Museum Tiroler Bauernhöfe wird zum Escape Room

Aktualisiert am 24.02.2026

Ein Museumsbesuch wie eine Zeitreise. Ab 1. März 2026 wird daraus ein Abenteuer. Das Freilichtmuseum in Kramsach verwandelt sich mit Saisonstart in einen historischen Escape Room und setzt damit ein Konzept um, das es in dieser Form in Österreich noch nicht gibt.

Tirols größtes Freilichtmuseum zeigt historische Höfe und originale Gebäude aus ganz Tirol. © Gabriele Grießenböck

Kramsach – Auf neun Hektar stehen 14 original wiedererrichtete Bauernhöfe und 23 Nebengebäude aus allen Tiroler Talschaften. Rauchgeschwärzte Stuben, jahrhundertealte Holzkonstruktionen und knarrende Dielen gehören zur historischen Atmosphäre. Bisher wurde hier Geschichte gezeigt. Künftig wird sie gespielt.

Sieben Höfe werden zur Rätsellandschaft

Sieben ausgewählte Höfe werden Teil des Spiels. Teams mit bis zu 8 Personen begeben sich mit Amulett und Schatzkarte auf Spurensuche. Hinweise sind in Stuben, Kammern und Wirtschaftsgebäuden versteckt. Aufgaben müssen gelöst, historische Zusammenhänge erkannt, Details richtig gedeutet werden.

Sieben Höfe werden zu Rätselstationen und laden dazu ein, sich auf die Spurensuche eines Tagelöhners zu begeben. © Gabriele Griessenboeck

Im Zentrum steht die Geschichte eines Tagelöhners, der sich auf Jobsuche durch mehrere Jahrhunderte Tiroler Alltagsgeschichte bewegt. Architektur, Arbeitswelten und Lebensbedingungen werden dabei nicht nur erklärt, sondern spielerisch erfahrbar gemacht. Bis zu 10 Gruppen können gleichzeitig starten. Für Kinder ab 12 Jahren und Jugendliche gibt es eine leichtere Variante. Das Angebot richtet sich an Familien ebenso wie an Erwachsene, Firmen und Reisegruppen. Der Preis liegt bei 13 Euro Museumseintritt pro Person plus 24 Euro pro Gruppe für das Spiel.

Mit einem Amulett und der Karte geht es durch das Museum zu den sieben Höfen, in denen Rätsel gelöst werden müssen. © Gabriele Griessenboeck

Bekanntes neu entdecken

Gerade für Stammgäste soll das Konzept einen zusätzlichen Anreiz bieten.
„Viele Besucher kennen unsere Höfe seit Jahren. Durch das Spiel entdecken sie Details, die sie bisher vielleicht übersehen haben,“ erklärt Maximilian Herbst, Geschäftsführer des Museums.

Und weiter: „Wir wollten kein klassisches Escape Setting bauen, sondern das Original nutzen. Jede Aufgabe führt direkt zu einem historischen Aspekt. Man versteht plötzlich, warum ein Raum so angelegt wurde oder weshalb bestimmte Materialien verwendet wurden.“

Bis zu 10 Gruppen können im Museum gleichzeitig spielen. © Gabriele Griessenboeck

Lernen durch Erleben

Das Museum entstand in den 1970er Jahren aus der Idee heraus, gefährdete Bauernhäuser aus allen Tälern Tirols zu retten und an einem Ort wieder aufzubauen. Jeder Hof wurde am ursprünglichen Standort sorgfältig dokumentiert, abgetragen und in Kramsach detailgetreu rekonstruiert. Heute gilt das Areal als Tirols größtes Freilichtmuseum mit jährlich rund 60.000 Besuchern. Der neue Escape Room erweitert das klassische Vermittlungsangebot um eine interaktive Ebene.

Im Amulett ist ein Chip, der die verschiedenen Stationen aktiviert. © Gabriele Griessenboeck

Das Ziel ist klar formuliert: „Wir möchten erreichen, dass Gäste wiederkommen und das Museum mehrmals besuchen. Jede Spielrunde eröffnet neue Perspektiven“, sagt Herbst. Für Gäste, die Tirol jenseits von Bergpanorama und Almromantik kennenlernen möchten, eröffnet sich damit eine ungewöhnliche Möglichkeit. Geschichte wird dadurch nicht einfach konsumiert. Sie wird entschlüsselt.

Die Flucht gelingt erst am Ausgang, wenn die Spielenden die letzte Truhe öffnen und damit das finale Rätsel lösen. © Gabriele Griessenboeck

Geöffnet ist das Museum von 1. März bis Anfang November 2026, täglich. Weitere Informationen unter www.museum-tb.at
Alle Veranstaltungen im Museumsjahr 2026 gibts unter:
​​​​​​https://www.museum-tb.at/veranstaltungen

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