Freeride-Nachwuchs beeindruckte im Alpbachtal mit starker Leistung

Aktualisiert am 04.02.2024

OPEN FACES 2024 ALPBACHTAL, photo: mia* maria knoll © ©open-faces.com|mia maria knoll

Als die ersten Sonnenstrahlen das Wiedersberger Horn in warmes Licht tauchten, war die Bühne bereit für die wagemutigen Nachwuchs-Talente. Bei besten Bedingungen ging am Samstag der OPEN FACES Freeride Contest im Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau über die Bühne.

Der 1*-Qualifier und 2* FWT Junior Bewerb boten den Teilnehmern die Chance, erste Contest-Erfahrungen zu sammeln und wertvolle Punkte zu ergattern. Junge Rider beeindruckten das Publikum und die Jury mit waghalsigen Abfahrten und origineller Linienführung. Das facettenreiche Gelände und die maßgeschneiderten Kicker boten dabei eine perfekte Bühne für die Darbietungen der 80 Athleten aus 13 Nationen.

OPEN FACES 2024 ALPBACHTAL, photo: mia* maria knoll © ©open-faces.com|mia maria knoll

Nach Nico Partell, der als Vorläufer den Tag eröffnete, legte der Freeride-Nachwuchs in beeindruckender Manier vor und fand sich auf den natürlichen und künstlichen Obstacles gut zurecht. Im oberen Bereich bot das Terrain Wechten und kleine Felsen, die für Sprünge jeglicher Art, aber auch für eine kreative Linienwahl genutzt wurden. Über die extra angefertigten Kicker im unteren Abschnitt zeigten die Teilnehmenden der Juniorenkategorien zahlreiche Drehungen um die eigene Achse. Aus Sicherheitsgründen waren hier keine Rotationen über Kopf erlaubt.

Jana Häusl konnte als amtierende Weltmeisterin in der Kategorie U18 Ski Women ihre Stärke zeigen. Sie überzeugte mit viel Tempo, einem 360er und bewies mit ihrer soliden Line, dass sie das Face im Vorhinein gut inspiziert hatte. Tabea Tropp konnte ihren Vorjahressieg somit nicht wiederholen, belegte jedoch mit ihrer Linienwahl in fast noch unverspurtem Terrain Platz 2. Leni Eller (GER) sicherte sich mit Straightair-Jumps und zügigen Turns Platz 3.

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Ylvie Heregger (AUT) absolvierte als einzige in der Kategorie U18 Snowboard Woman ihren zweiten Contest, nachdem sie erst vor 13 Monaten von den Skiern auf das Snowboard wechselte. 

In der Kategorie der U18 Snowboard Men machten sich die drei Starter die Podestplätze unter sich aus. Der Österreicher Raphael Larch hatte im oberen Bereich Unsicherheiten, konnte jedoch dann noch mit einem stylishen Kickersprung mit Tailgrab punkten und belegte Platz 3. Vor ihm landete Niklas Frauenstein (GER), der trotz seines jungen Alters bereits einiges an Contesterfahrung mitbringt und einen soliden Lauf hinlegte. Mit einem Vorsprung von über 10 Punkten bewies Louis Hodgetts (GBR) Style und Kreativität, zeigte sogar zwischen den Obstacles einen sogenannten „Buttertrick“ und fuhr zum Sieg.

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Zahlreiche 360° Drehungen waren bei den U18 Ski Men zu sehen. Der Sieger Austin Pickett (USA) zeigte den wohl weitesten 360er über den unteren Kicker und überzeugte insgesamt mit einem flüssigen Lauf und viel Airtime. Mika Rolshoven (AUT) bewies sein Können, als er auch auf dem wegen des Absprungs so schwierigen zweiten Kicker einen soliden 360er hinlegte. Nur 1 Punkt dahinter reihte sich sein Landsmann Nico Traxl ein, der von oben bis unten mit Tempo und Souveränität punktete.

Als eigene Wertung wurde auch die U16 Ski Men Kategorie ausgefahren. Toma Trandafir (ROU) erhöhte seinen Punktescore durch einen Windlipslide, zügiges Tempo, zwei aufeinanderfolgende 360er und einen „Spread Eagle“-Sprung kurz vor der Zieleinfahrt. Jem Müller (AUT) landete nach seinem Sieg in Silvretta / Montafon erneut am Podest und zeigte mit insgesamt vier 360°-Drehungen viel Kontrolle in der Luft. Matthias Narr (AUT) aus dem Team der Freerideacademy Innsbruck baute sowohl natürliche als auch extra gebaute Obstacles in seinen Lauf ein und sicherte sich somit Platz 3.

OPEN FACES 2024 ALPBACHTAL, photo: mia* maria knoll © ©open-faces.com|mia maria knoll

„Spins & flips“ in den Erwachsenenkategorien sorgten für Furore

Zum überlegenen Sieger bei den Ski Men kürte sich Federico De Michiel (ITA) mit einem Score von 90 Punkten. Gleich 3 Backflips packte der Italiener in seinen Lauf und setzte sich klar ab. Jonas Reuter (GER), der bereits vergangenes Jahr im Alpbachtal dabei war, zeigte mit einem Shifty und einem Backflip einen kreativen Doublehit, was ihm Platz 2 sicherte. „Mit Vollgas ins Ziel“ fasste Örley den Lauf von Mortzi Hlous zusammen, der auf Platz 3 landete.

Vorjahressiegerin der Ski Women und „local hero“ Vicky Candlin konnte verletzungsbedingt nicht teilnehmen, unterstützte ihre Kolleginnen aber vor Ort. Für einen weiteren österreichischen Sieg sorgte in diesem Jahr Mona Falkner, die ursprünglich aus dem alpinen Bereich kommt, aber auch ihre Freestyle-Stärken unter Beweis stellte. Ebenfalls der erste Contest war es für die zweitplatzierte Sophie von der Linden (GER), die trotz fehlender Contesterfahrung bereits sehr routiniert wirkte. Die aus Großbritannien stammende Harriet Lucas bewies, wie gut sie das Gelände rund um das Wiedersbergerhorn kannte, nachdem sie hier arbeitete und quasi als „local“ ins Rennen startete.

OPEN FACES 2024 ALPBACHTAL, photo: mia* maria knoll © ©open-faces.com|mia maria knoll

Nach seinem vierten Platz in Kappl erklomm Philipp Lanjus (AUT) an diesem Wochenende das Treppchen. Er belegte bei den Snowboard Men den dritten Rang und stellte als ausgebildeter „Bergführer“ sein Auge für eine smarte Linienwahl unter Beweis. Vor ihm konnte Rosen Stratkov (BUL) mit einem abwechslungsreichen Lauf punkten. Der Tagessieg ging jedoch an den Australier Vaughn Hardwick, der sich als erster Starter der Kategorie von Beginn an auf dem ersten Platz halten und nicht mehr geschlagen werden konnte.

Mia Grempel (GER) eröffnete den Qualifier-Bewerb nach den Juniors und überzeugte mit einem kontrollierten Run in der Kategorie der Snowboard Women die Judges. Platz 2 ging an die Italienerin Jennifer Gregori, die sich als letzte Starterin der Snowboard Women mit viel Airtime noch am Podest einreihte. Bulgariens Iliana Mihovska sicherte sich trotz eines kurzen Sturzes Platz 3.

Ausgelassene Stimmung in der Public Area

OPEN FACES 2024 ALPBACHTAL, photo: mia* maria knoll © ©open-faces.com|mia maria knoll

Mit den Live-Drohnenaufnahmen auf der großen LED Leinwand hatten die Fans und das Publikum die Chance, die Runs ihrer Favoriten zu verfolgen und ihnen eine gebührende Zieleinfahrt zu bieten. Die Stimmung war großartig und verwandelte den Freeride-Bewerb im Alpbachtal in eine einzigartige Veranstaltung.

Infos unter: https://www.open-faces.com/ und www.skijuwel.com

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