„Vom Handwerk zum Hightech“ – Jenbacher Museum lässt 500 Jahre Industriegeschichte lebendig werden

Aktualisiert am 22.04.2026

Bereits vor einem halben Jahrtausend begann in Jenbach eine Entwicklung, die den Ort bis heute prägt: 1526 wurden die Schmelzhütten des Schwazer Bergbaus nach Jenbach verlegt – der Beginn einer langen industriellen Tradition. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Jenbacher Museum der Geschichte des Ortes die Sonderausstellung „500 Jahre Industriestandort Jenbach“. Gleichzeitig feiert das vom sekundären Wirtschaftssektor geprägte Ausstellungshaus mit einer zweiten Sonderausstellung selbst sein 30-jähriges Bestehen – ein doppelter Anlass für Rückblick und Neuentdeckung. Die Saisoneröffnung des Museums mit Festakt und Rahmenprogramm findet am 25. April 2026 um 10 Uhr im Jenbacher Museum statt.

Doppeljubiläum in Jenbach (v.l.): Walter Felkel (ehrenamtlicher Mitarbeiter im Jenbacher Museum), Elisabeth Frontull (Geschäftsführerin des TVB Silberregion Karwendel), Wolfgang Meixner (Obmann des Jenbacher Museum), Erika Felkel (ehrenamtliche Mitarbeiterin im Jenbacher Museum) und Andreas Jenewein (Obmann des TVB Silberregion Karwendel) feiern 30 Jahre Jenbacher Museum sowie 500 Jahre Industriestandort Jenbach. © TVB Silberregion Karwendel

„Jenbach ist heute ein moderner Industriestandort mit internationaler Strahlkraft – Unternehmen wie INNIO stehen exemplarisch dafür“, sagt Elisabeth Frontull, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Silberregion Karwendel. „Viele dieser Betriebe sind aus den traditionsreichen Jenbacher Werken hervorgegangen und zählen heute zu den Weltmarktführern in ihren Bereichen. Das Zusammenspiel aus industrieller Kompetenz und regionaler Verwurzelung prägt den Ort bis heute. Das Museum macht diese Entwicklung seit Jahrzehnten sichtbar – und zeigt sie in der aktuellen Ausstellung besonders eindrucksvoll.“

„Das Museum macht sichtbar, was Jenbach als Ort ausmacht – und schafft ein Bewusstsein dafür, wie stark die industrielle Entwicklung die Region bis heute prägt“, sagt TVB-Obmann Andreas Jenewein. „Ein großer Verdienst gilt dabei dem Team des Jenbacher Museums, das es versteht, Geschichte so aufzubereiten, dass sie für Einheimische wie Gäste greifbar wird und Identität stiftet.“

Jenbach ist ein moderner Industriestandort und schon längst von internationalem Rang. © Angélica Morales

Jenbacher Museum feiert Geburtstag: 30 Jahre Leidenschaft für die heimische Geschichte

Der zweite Teil der Jubiläumsausstellung beleuchtet die Entwicklung des Museums selbst, das am 27. April 1996 eröffnet wurde. Ursprünglich ganz der Industriegeschichte gewidmet, kamen im Lauf der Zeit neue Themen hinzu: Neben der Dauerausstellung zur Industrie- und Eisenbahngeschichte (mit Achenseebahn und Zillertalbahn) bietet das Museum faszinierende Einblicke in die Natur der Region – von filigranen Schmetterlingen bis zu imposanten Greifvögeln. Auch Themen wie Alpinismus, Wintersport und die historische Südtirol-Beziehung finden ihren Platz. „500 Jahre Industriegeschichte bedeuten auch 500 Jahre sozialer und wirtschaftlicher Veränderung“, sagt Wolfgang Meixner, Obmann des Jenbacher Museums. „Die Geschichte zeigt, wie technische Innovation, Arbeitswelt und Umwelt über Jahrhunderte in Wechselwirkung standen. Unser Ziel ist es, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern bereits seit 30 Jahren hier im Museum anschaulich zu erzählen.“ Diese Vielfalt spiegelt die enge Verbindung des Museums mit seiner Umgebung wider und zeigt, wie breit Kulturgeschichte in einem Ort verankert sein kann.

Fest zum Jubiläum: Aktionen für Einheimische und Gäste

Das Jenbacher Museum wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Österreichischen Museumspreis, dem Tiroler Museumspreis und dem Österreichischen Museumsgütesiegel. Geöffnet ist das Museum von 25. April bis 24. Oktober 2026 Montag, Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils von 14 bis 17 Uhr. Am 25. April 2026 findet ab 10 Uhr die Jubiläumsfeier statt – mit Grillfest, Zillertaler Krapfen, Kaffee und Kuchen, Flohmarkt sowie der feierlichen Ausstellungseröffnung. Für die musikalische Umrahmung sorgt die „Jenbacher Tanzlmusig“.

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