EURODARK 2026 – 17. European Symposium for the Protection of the Natural Night im Kaunertal

Aktualisiert am 14.10.2026 | Nauders-Tiroler Oberland-Kaunertal

Vom 4. bis 6. Oktober 2026 war das Kaunertal Treffpunkt für Expert:innen des Nachthimmels: Mehr als 90 Gäste und Referent:innen aus 14 Ländern kamen zur EURODARK 2026, dem 17. European Symposium for the Protection of the Natural Night, ins Quellalpin im Kaunertal.

© Tiroler Umweltanwaltschaft_sm

Internationales Symposium fand ertsmals in Tirol statt. Mehr als 90 Fachleute aus Europa diskutierten im Naturpark Kaunergrat über den erhalt und schutz der natürlichen Nacht.

Vom 4. bis 6. Oktober 2026 war das Kaunertal Treffpunkt für Expert:innen des Nachthimmels: Mehr als 90 Gäste und Referent:innen aus 14 Ländern kamen zur EURODARK 2026, dem 17. European Symposium for the Protection of the Natural Night, ins Quellalpin. Veranstaltet wurde die Tagung vom Kompetenzzentrum für Lichtverschmutzung und Nachthimmel der Tiroler Umweltanwaltschaft und der European Light Pollution Coalition (ELPC) in Kooperation mit dem Naturpark Kaunergrat.

Sterne über Tirol
Die natürliche Nacht ist eine wertvolle, aber zunehmend schwindende Ressource. Mit der EURODARK 2026 fand das europäische Fachsymposium zu ihrem Erhalt erstmals in Tirol statt, in der Naturparkgemeinde Kaunertal.

„Das Kaunertal im Naturpark Kaunergrat ist weitgehend vor Lichtverschmutzung geschützt und bietet seit vielen Jahren Nachterlebnisse für Einheimische und Tourist:innen an“, erklärt Dietmar Walser, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Tiroler Oberland. Damit sei das Tal ein idealer Ort für den fachlichen Austausch über verantwortungsvolle Außenbeleuchtung in einer sensiblen, artenreichen Alpenlandschaft.

Bürgermeister Christian Kalsberger freut sich über die zahlreichen internationalen Gäste und Referent:innen im Kaunertal: „Die Lebensqualität in unserem Tal ist hervorragend, bei Tag und bei Nacht. Daher setzen wir künstliches Licht im Außenraum sehr bewusst und sorgsam ein.“

Unter den Teilnehmenden waren auch Vertreter:innen der Internationalen Beleuchtungskommission (CIE), der Lichttechnischen Gesellschaft Österreichs (LTG) und von DarkSky International. Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst, Lichttechnik, Lichtplanung, Naturschutz, Regionalentwicklung und Behörden diskutierten aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze für einen sorgsamen Umgang mit Kunstlicht im Außenraum, mit dem Ziel, die natürliche Nacht zu stärken und zu erhalten.

Zentrale Fragen waren unter anderem, wie Beleuchtung geplant und eingesetzt werden kann, um ihren Zweck zu erfüllen und zugleich Natur und Mitwelt möglichst wenig zu beeinträchtigen. Ein natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus ist nicht nur für die vielen dämmerungs- und nachtaktiven Tiere essenziell, sondern auch für guten Schlaf und damit für die Gesundheit des Menschen. Das zeigte die Schlafforscherin Univ.-Prof.in Dr.in Birgit Högl von der Medizinischen Universität Innsbruck in ihrer Keynote. Der Schriftsteller Raoul Schrott gab eine Einführung in die Kulturgeschichte des Sternenhimmels und machte deutlich, dass er auch als Kulturgut zu bewahren ist.

„Auf der Konferenz zeigte sich einmal mehr, dass durch einen gezielten und reduzierten Einsatz von künstlichem Licht im Außenraum eine wesentliche Verbesserung für die Lebensqualität von Menschen, Tieren und Pflanzen erreicht werden kann“, betont Tirols Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer, Mitveranstalter der EURODARK 2026.

Da auch Vertreter:innen von Leuchtenherstellern und Lichtplaner:innen teilnahmen und ambitionierte Lösungen vorstellten, war die EURODARK kein reiner Austausch unter Gleichgesinnten, sondern brachte wissenschaftliche Expertise zu einem Querschnittsthema genau dorthin, wo die Umsetzung erfolgt.

Neben dem Fachprogramm gab es erlebnisorientierte Angebote: In Kooperation mit dem Planetarium Südtirol, dem Naturmuseum Südtirol und dem Innsbruck Nature Film Festival waren im mobilen Planetarium immersive 360°-Nachterlebnisse zu sehen. Bei einer nächtlichen Exkursion zur „Sternenschale“ im Gepatsch erlebten die Teilnehmenden die natürliche Nacht hautnah, begleitet von Naturführer:innen des Naturparks Kaunergrat.

Sternenparktreffen am 4. Oktober
Zum Auftakt kamen beim jährlichen deutschsprachigen Sternenparktreffen Vertreter:innen bestehender und angehender DarkSky Places zum Erfahrungsaustausch zusammen. „Die fünf Naturparkgemeinden Kaunertal, Kauns, Kaunerberg, Faggen und Fließ machen sich auf den Weg zur ‚Sternenparkgemeinde‘“, freut sich Ernst Partl, Geschäftsführer des Naturparks Kaunergrat. Gemeinsam mit der Tiroler Umweltanwaltschaft werden freiwillige Maßnahmen und Aktionspläne erarbeitet, um die dunkle Nacht zu schützen und Lichtverschmutzung zu reduzieren.

Eckdaten der Veranstaltung
Was: EURODARK 2026, 17. European Symposium for the Protection of the Natural Night
Wer: Kompetenzzentrum für Lichtverschmutzung und Nachthimmel der Tiroler
Umweltanwaltschaft und European Light Pollution Coalition (ELPC), in Kooperation mit dem Naturpark Kaunergrat
Wann: 4. Oktober 2026 (Sternenparktreffen, deutschsprachig), 5. bis 6. Oktober 2026
(EURODARK, englischsprachig)
Wo: Quellalpin, Feichten 134, 6524 Kaunertal

Pressekontakt:
Stefanie Pontasch, PhD, Tirol Kompetenzzentrum für Lichtverschmutzung und
Nachthimmel der Tiroler Umweltanwaltschaft, 0512 508 3486, s.pontasch@tirol.gv.at
DI (FH) Stefanie Suchy, Tirol Kompetenzzentrum für Lichtverschmutzung und
Nachthimmel der Tiroler Umweltanwaltschaft, 0676 88 508 82390, s.suchy@triolerumweltanwaltschaft.gv.at
Mag. Johannes Kostenzer, Tirol Kompetenzzentrum für Lichtverschmutzung und
Nachthimmel der Tiroler Umweltanwaltschaft, 0512 508 3492, johannes.kostenzer@tirol.gv.at

Weitere Informationen:
www.hellenot.org/aktuelles/eurodark-2026
European Light Pollution Coalition | European Light Pollution Coalition (ELPC)

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