Handbiker überwinden den Berg – und sich selbst im Kaunertal
Aktualisiert am 18.06.2026
Am 25. Juni versammeln sich rund 130 Sportlerinnen und Sportler mit einer körperlichen Beeinträchtigung im österreichischen Kaunertal zu einer besonderen sportlichen Herausforderung: dem HandbikeBattle. Was auf den ersten Blick wie ein Rennen wirkt, ist in Wahrheit weit mehr als das. Es ist ein intensiver Anstieg gegen einen Berg – und vor allem eine persönliche Auseinandersetzung mit Grenzen, Möglichkeiten und persönlichem Wachstum.

Die Teilnehmenden treten nicht nur gegeneinander an, sondern vor allem gegen die eindrucksvolle Kaunertaler Gletscherstraße selbst. In Teams niederländischer Rehabilitationszentren sowie als Einzelstarter absolvieren sie eine Strecke von über 20 Kilometern mit fast 900 Höhenmetern – ausschließlich aus eigener Armkraft. Das erfordert monatelanges Training, Durchhaltevermögen und Vertrauen in den eigenen Körper.
Strecke
Vom Start an der Mautstelle der Kaunertaler Gletscherstraße aus zieht sich ein langer Tross aus Handbikern und ihren Begleitpersonen durch die alpine Landschaft bergauf. Unterwegs passieren sie den Stausee, beeindruckende Natur, neugierige Kühe und anfeuernde Zuschauerinnen und Zuschauer. Die wichtigste Begegnung findet jedoch nicht entlang der Strecke statt, sondern mit sich selbst. Der Weg nach oben ist körperlich anstrengend, aber auch mental herausfordernd. Jeder Meter verlangt Fokus und Ausdauer. Am Ziel oben am Berg wartet nicht nur Erschöpfung, sondern auch pure Euphorie sowie ein herzlicher und festlicher Empfang.
Mehr als ein Rennen
Die HandbikeBattle ist für viele Teilnehmende mehr als eine Sportveranstaltung. Für einige ist sie Teil ihres Rehabilitationsprozesses. Sie ist ein Moment, in dem sie entdecken, was nach einem einschneidenden Lebensereignis weiterhin möglich ist. Diese Erfahrung wirkt oft weit über das Event hinaus: Teilnehmende berichten, dass sie nicht nur körperlich stärker werden, sondern auch mental wachsen und mit mehr Zuversicht neue Herausforderungen im Leben angehen.
TeamNL Paracycling
Während der Woche im Kaunertal ist auch das niederländische Paracycling-Team vor Ort. Gemeinsam mit HandbikeBattle-Botschafter Jetze Plat, mehrfacher paralympischer, Welt-, Europa- und Niederländischer Meister, führen sie eine Trainingsclinic durch, in der die Teilnehmenden lernen, effizienter zu klettern und Kurven zu fahren. Am Wettkampftag selbst stehen die Sportler entlang der Strecke, um anzufeuern und bei Bedarf zu unterstützen. Auch die Spitzensportler Chantal Haenen und Johan Reekers tragen dazu bei. Ihr Engagement entspringt einer gemeinsamen Leidenschaft für den Handbikesport und einem starken Glauben an die Kraft des Durchhaltevermögens. Darüber hinaus ist auch Mitch Valize als Botschafter der HandbikeBattle und mehrfacher paralympischer Champion vor Ort. Seine sportliche Karriere begann bei der Battle. Mit seiner Erfahrung, Begeisterung und persönlichen Aufmerksamkeit inspiriert und motiviert er – ebenso wie Jetze Plat – die Teilnehmenden auf ihrem Weg zu ihrer eigenen Höchstleistung.
Ursprung
Die HandbikeBattle wurde von engagierten Gesundheitsfachkräften ins Leben gerufen, die an die Kraft von Bewegung und das Überschreiten von Grenzen glauben – insbesondere bei Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung. Ihre Vision ist, dass eine solche extreme Herausforderung nicht nur den Körper stärkt, sondern auch das Selbstvertrauen und die mentale Resilienz fördert. Um diesen Effekt besser zu verstehen, wird die Veranstaltung wissenschaftlich begleitet. Die Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung von Rehabilitations- und Trainingsprogrammen ein.
Gemeinschaft
Neben der sportlichen Leistung spielt auch das Miteinander eine zentrale Rolle. Die Teilnehmenden wohnen während der Woche in Hotels und Gästehäusern in Feichten und der umliegenden Region, wo sie intensiv miteinander in Kontakt kommen. Gerade dort entstehen Gespräche und Begegnungen, die oft ebenso wertvoll sind wie der Anstieg selbst. Menschen, die kürzlich eine körperliche Einschränkung erlitten haben, treffen auf Teilnehmende, die bereits weiter im Rehabilitationsprozess sind und ihr Leben neu gestaltet haben. Sie zeigen, dass trotz einschneidender Veränderungen noch zahlreiche Möglichkeiten in den Bereichen Arbeit, Beziehungen, Selbstständigkeit und Sport bestehen. Diese Begegnungen bieten nicht nur Wiedererkennung und Unterstützung, sondern vor allem Perspektive: das Vertrauen darauf, dass mehr möglich ist, als oft angenommen wird, und die Erkenntnis, dass man stärker ist, als man je erwartet hätte.
Für weitere Informationen, Interviewanfragen oder Bildmaterial wenden Sie sich bitte an Ilse van Hooijdonk, Kommunikation HandbikeBattle, unter info@handbikebattle.nl


