„Deine Berge von morgen“ – AAC setzen starke Impulse für die Zukunft
Aktualisiert am 21.05.2026 | Nauders-Tiroler Oberland-Kaunertal
Über 50 Expert:innen aus Tourismus, Bergsport, Politik und Wissenschaft diskutierten in Innsbruck über alpine Sicherheit, Nachhaltigkeit und die Zukunft des Bergtourismus.
Innsbruck, 20. Mai 2026 – Mit einem hochkarätig besetzten Abschlussevent ging gestern in Innsbruck das grenzüberschreitende Interreg-Projekt „Alpine Awareness Camps“ (AAC) zu Ende. Unter dem Motto „Deine Berge von morgen – (S)AAC schützt Mensch und Natur“
diskutierten mehr als 50 geladene Gäste aus Tourismus, Bergsport, Natur- und Umweltschutz, Politik sowie der Seilbahn- und Freizeitwirtschaft über neue Wege für einen zukunftsfähigen alpinen Tourismus.
Die Veranstaltung markierte zugleich den offiziellen Abschluss des INTERREG-Projekts AAC zwischen Österreich und Bayern – und den Beginn einer neuen Phase. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse und entwickelten Inhalte fließen künftig nicht nur in die weiterhin kostenlosen SAAC-Camps ein, sondern stehen ab sofort auch Tourismusorganisationen, Destinationen und weiteren Akteur:innen im gesamten Programmraum Bayern – Österreich zur Verfügung.
Im Zentrum des Abends stand eine prominent besetzte Gesprächsrunde unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Mike Peters von der Universität Innsbruck. Dabei diskutierten:
• Reinhard Klier, Vorstand Wintersport Tirol AG, Fachgruppenobmann Seilbahnen WKO
• Lajana Gebhard, Nachhaltigkeitsmanagement Allgäu Gmbh
• Julia Steiner, Bereichsleitung Nachhaltigkeit & Partnerschaften der Tirol Werbung
• Peter Plattner, Berg- und Skiführer, Alpinjournalist
• Dietmar Walser, Geschäftsführer TVB Tiroler Oberland – Erlebnisraum Kaunertal
Die Diskussion zeigte deutlich, dass alpine Sicherheit, Naturverträglichkeit und touristische Entwicklung künftig noch stärker gemeinsam gedacht werden müssen. Ein zentrales Thema war dabei die zunehmende Belastung sensibler alpiner Räume durch steigende Besucherzahlen, verändertes Freizeitverhalten und die Auswirkungen des Klimawandels.
Mehrfach wurde betont, dass nachhaltiger Bergtourismus nicht über Verbote funktioniere, sondern über Bewusstseinsbildung, Eigenverantwortung und attraktive Alternativen. Besonders intensiv diskutiert wurden intelligente Besucherlenkung, Mobilitätslösungen sowie die Verantwortung von Social Media bei der Entstehung touristischer Hotspots.
Projektinitiator Thilo Bohatsch vom Verein zur Information über alpine Gefahren erklärte dazu: „Vor fast 30 Jahren stand bei SAAC vor allem der Schutz des Menschen vor alpinen Gefahren im Mittelpunkt. Heute geht es zusätzlich immer stärker um den Schutz der Natur vor dem Menschen. Genau diesen Perspektivenwechsel haben wir mit AAC aufgegriffen.“
Auch Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber unterstrich in seinen Begrüßungsworten die Bedeutung des Projekts für den alpinen Raum: „Sicherheit und Nachhaltigkeit am Berg brauchen heute mehr Bewusstsein denn je. Die Alpine Awareness Camps leisten hier einen wichtigen Beitrag, weil sie Wissen praxisnah vermitteln und Menschen motivieren, Verantwortung zu übernehmen.“
Ein besonderer Fokus des Projekts lag auf der Verbindung von alpiner Sicherheit mit Nachhaltigkeitsthemen wie Wildruhezonen, nachhaltiger Mobilität, naturverträglicher Tourenplanung oder dem bewussten Umgang mit Ressourcen. Diese Inhalte wurden in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Projektpartnern aus Wissenschaft und Tourismus entwickelt und in Pilot-Camps, Workshops sowie digitalen Lernformaten erprobt.
——
REGIONALE ERGÄNZUNG / STATEMENT-PASSAGE
Dietmar Walser:
„Die Bereitschaft der Gäste, nachhaltiger unterwegs zu sein, ist durchaus vorhanden. Entscheidend ist, praktikable Lösungen anzubieten – von attraktiver Mobilität bis hin zu intelligenter Besucherlenkung. Es geht nicht darum, weniger Gäste am Berg zu haben, sondern Ströme besser zu verteilen und Bewusstsein zu schaffen.“
Dietmar Walser, Geschäftsführer TVB Tiroler Oberland – Erlebnisraum Kaunertal
Lajana Gebhard
„Die große Herausforderung besteht darin, Natur erlebbar zu machen und gleichzeitig sensible Räume zu schützen. Gerade weil immer mehr Menschen draußen unterwegs sind, braucht es Bewusstseinsbildung, Besucherlenkung und ehrliche Kommunikation. Nachhaltigkeit beginnt nicht erst am Berg, sondern oft schon bei der Anreise oder der Entscheidung, wie wir uns in der Natur bewegen.“
— Lajana Gebhard, Nachhaltigkeitsmanagement Allgäu GmbH
Julia Steiner
„Die intakte Natur und Landschaft ist unser größtes Kapital im alpinen Tourismus. Gleichzeitig sehen wir, dass Nachhaltigkeit nur dann funktioniert, wenn wir Menschen mitnehmen statt belehren. Es braucht viele, die sich auf den Weg machen – nicht wenige, die alles perfekt machen.“
— Julia Steiner, Bereichsleitung Nachhaltigkeit & Partnerschaften der Tirol Werbung
Christoph Stöckl
Schreibt sein Statement selbst
——
Positiv hervorgehoben wurde beim Abschlussevent vor allem die enge Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Wissenschaft, Bergsport und Naturvermittlung über Landesgrenzen hinweg. Genau dieser praxisnahe Austausch habe wesentlich dazu beigetragen, konkrete Lösungen für die Zukunft des alpinen Tourismus zu entwickeln.
Die kostenlosen SAAC-Camps bleiben auch künftig zentraler Bestandteil der Initiative. Gleichzeitig sollen die im Rahmen von AAC entwickelten Inhalte und Werkzeuge nun verstärkt Tourismusdestinationen, Betrieben und Organisationen im gesamten Alpenraum zugänglich gemacht werden.
Projektinformationen auf einen Blick
Titel: Alpine Awareness Camps (AAC)
Projektträger: Verein zur Information über alpine Gefahren (SAAC)
Projektpartner: Universität Innsbruck, TVB Kaunertal, TVB Kitzbüheler Alpen Brixental, Allgäu GmbH, Nebelhornbahn AG
Förderprogramm: INTERREG VI-A Bayern–Österreich 2021–2027
Projektcode: BA0100043
Laufzeit: 09/2023 – 08/2026
Kontakt:
Verein zur Information über alpine Gefahren
Egerdachstraße 8, 6020 Innsbruck, Österreich
ZVR: 986214538 | UID: ATU74861312
Weitere Informationen: www.alpine-awareness.eu



