Die Vielfalt der Kammermusik bei Musik im Riesen 2022

Aktualisiert am 11.03.2022

Vom 19. bis 21. Mai 2022 widmet sich das Kammermusikfestival „Musik im Riesen“ in Wattens dem Streichquartett in seinen unterschiedlichen Ausprägungen, würdigt die Kunst des Liedes und gibt dem Klavier Raum als Solo- und Begleitinstrument. Auf der Bühne stehen einmal mehr renommierte Virtuosen wie der Pianist Pierre-Laurent Aimard und das Belcea Quartet, junge Stars wie der Bariton Andrè Schuen, die Komponistin und Musikerin Caroline Shaw und das Attacca Quartet aus New York sowie die Tiroler Newcomer Quartissimo.

Attacca Quartet © David Goddard © David Goddard

Schwerpunkt Streichquartett

Zwei Violinen, eine Viola, ein Violoncello – die Fülle an Musik, die Komponist:innen aus dem Zusammenspiel dieser vier Instrumente schöpfen, ist unendlich. Wie vielfältig die Zugänge zum Streichquartett sind, zeigt „Musik im Riesen“ 2022 anhand exemplarischer Beispiele. Jedes der drei in Wattens gastierenden Quartette, das Belcea Quartet, das Attacca Quartet und Quartissimo, setzt dabei einen anderen Schwerpunkt.
Das Belcea Quartet, eines der renommiertesten Kammermusikensembles weltweit, vereint verschiedene europäische Musiktraditionen in sich. Sein Repertoire reicht von den Schlüsselwerken der Klassik und Romantik bis zur (Ur-)°Aufführung zeitgenössischer Werke. In der fast 20-jährigen Geschichte von „Musik im Riesen“ war das Belcea Quartet schon mehrfach zu Gast. Diesmal setzt es den Streichquartettsatz c-Moll und das Streichquartett d-Moll „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert in Beziehung zu Dmitri Schostakowitschs vorletztem Streichquartett aus dem Jahr 1973.

Das renommierte Kammermusikensemble Belcea Quartet © Marco Borggreve

Ein Abend mit der New Yorker Komponistin und Musikerin Caroline Shaw

Das New Yorker Attacca Quartet repräsentiert eine junge, hippe, gleichwohl virtuose Musikergeneration, die Genregrenzen kaum Bedeutung beimisst. Beim Festival in Wattens spielen die vier Streicher:innen Stücke ihrer musikalischen Weggefährtin Caroline Shaw und führen diese auch mit ihr gemeinsam auf. Die
Komponistin, Geigerin und Sängerin, die 2013 als jüngste Preisträgerin bisher mit dem Pulitzer-Preis für Musik gewürdigt wurde, kommt erstmals für ein Gastspiel nach Österreich. Sie vergleicht ihre Werke mit einem Garten, in dem sie Pflanzen kultiviert – eine treffende Metapher für die Vielschichtigkeit einer Musik, in der unterschiedlichste Einflüsse wirksam werden und Neues wachsen kann. Shaws Tonsprache ist unverkennbar – poetisch, zart, dann wieder rhythmisch kraftvoll und farbenreich –, dabei immer wieder durch Zitate oder Anspielungen mit der Musikgeschichte verbunden.

New Yorker Komponistin und Musikerin Caroline Shaw © Kait Moreno

Masterclass „Impuls“ und ein Auftritt der vier jungen Musiker:innen von Quartissimo

Das dritte Streichquartett bei „Musik im Riesen“ ist zugleich das jüngste. Gegründet 2016 von den Geschwisterpaaren Hannah Alber (Violine) und Jonas Alber (Viola) sowie Clara Spieler (Violine) und Emil Spieler (Violoncello), wurde Quartissimo bereits mehrfach ausgezeichnet. Bei „Musik im Riesen“ treten die vier jungen Tiroler:innen nicht nur im Rahmen eines international besetzten Festivals auf, sie bereiten sich im Masterclass-Programm „Impuls“ auch mit dem Bratscher Krzysztof Chorzelski vom Belcea Quartet darauf vor. Er erarbeitet mit ihnen das „Amerikanische Streichquartett“ von Antonín Dvořák und das Streichquartett f-Moll op. 80 von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Die vier jungen Tiroler:innen von Quartissimo © Michael Boehmlaender

Leben und Tod. Musik in ihrer existenziellen Dimension

Das letzte Quartett Mendelssohns, das vielfach als Requiem für seine Schwester Fanny Hensel gedeutet wird, und das Streichquartett Nr. 14 von Dmitri Schostakowitsch, in dem er an zwei verstorbene Musiker und Freunde erinnert, verweisen auf die zweite thematische Klammer im Festivalprogramm: Musik in ihrer existenziellen Dimension. Sie verbindet den Streichquartettschwerpunkt mit dem Eröffnungskonzert von Pierre-Laurent Aimard und dem Liederabend von Andrè Schuen und Daniel Heide. Der französische Pianist Aimard wählte für sein Recital späte Stücke von Franz Schubert und Werke von György Kurtág aus. Unter anderem sind Stücke aus dessen Lebenswerk „Jatékok“ zu hören, einem Klavierzyklus, den der ungarische Komponist seit 1973 immer weiter fortschreibt.

Pierre-Laurent Aimard © Julia Wesely

Nachtgesänge mit Andrè Schuen und Daniel Heide

Zum Abschluss des Festivals bringen Bariton Andrè Schuen und Pianist Daniel Heide Lieder der Nacht und des Abschieds zu Gehör. Schuen gilt als einer der zurzeit besten Lied- und Opernsänger. In Wattens demonstriert er die
Ausdruckskraft und Schönheit seiner Stimme anhand von Musik der Romantik und Moderne. Lieder von Franz Schubert stehen am Beginn und Ende, Gustav Mahlers „Kindertotenlieder“ und Lieder von Erich Wolfgang Korngold vervollständigen diesen Abend der Nachtstücke und Trauergesänge.

Bariton Andrè Schuen und Pianist Daniel Heide © Christoph Koestlin

Programmübersicht

Donnerstag, 19. Mai 2022, 20 Uhr: Pierre-Laurent Aimard (Klavier)

Freitag, 20. Mai 2022, 20 Uhr: Attacca Quartet, Caroline Shaw (Stimme)

Samstag, 21. Mai 2022, 11 Uhr: Belcea Quartet

Samstag, 21. Mai 2022, 17:30 Uhr: Quartissimo

Samstag, 21. Mai 2022, 20 Uhr: Andrè Schuen (Bariton), Daniel Heide (Klavier)

Einführungsgespräche jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn

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Magdalena Trojer
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