Ein Hoch aufs Handwerk

Aktualisiert am 13.09.2023

Seefeld feierte am 9. und 10. September mit seinem traditionellen Handwerksfest das heimische Handwerk

Heiß ging’s zu bei den Seefelder Kunstschmieden – während der Arbeit und danach, denn als besonderes Projekt wurde heuer ein Griller geschmiedet. © Region Seefeld © Region Seefeld

Bei Kaiserwetter fand vergangenes Wochenende das traditionelle Handwerksfest in der Seefelder Fußgängerzone statt. Rund 120 Betriebe präsentierten dabei auf Tirols Hochplateau ihre Handwerkskunst zu. Die historische Traktorenparade, der Trachtenumzug mit über 800 Teilnehmer:innen aus Nord- und Südtirol sowie zahlreiche Volksmusikgruppen rundeten das wohl authentischste Fest der Region ab.

Die Hämmer der Schmiede und die Äxte der holzverarbeitenden Handwerker:innen waren schon von Weitem zu hören, im Kurpark mischte sich der Rauch vom Ichtyolwerk mit dem der Händlbrater, und vom Dorfplatz klang echte Volkmusik herüber; so empfing einen das traditionelle Seefelder Handwerksfest. Seit über 20 Jahren feiert es das traditionelle Handwerk der Region und zieht auch immer mehr Teilnehmer:innen aus Südtirol und Bayern an. Sepp Schandl, der seit vielen Jahren immer wieder als Musiker mit dabei ist, bezeichnet es „als den schönsten Handwerksmarkt weit und breit“ und spricht damit sicher auch vielen Besucher:innen aus der Seele. Für die Handwerker:innen sind die zwei Tage in Seefeld aber noch mehr. „Es ist eine wertwolle Chance den Menschen zu zeigen, was es in der Region alles gibt und was wir alles machen können“, sagt Franz Brandner vom Werdenfelser Schafwolladen. Der Mittenwalder kommt wie die meisten Aussteller:innen schon seit Jahren zum Handwerksfest nach Seefeld und schätzt es sehr.

Von filigraner Klosterarbeit bis Schmiedekunst

Die Eindrücke, die man als Besucher:in mit nach Hause nimmt, sind so vielfältig wie das Handwerk selbst. Vor dem Hotel Klosterbräu kann man Ausstellerin Veronika Dill über die Schulter schauen, wie sie filigrane Klosterarbeiten und kunstvoll verzierte Haarnadeln herstellt, neben ihr schöpft Ulrike Gruber von Hand Papier, das durch die beigemischten Blütenblätter von Wiesenblumen etwas ganz Besonderes ist. 

Am Bauernmarkt am Dorfplatz gibt es neben unzähligen Handarbeiten viele kulinarische Leckerbissen zu kaufen. Von selbstgemachten Rehwürstel über Käse und echte Vinschgauer Vinschgerl bis hin zu Ferdinand Schots Honig, den seine Seefelder und Möserer Bienenvölker im Sommer produziert haben.

Hinter der Kirche entdecken die kleinen Besucher:innen Schwarznasenschafe, Ziegen und Minipferde, die sich über manche Streicheleinheit freuen, oder können sich im ganz alten Handwerk versuchen. Beim händischen Mais-Ribbeln wird ihnen dabei schnell klar, wie anstrengend es sein kann jene Lebensmittel zu gewinnen, die sie sonst nur aus dem Supermarktregal kennen.

Frisch geschmiedet – Bargarnitur und Griller

Ums Essen ging’s heuer auch bei den Seefelder Kunstschmieden. Im vergangenen Jahr hatten Wolfgang Unterwurzacher, Manuel Neuner, Martin Thaler und Daniel Reinpold eine Bargarnitur geschmiedet. Heuer war der dazu passende Griller dran. „Seit über 20 Jahren fertigen wir jedes Jahr ein besonderes Projekt am Fest“, erzählt Unterwurzacher, der wie seine Kollegen schon beim ersten Fest vor über 20 Jahren dabei war; damals als Lehrling mit ihrem gemeinsamen Chef Gerhard Neuner. Während in den vergangenen Jahren oft Dinge für die Gemeinde, wie der Dorfbrunnen oder die Verzierung im Kreisverkehr entstanden sind, haben die Schmiede 2022 und 2023 mit Bar und Griller mal an ihr eigenes Wohl gedacht. Gegrillt haben sie am Schluss aber auch für die anderen Aussteller:innen des Handwerksfests, mit denen sei seit Jahren befreundet sind. „Es ist immer eine Gaudi sich hier zu treffen“, sagt Unterwurzacher. Und dank Kaiserwetter wurde es ein launiger Abschlussabend an der selbst geschmiedeten Bar.

Traktorenparade und Trachtenumzug

Natürlich waren auch die beiden mittägliche Highlights, die Traktorenparade am Samstag und der Trachtenumzug am Sonntag ein besonderer Hingucker. Kunstvoll geschmückt tuckerten über 100 Jahren Traktorgeschichte durch die Fußgängerzone und sorgten nicht nur bei den Kindern für viele „Ohs und Ahs“. Beim Trachtenumzug kamen vor allem Volksmusik- und Trachtenfans auf ihre Kosten. Rund 800 Trachtler:innen aus Nord- und Südtirol präsentierten zu flotter Marschmusik ihre Festtagstrachten. Im Anschuss wurde in der ganzen Fußgängerzone zu Landlern und anderen traditionellen Liedern getanzt.

Downloads

Bilder zum Download