdiger Abschluss nach den Geschicklichkeits-, Kletter- und Balance-Übungen, die auf Hornpark-Besucher warten. Acht Hochseil-Strecken verteilen sich auf dem 25.000 Quadratmeter großen Areal.

 

Element Erde: Am Berg und darin

Es ist eine Reise in die geologische Vergangenheit der Erde. Beim Trekking durch die Spannagelhöhle begleitet ein erfahrener Höhlenführer Mutige auf ihrem Weg hinein in die Tiefen dieser verborgenen Welt. Über Hängebrücken, Leitern und Passagen am Seil dringen sie vor zu den natürlichen Sehenswürdigkeiten des Höhlenlabyrinths. Es wurde im Lauf von Jahrtausenden von abfließendem Schmelzwasser des Hintertuxer Gletschers geformt. Seit den 1960ern haben Forscher rund zwölf Kilometer des verzweigten Systems vermessen.
Die drei- bis vierstündige Trekkingtour führt in den „Hannes Jodl Dom“ und die „Hermann Gaun Halle“, durch die „Spreizschlucht“ und den „ÖTK-Schacht“. Etwas eng wird es bei der „Bauch- und Busen-Quetsche“ – müssen sich hier dünn machen, um sie zu passieren. Als Belohnung warten atemberaubend schöne Felsphänomene: Bändermarmor, Calcite, Hornlinsen, Stalaktiten und Stalagmiten. An einer Passage entsteht derzeit ein grüner Malachit-Tropfstein. Das Spannagel-Höhlentrekking ist nach Voranmeldung für alle Abenteurer möglich, die ein wenig Trittsicherheit und vor allem keine Platzangst mitbringen. Die Ausrüstung wird vor Ort gestellt. Für Kinder unter 14 Jahren ist die Tour zwar nicht geeignet, aber sie können gemeinsam mit anderen Einsteigern beim einstündigen Rundgang durch den eingangsnahen Bereich Höhlenluft schnuppern.

Etwas weiter talauswärts kommen Gäste dem Element Fels beim Klettern ganz nahe. Am Spieljoch finden vom 1. Juli bis 9. September täglich Anfängerkletterkurse für Kinder und Erwachsene statt. Die Trainer erklären Einsteigern, wie das Klettern mit Seilsicherung am besten gelingt, wie Knoten gesetzt werden müssen und wie das Gleichgewicht gehalten wird. Am Abschluss dieses Schnuppertages wartet dann die „Erste Gipfelbesteigung“ – Urkunde inklusive.

Klettermaxe und alle, die es werden wollen, finden auch im Pillerseetal attraktive Möglichkeiten. Die Steinplatte bei Waidring – das einzige Trockenriff Europas – gilt als eines der besten Kalkklettergebiete Tirols. Zahlreiche Kletterrouten bieten hier Anfängern und Fortgeschrittenen handfestes Vergnügen. Zum Bouldern, dem bodennahen Klettern ohne Seil, dienen sechs Granit-Blöcke auf der Timoks Alm. Profis wiederum können sich auf einer der 431 Routen mit Mehrseillänge beweisen. Und sollte das Wetter einmal nicht mitspielen, stehen als Alternative 600 Quadratmeter Indoor-Klettermöglichkeiten im Familienland Pillersee bereit.

Einen Überblick über das Kletterland Tirol liefert die Plattform www.climbers-paradise.com.


Element Wasser: Surfer und Stand-Up-Paddling

Wellenreiten in Tirol? Das ist kein Wiederspruch, denn an der Silzer Innbrücke baut der Outdoor-Abenteuerpark AREA 47 derzeit Europas größte Riversurf-Wellen. Ab Sommer 2013 können Surfer, Wakeboarder, Kajaker und Rafter dort auf einer 15 Meter breiten, stehenden Welle reiten. Diese Welle ist quasi der Testballon für eine weitere 30 Meter breite Welle, die 2014 entstehen soll.

Wo die Bäche rauschen, ist der Adrenalinkick nah. In Tirol trifft dies sogar auf die eigentlich stillen Bergseen zu. Hobbytaucher schätzen die Sichtweite der klaren Gewässer, seien es der Plan-, Uri- und Lechausee rund um Reutte oder der Fernstein- und der Blindsee in der Tiroler Zugspitzarena. Im Achensee wurden eigens für Unterwassersportler Objekte versenkt. Wer dort in ausgewiesenen Zonen taucht, trifft unter anderem auf Autowracks, eine Madonnenstatue und eine Telefonzelle. Die Oberfläche von Tirols größtem See nutzen Surfer, Segler und Kitesurfer für ihre Manöver.
Immer häufiger anzutreffen sind dort mittlerweile auch Stand-Up-Paddleboarder, kurz SUP genannt. Wenn sie sich auf ihren Boards stehend mit einem Paddel durchs Wasser schieben, erinnern sie entfernt an venezianische Gondoliere. Beim Balancieren auf den überdurchschnittlich langen und extrabreiten Surfboards trainieren sie ihre Geschicklichkeit und ihren Gleichgewichtssinn. Einsteigerkurse finden jeden Sonntag statt. Bei Scharnitz in der Olympiaregion Seefeld stellen sich Abenteurer der nächsten Herausforderung: „SUP“en auf dem Fließgewässer. Ein wenig Strömung und schon wird die Koordination des Boards zum kniffligen Unterfangen. Mit den Tricks der Guides aus der nahen Nature Lounge bestehen Einsteiger auch diese Stand-Up-Paddling-Prüfung.

Auch für feucht-fröhliche Action im Sitzen sind die Wildwasser-Profis der Nature Lounge die richtigen Ansprechpartner. Beim River-Tubing im Riesenreifen, bei Kanu-Schnuppertouren und Kajak-Kursen für Einsteiger und Fortgeschrittene zeigen sie ihren Gästen die Isar von ihrer sportlichen Seite.

Von der Isar an die Isel – von Nord- nach Osttirol. Auch dort bahnen sich Bäche, Achen und Gebirgsflüsse ihre Wege. Ein möglicher Ausgangspunkt, sie zu erleben, ist der Adventurepark Osttirol bei Ainet. Direkt am Ufer der Isel gelegen, starten von hier aus staatlich geprüfte Guides ihre Touren: mit Kanu, Kajak oder im Raftingboot geht es hinaus auf den Fluss und seine Wellen. Neben Angeboten wie der Top-Tour für erfahrene Wildwasserratten finden natürlich auch Neulinge und Familien den für sie passenden Ausflug im bunten Programm -  beim Canyoning, Klettern, Paragleiten oder im Hochseilgarten. Für fortgeschrittene Wassersportler, die Osttirols wilde Wellen lieber auf eigene Faust reiten wollen, wurden die schönsten Strecken des Region in einem neuen Wildwasser-Guide auf www.osttirol.com zusammengefasst.

Ob Rafting auf dem Inn im Tiroler Oberland, auf dem Lech im Ausserfern oder auf der Zillertaler Ache - Erlebnisse im nassen Element warten an vielen Orten in Tirol.

 

Element Feuer: Heiße Reifen, coole Schützen

Der Bergsommer Tirol beschert Hochgefühle – auch wenn es talwärts geht. Downhill-Biker können 42 ausgewiesene Singletrails befahren, bis ihre Scheibenbremsen Funken schlagen. Manche der schmalen Wege sind mit speziellen Hindernis-Elementen aufgewertet, wie das „RideAble Project“ von der Wiesenalm in der Zillertal Arena, das 2013 in die zweite Saison geht. Andere Strecken sind berühmt-berüchtigte Klassiker, allen voran der legendäre Nordkette-Singletrail bei Innsbruck.

In den zwei großen Bikeparks des Landes, dem Bikepark Tirol auf der Bergeralm im Wipptal und im Bikepark Hopfgarten in der Ferienregion Hohen Salve treffen sich Gleichgesinnte zum Austausch, zum Fachsimpeln und natürlich zum Vorführen ihrer Fahrtechnik. Auch Kirchberg in den Kitzbüheler Alpen entwickelt sich zum Singletrail-Knotenpunkt. In den Flow, das nahezu ungebremste Abfahrvergnügen, kommen Biker am Wiegenalm-, am Lisi-Osl- und am Fleckalmtrail. Mit speziellen Tickets für Downhiller sorgen die jeweiligen Bergbahnen dafür, dass die Räder heiß laufen.

Feuer – dabei wird so mancher Tirol-Urlauber nach diesem Sommer an gut getarnte Ziele denken, an konzentrierte Anspannung und an dosierten Krafteinsatz. In mehr als 20 kleinen und größeren Anlagen können Interessierte ihr Geschick im Umgang mit Pfeil und Bogen beweisen. Der alpine Jagdbogen-Parcours bei Pfunds im Tiroler Oberland zum Beispiel erstreckt sich über eine Auen-, Busch- und Felslandschaft von rund fünf Hektar. 28 Stationen, vom Bär über Fasanen bis hin zum Steinbock, warten auf treffsichere Schützen mit scharfen Augen und ruhiger Hand. Die Ausrüstung kann vor Ort ausgeliehen werden. Zwei Mal pro Woche lädt die Region Tiroler Oberland Erwachsene wie Kinder ein, das Bogenschießen in der Natur auszuprobieren. Auch im Ferienland Kufstein, im Pitztal oder in der Region Alpbachtal – Tiroler Seenland ist Bogenschießen fixer Bestandteil des sommerlichen Wochenprogramms.

Nähere Informationen: Tirol Info, Tel. +43.512.7272-0, info@tirol.at,
www.tirol.at/weitere-sportarten

Druckfähige Pressefotos: www.tirolimages.at/presse

11.258 Zeichen, SB