Voller Erfolg: Das Resümee zur Straßenrad-WM

Aktualisiert am 02.10.2018

Sport auf Höchstklasse, tausende Fans und Top-Wetter. Die Straßenrad-WM in Innsbruck-Tirol wird als eine der schwierigsten aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Bilder von traumhaften Kulissen gingen um die Welt. Die Rad-WM war ein voller Erfolg.

Shootingstar: Mountainbikerin Laura Stigger holt WM-Gold beim zweiten Straßenrennen ihrer Karriere. © Dario Belingheri

Die UCI Straßenrad-Weltmeisterschaft in Innsbruck-Tirol wird lange in Erinnerung bleiben, nicht zuletzt wegen dem großen Finale am Sonntag, den 30.09.2018. In einem Rennrad-Krimi konnte sich der spanische Routinier Alejandro Valverde zum Weltmeister im Straßenrennen krönen. Nach 258,5 Kilometern setzte sich der 38-jährige auf der Zielgeraden gegen eine vierköpfige Spitzengruppe vor dem Franzosen Romain Bardet und dem Kanadier Michael Woods durch. „So viele Jahre habe ich gewartet, nun habe ich es doch noch geschafft“, sagte Alejandro Valverde unter Tränen. Zweimal Silber und viermal Bronze (auch in Salzburg im Jahr 2006) hatte er bisher holen können. In Innsbruck-Tirol reichte es für den Spanier endlich zum Weltmeistertitel.

Frisch gebackener Weltmeister: Alejandro Valverde aus Spanien © Bettini Photo / Tirol Werbung

Welcome to Höll: Die härteste WM-Strecke aller Zeiten

Besonders der Schlussanstieg beim Herren Elite Rennen, die „Höttinger Höll“, verlangte den Radprofis alles ab. „Ich habe noch nie so eine harte WM-Strecke gesehen“, hatte der italienische Radstar Vincenzo Nibali, der auf Gesamtsiege beim Giro d`Italia und der Tour de France verweisen kann, schon vor dem Rennen gesagt. Tausende Fans aus aller Welt feierten über eine Woche lang miteinander ein friedliches Radfest in Tirol.

Romain Bardet, Alejandro Valverde und Michael Woods beim Anstieg in die Höll. © Bettini Photo

„Innsbruck wird immer einen Platz in meinem Herzen haben. Nicht nur, weil ich hier den Titel im Zeitfahren und im Straßenrennen holen konnte, sondern weil ich mich immer an das Publikum an der Strecke erinnern werde. Die Fans waren einfach großartig“, sagte der Junioren-Doppelweltmeister Remco Evenepoel aus Belgien. Österreichische Radfans werden die WM wegen dem Überraschungs-Sieg von Laura Stigger beim Straßenrennen der Juniorinnen in Erinnerung behalten. Ihre Freudentränen und ihr legendärer Zielsprint, nach einem an Spannung kaum zu überbietenden Rennen, haben die Fans begeistert. „Ich kann es nicht glauben. Meine Beine haben gebrannt und schön langsam haben auch Krämpfe eingesetzt. Ich habe einfach alles gegeben“, so Stiggler unmittelbar nach dem Rennen.

Fans aus aller Welt in bester Stimmung © Jan Hetfleisch / Tirol Werbung

Begeisterung bei den Fans

Die ganze Welt hat während der Straßenrad-WM auf Tirol geblickt. Die TV-Bilder gingen in 150 Länder. Perfektes Wetter, interessante Strecken, schöne Bergpanoramen und tausende Fans aus allen Teilen der Welt. Neben Fangruppen aus traditionellen Radnationen wie den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Italien säumten auch Iren, Deutsche, Slowaken, Polen, Argentinier und Eritreer die Strecken. Die Ankündigung von Misghina Haile, dem Generalsekretär des Eritrea National Cycling Teams, sollte sich bewahrheiten. „In Eritrea ist Radfahren die Sportart Nummer eins. Zum Herren Elite Rennen werden sehr viele Eritreer kommen, die in Österreich oder den österreichischen Nachbarländern leben.“

Fans aus Eritrea in Innsbruck © Tirol Werbung

Tolles Rahmenprogramm

Die Kolumbianerinnen Tatiana Uintaco und Edilma Sierra sagen: „Wir lieben die Stimmung bei der WM und vor allem in der Fanzone im Zielgelände ist viel los.“ Neben den sportlichen Highlights war auch für ein tolles Rahmenprogramm mit internationalen Musik-Stars, Events für die ganze Familie und Tiroler Brauchtumsveranstaltungen gesorgt. „In der Nacht erlebten wir sehr viel Partystimmung und dank der Straßenbahn konnten wir viele Tagesausflüge unternehmen“, freute sich der Schweizer Roberto Gaiger, der mit seinen Freunden wieder nach Innsbruck kommen wird: „Allein schon wegen dem Tiroler Gröstl.“

Zahlreiche Side-Events sorgten für gute Stimmung. © Innsbruck-Tirol 2018 / Seiwald

Radland Tirol

Tirol hat seine Visitenkarte als Sportland Nummer 1 abgegeben und ist mit dieser WM endgültig auch zum Radsportland geworden, führte der Tiroler Sportlandesrat Josef Geisler an. Ein Großteil der Tiroler Bevölkerung ließ sich von der positiven WM-Stimmung anstecken und fieberte an der Rennstrecke oder vor dem Fernseher mit. Unzählige Fan-Initiativen zeugen von großer Kreativität. Eines der Highlights war das Gemüsefeld in Thaur, auf dem 60.000 Salatköpfe so gepflanzt wurden, dass sie aus der Luft einen Willkommensgruß aus Hall-Wattens für den Kamerahubschrauber darstellten. Zahlreiche Side-Events sorgten bei Gästen und Einheimischen für viel Unterhaltung. „Von der Großveranstaltung habe ich leider nicht so viel mitbekommen, weil ich elf Stunden pro Tag im Café gearbeitet habe. Aber während der WM sind deutlich mehr Touristen zu uns gekommen“, sagt Manfred Bloch, Geschäftsführer eines Lokals am Innrain.

Fahnenmeer beim großen Finale, dem Straßenrennen der Herren-Elite © Bettini Photo

Touristiker sehr zufrieden

„5.000 bis 6.000 Zuseher sind zu den Rennstarts in Rattenberg gekommen. Hunderte Leute haben die Rennen von der Straße aus mitverfolgt“, sagt Markus Kofler, Geschäftsführer Alpbachtal Seenland Tourismus, der weiter meint: „Die Bilder, die in die Welt gingen, werden einen gewaltigen Turbo auslösen.“

In dieselbe Kerbe schlägt Martin Friede für die Region Hall-Wattens. „Der Riese der Swarovski Kristallwelten war bei den Starts der Einzelzeitfahren in Wattens stets im Mittelpunkt der TV-Übertragungen. Weitere fantastische Bilder gingen bei den anspruchsvollen Rennstrecken entlang des Karwendelgebirges von Fritzens über Gnadenwald und den Martha-Dörfern in alle Welt.“

Auch wenn man im Ötztal auf weniger direkte touristische Wertschöpfung verweist, so wird man langfristig jedenfalls von der Straßenrad-WM profitieren. „Wir investieren im Ötztal seit Jahren in ein Top-Rad-Angebot und in Events. Durch diese WM wurde der Radsport erlebbar und sichtbar“, erklärt Carmen Fender, Marketingleiterin von Ötztal Tourismus.

In Kufstein freut man sich ebenso über die mediale Wertschöpfung und die Anwesenheit der weltweiten Rad-Elite. Etwa 10 Mannschaften und unzählige Sponsoren waren in der Region untergebracht und die WM habe die Betten in der Spätsaison gefüllt, sagt Stefan Pühringer vom TVB Kufsteinerland.

Besonders gut sind die Buchungen während der Rad-WM in Innsbruck gewesen. „Die Betten in der Landeshauptstadt waren voll. Innsbruck und die umliegenden Dörfer waren komplett ausgebucht“, bilanziert Karin Seiler-Lall, Geschäftsführerin Innsbruck Tourismus.

Tausende Zuschauer im Startort Rattenberg. Die Touristiker ziehen eine postive Bilanz. © Bettini Photo

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