Wilder Kaiser: Nachhaltigkeit und Lebensqualität

Aktualisiert am 12.11.2019

Im Prozess „Lebensqualität am Wilden Kaiser“ haben Touristiker, Gemeindevertreter und Bürger gemeinsame die Vision einer „ausgezeichneten Lebensqualität der am Wilden Kaiser lebenden, arbeitenden und urlaubenden Menschen“ entwickelt. Der Tourismusverband Wilder Kaiser hat nun als erste Organisation seine Ziele und Strategien definiert, um möglichst viel zu dieser Vision beitragen zu können. Fünf Handlungsfelder stehen dabei bis 2024 im Mittelpunkt.

Von attraktiven, lebendigen Dorfzentren profitieren alle Anspruchsgruppen und daher steht die Aufenthaltsqualität im Ortskern ganz oben auf der Agenda. Verordnete, verkehrsberuhigte und fußgängerfreundlich gestaltete Begegnungszonen dienen als Basis für aktiven Handel, ansprechende Gastronomie und einheimischenfreundliche Veranstaltungen. Im Jahr 2024 sollen mindestens 33.000 Gäste pro Jahr mit der Bahn statt mit dem Auto anreisen, was auch den innerregionalen Verkehr reduziert. Eine umfangreiche Vor-Ort-Mobilität und mehrere Kooperationen mit der Deutschen Bahn wurden hierfür in Angriff genommen.

Um die touristische Wertschöpfung zu verbessern, ohne den Druck auf die Natur und die lokale Bevölkerung zu erhöhen, soll die Auslastung nur in den Neben- und Zwischensaisonen gesteigert werden. Neue Hotels, die vorrangig in der Hauptsaison mehr Übernachtungen bringen, sind hingegen nicht erstrebenswert.

Etliche Gastgeber verlangen zu bestimmten Zeiten noch nicht den Preis, den der Markt hergibt. Der Tourismusverband will hier beraten und auch Instrumente zur Verfügung stellen, um die Wertschöpfung für die Region ohne zusätzliche Übernachtungen zu steigern. Eine starke Marke Wilder Kaiser und eine Steigerung des Vorverkaufs von Zusatzleistungen sollen ebenfalls helfen, die Zahlungsbereitschaft der Gäste zu erhöhen.

Für die lokale Tourismusgesinnung soll sichergestellt werden, dass Einheimische Freizeitangebote zu gleichen oder besseren Konditionen nutzen können als Gäste. Die Wertschätzung für Anrainer, Grundeigentümer und Vereine und die Möglichkeit für Bürger zum Dialog und zur Mitgestaltung fördern ebenso ein gutes Miteinander.

Ziel ist, dass die Bürger mit dem Tourismus verbunden sind und direkt davon profitieren. Daher gilt es die Bedingungen für Unternehmer und Arbeitnehmer im Tourismus nachweisbar zu verbessern. Mit der „Kaiserschaft“, einer Gruppe besonders engagierter touristischer Arbeitgeber, der StaffCard sowie dem neuen Recruitingcoach wurden hierfür auch schon konkrete Maßnahmen gesetzt.

Die Strategie 2024 des Tourismusverbandes Wilder Kaiser wurde in eineinhalb Jahren von den Gremien des Tourismusverbandes erarbeitet und von Geschäftsführer Lukas Krösslhuber Ende Oktober im Rahmen der ordentlichen Vollversammlung präsentiert. Die anwesenden Mitglieder haben die Neuausrichtung Richtung Nachhaltigkeit sehr positiv aufgenommen.

„Mit der Strategie 2024 ist klar definiert, welchen Bereichen der Tourismusverband sich in den nächsten Jahren, zusätzlich zum wichtigen Tagesgeschäft, besonders intensiv widmen darf. Nun gilt es im Unternehmen die Strukturen und Ressourcen dafür zu schaffen und das notwendige Know-how aufzubauen.“, meint TVB-Geschäftsführer Lukas Krösslhuber. Obmann Hans Adelsberger ergänzt: “Dass künftig neben Übernachtungen und Umsätzen, auch ökologische und soziale Aspekte Teil der TVB-Strategie und damit Entscheidungsgrundlage sind, kann durchaus als Paradigmenwechsel gesehen werden. Mit den Anreizen für Bahnanreise, dem Angebot Gästekarte=Fahrkarte, unserem Hundeprojekt, der Gruppe ‚Kaiserschaft‘ und dem Recruitingcoach wurden hierfür auch schon erste konkrete Projekte angegangen.“

Unter www.wilderkaiser.info/strategie haben wir die Inhalte der Strategie 2024 zusammengefasst.

Faktenbox

Handlungsfelder der Strategie 2024 des Tourismusverbandes Wilder Kaiser

1.            Aufenthaltsqualität in den Ortskernen verbessern

a.             Eine innerörtliche Begegnungszone pro Ort

b.            33.000 Bahnankünfte von Gästen pro Jahr (= Verdreifachung zu 2018)

c.             Events einheimischenfreundlich gestalten

 

2.            Auslastung steigern

a.             Steigerung der Übernachtungen in der Nebensaison um 20%

b.            Steigerung der Übernachtungen in der Zwischensaison um 50%

 

3.            Wertschöpfung pro Gast erhöhen

a.             Preiserhöhung bei Appartements ganzjährig um 4% pro Jahr (inkl. Inflation)

b.            Preiserhöhung bei Zimmern in der Hauptsaison um 4% pro Jahr (inkl. Inflation)

c.             Preiserhöhung im Aktivprogramm um 4% pro Jahr (inkl. Inflation)

d.            Durch höherwertiges Marketing die Zahlungsbereitschaft für die Marke Wilder Kaiser erhöhen

e.            Steigerung des Vorabverkaufsanteils von Zusatzleistungen auf 30% bis 2024

 

4.            Tourismusgesinnung verbessern

a.             Einheimische können Angebot zu gleichen oder besseren Konditionen nutzen wie Gäste

b.            Bürgern die Möglichkeit zum Dialog, Beteiligung und Mitgestaltung geben

c.             Wertschätzung für Vereine und Grundeigentümer

d.            Förderung regionaler Kreisläufe

 

5.            Branchenattraktivität erhöhen

a.             Image der Branche lokal verbessern

b.            Entlohnung sowie Benefits auf Betriebs- und Regionsebene verbessern

c.             Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung, Unterbringung und Mobilität verbessern

d.            Unterstützung für die Arbeitgeber bei der Mitarbeiterfindung und -bindung ausbaue

 

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