50 Jahre Loipe Gschnitztal

Aktualisiert am 29.01.2019

Langlaufen hat im Gschnitztal Tradition. Zum 50jährigen Bestandsjubiläum gibt es eine Erweiterung des Loipenangebots: die gesamte Gschnitztal Loipe wird nun neben der klassischen Spur auch mit einer Skatingspur geführt. Auch hier wird das neue Bergsteigerdorf Gschnitztal dem Slogan „Bewegung aus eigener Kraft“ gerecht.

Erste Loipe im Bezirk Innsbruck Land

Bereits 1968 wurde im Gschnitztal eine erste Wanderloipe angelegt. Der damalige Geschäftsführer des Fremdenverkehrsvereins Gschnitz, Adi Messner, heute 79 Jahre alt, erzählt bei einer kleinen Zusammenkunft einiger Gründungsmitglieder von den Anfängen der Gschnitztal Loipe, die damals die erste im Bezirk war: „ 1968 wurde einer von den insgesamt vier Schleppliften, die es in Gschnitz gab, gebaut. In diesem Winter entstand auch die Idee, nicht nur auf Alpin-Skifahren zu setzen, sondern auch auf den neuen Trendsport Langlaufen. Eigentlich war es auch aus Eigennützigkeit, denn nach einem schweren Sturz, den ich mir beim Skisprungtraining zugezogen hatte, konnte ich nicht mehr Alpin Skifahren, Langlaufen war jedoch noch möglich.“

Einige Pioniere rund um Adi Messner spurten anfangs mit eigenen Skiern die erste Wanderloipe im Gschnitztal, die eine Länge von 1 km hatte. „Wenn man diesen Rundkurs 10 Mal absolvierte, hatte man immerhin auch 10 km in den Beinen,“ erzählt Adi, der gemeinsam mit seiner Frau Hilde unter den ersten Langläufern war. Von manchen Einheimischen anfänglich belächelt, gab es bald schon einige Nachahmer und auch Gäste, die die neue Loipe in Gschnitz nutzten.

Bereits 1969 wurde dann das erste Mal mit einem Skidoo eine Spur von Gschnitz bis nach Steinach gespurt. Einen schriftlichen Vertrag mit den Grundbesitzern gab es damals noch nicht, die Durchfahrtsgenehmigung wurde noch per Handschlag erteilt. Es dauerte nicht lang, bis das Langlauffieber um sich griff. In den 1970er Jahren gab es bereits die ersten Langlaufrennen.

Seit 1984 Gütesiegel des Landes Tirol

Nachdem die Kosten für die Loipenpräparierung laufend stiegen, wurde 1984 eine Loipengemeinschaft gegründet, in der Vertreter der Tourismusverbände sowie der Gemeinden Steinach, Trins und Gschnitz einen Schlüssel für die Aufteilung der Kosten vereinbarten. Auch Verträge mit den Grundbesitzern wurden abgeschlossen und ein neues, modernes Loipenspurgerät angeschafft. Artur Reimair, damals angestellt beim TVB Steinach, war ab diesem Zeitpunkt für die Präparierung zuständig. Der heute 87-Jährige erinnert sich noch gerne an diese Tätigkeit, die er bis zu seiner Pensionierung ausübte. Und auch sein Nachfolger Josef Öttl, der als Arbeiter der Gemeinde Gschnitz die Loipenpräparierung von Artur Reimair übernahm, erzählt beim Jubiläumstreffen stolz: „Du musst das Loipengerät so behandeln, als ob es dir gehört, dann hast du kaum Reparaturen.“  Seit 1984 wurde die Gschnitztal Loipe ohne Unterbrechung mit dem Loipengütesiegel des Landes Tirol ausgezeichnet. Die Vorarbeiten für eine Verlängerung dieses Prädikats laufen bereits. Ab 2020 wird die gesamte Loipe mit einer neuen Beschilderung versehen. Paul Wurzer, der momentan für die Präparierung zuständig ist, trägt seinen Teil dazu bei, dass die Loipen stets in bestem Zustand sind.

Langlaufen auch in Zukunft ohne Gebühr

Die Verantwortlichen der Loipengemeinschaft, allen voran der TVB Wipptal, möchte Gästen und Einheimischen auch in Zukunft die Möglichkeit bieten, den Langlaufsport in der traumhaften Naturkulisse des Gschnitztales kostenlos auszuüben. Die Gesamtlänge wurde zwar etwas verkürzt im Vergleich zu früher, weil die Präparierung zwischen Steinach und Trins in den schneearmen Wintern der letzten Jahrzehnte zunehmend schwieriger wurde. Zwischen Trins und Gschnitz wurde das Angebot allerdings ständig erweitert und umfasst derzeit 25 km klassisch gespurte Loipen und 18 km Loipen im Skatingstil.

Weitere Informationen:  https://www.wipptal.at/wipptal-erleben/winter/langlaufen/

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