Neue Ideen für Europa: Das European Forum Alpbach 2022 ist eröffnet

Aktualisiert am 23.08.2022

Unter dem Jahresthema The New Europe werden bis 2. September 2022 mehr als 600 junge Stipendiaten aus 70 Ländern mit internationalen Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft gemeinsam im Tiroler Ort Alpbach Ideen und Lösungen über die Zukunft Europas erarbeiten.

Politprominenz beim feierlichen Auftakt des European Forum Alpbach 2022 © (c) ELISABETH MANDL

Am 22. August wurde das European Forum Alpbach 2022 im Congress Centrum Alpbach eröffnet. Der Krieg gegen die Ukraine hat Europa aus einem Tiefschlaf erweckt. Das Europa von heute ist geschwächt, weil es seine wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Führungsposition in den letzten 15 Jahren verloren und seine Verteidigung vernachlässigt hat.

EFA-Präsident Andreas Treichl bei der Eröffnungsrede in Alpbach. Foto: Andrei Pungovschi © Andrei Pungovschi

EFA-Präsident Andreas Treichl, ging auch in seiner Eröffnungsrede darauf ein: „Sieben Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa kam eine Gruppe von Widerstandskämpfer:innen, Wissenschaftler:innen und jungen Menschen zusammen, um über die Zukunft Europas zu diskutieren. Damit wurde der Grundstein für unser Forum gelegt“, erklärte Treichl. „Die Welt hat sich seitdem massiv verändert. Heutzutage sind autokratische Kräfte auf dem Vormarsch. Wenn wir den Frieden in der Welt sichern wollen, sollten wir dafür sorgen, dass die vereinten Kräfte der Demokratie genauso stark sind wie die der Autokratien.“ Aus seiner Sicht hat Europa zwei große Fehler gemacht: „Europa hat Russland jahrzehntelang vertraut, dass es ihr wichtigster Energielieferant ist, aber es hat Deutschland nicht vertraut, dass es eine wichtige Rolle in unserer Verteidigung spielt. Oder anders gefragt: Hat die Gier das Vertrauen besiegt? Ich denke, die Antwort darauf ist: Ja“, sagte Treichl. Er ist jedoch auch fest davon überzeugt, dass die Europäer:innen im Jahr 2022 gleich stark sind wie die Europäer:innen 1945. „Mit dem gravierenden Unterschied, dass wir heute nichts mehr wiederaufbauen, sondern uns verbessern müssen.“

Regierungsspitzen setzen sich für EU-Erweiterung ein

© Andrei Pungovschi

Die moldauische Präsidentin Maia Sandu betonte, dass „wir nur gemeinsam ein Europa bilden können, das resilient genug ist, um die Herausforderungen von heute zu meistern.“ Als wesentliche Themen in diesem Zusammenhang nannte sie Desinformation, Energiesicherheit, Korruptionsbekämpfung und die Erweiterung der EU. Auch Bundeskanzler Karl Nehammer sprach sich für eine Vergrößerung der EU aus: „Alle Länder des Westbalkans verdienen einen glaubwürdige EU-Perspektive. Österreich wird sich dazu weiterhin verpflichten.“

Das European Forum Alpbach 2022: 21. August bis 2. September

© Philipp Huber

4.000 Studierende und Teilnehmende werden sich beim diesjährigen Event darüber austauschen, wie Europa seine derzeitigen Herausforderungen meistern kann – entlang von vier thematischen Tracks. Weitere Infos zum European Forum 2022 gibt es unter: https://www.alpbach.org/

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