Zillertal – eine Schatzkiste alpiner Naturjuwele

Aktualisiert am 01.02.2021

Großstadthektik und Alltagsstress können bei der Anreise ins Zillertal getrost daheim gelassen werden. „Zurück zur Natur“ lautet das Credo, sobald man in der traumhaften Urlaubsdestination angekommen ist. Ursprünglichkeit ist im Zillertal Programm: der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen erstreckt sich auf stolzen 422 km². Etwa ein Zehntel davon ist vom ewigen Eis bedeckt – im Naturpark gibt es nämlich rund 80 Gletscher. Entschleunigung findet man etwa bei einer Sonnenaufgangswanderung zu den Torseen – ein absoluter Hotspot für Fotografen – oder beim Beobachten der heimischen Steinböcke und Adler.

Wandern auf der Zillerplattenscharte. © Zillertal Tourismus / Bernd Ritschel

Was man kaum glaubt, mit dem Hochgebirgs-Naturpark stehen rund 40% der Fläche des gesamten Tals unter Naturschutz. Er erstreckt sich auf einer Höhe von 1.000 Metern im Bergsteigerdorf Ginzling bis 3.509 Metern am Hochfeiler, dem höchsten Berg der Zillertaler Alpen. Von der Reichenspitze im Osten bis zum Olperer im Westen, vom Ahorn im Norden bis in den Süden zum Alpenhauptkamm reicht der Naturpark, das Teil des größten Schutzgebietsverbunds Mitteleuropas ist! Zentrale Anlaufstelle bildet das Naturparkhaus in Ginzling. Hier erfährt man alles, was man über das Schutzgebiet und die Tourenmöglichkeiten wissen möchte. In der Naturparkregion gibt es ein dichtes Wegnetz mit vielen traumhaft gelegenen Schutzhütten. So wird das Gebiet zu einem Paradies für Wanderer und Tourengeher. Zusätzlich gibt es ein Sommerprogramm, das von Mai bis Oktober rund 200 geführte Wanderungen zu über 30 verschiedenen Themen sowie spezielle Erlebnisse für Familien bietet.

Auf du und du mit Adler, Steinbock und Co.

Der Park umfasst alle alpinen Höhenstufen – von der Talsohle über Bergwälder und Almgebiete bis hinauf zu den Gletschern. Das garantiert eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Wildtierbeobachtungen werden im Rahmen von geführten „Nature Watch“-Touren im Naturpark angeboten. Mit dem Fernglas beobachtet man in den Alpen beheimatete Tiere wie Adler und Murmeltiere, während ein Experte alle wichtigen Details erklärt. Wenn man Glück hat, kann man bei einer hochalpinen Wanderung sogar Steinböcke sehen. Immerhin etwa 100 Stück dieser bedrohten Tierart leben in den Zillertaler Alpen. Wer die imposanten Kletterer erspähen will, sollte vor allem auf den Gebirgsscharten Ausschau halten. Wichtig ist dabei, stets genügend Abstand zu den Tieren zu wahren. Willi Pfister, Geograph und Geschäftsführer des Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen verrät: „Die Zillerplattenscharte bei Sonnenaufgang ist einer meiner absoluten Lieblingsplätze. Mit etwas Glück kann man von dort Steinböcke im Morgenlicht beobachten. Und danach freue ich mich auf einen guten Kaiserschmarrn auf der wunderschön gelegenen Plauener Hütte.“

In den Zillertaler Bergwäldern Energie tanken

Ein gesunder Wald ist Sinnbild für Ruhe und Kraft. Wer durch einen Wald streift, lädt seine inneren Batterien auf und schöpft Inspiration, die noch lange nachhallt. Bergwald im Zillertal – das bedeutet vor allem Vielseitigkeit, denn die Pflanzenwelt hat sich hier den extremen Bedingungen in den Hochalpen angepasst. So wachsen hier Grauerlen an den Flussläufen sowie Fichten, Tannen, Lärchen, Zirben und Latschen. Auf dem Gebirgsboden finden sich Alpenrosen, Heidelbeeren und Gamsheide. Wie gesund die Zillertaler Wälder sind, beweist auch die Existenz von Vögeln wie dem Dreizehenspecht, dem Auerhuhn und dem Raufußkauz. Diese Tiere stellen nämlich einen sehr hohen Anspruch an ihre Umgebung und sind nur dort zu finden, wo der Lebensraum intakt ist.

Wenn sich die Gipfelwelt in den klaren Bergseen spiegelt

Landschaftlich gibt es im Naturpark auch sonst noch einiges zu entdecken: Zum Beispiel die grandiosen Naturseen, wie der Schwarzsee, der Friesenbergsee oder die Bergseen am Pfitscher Joch. Absoluter Foto-Hotspot zum Sonnenaufgang: die Torseen! Sie liegen leicht erreichbar im Tuxertal auf rund 2.000 m Seehöhe und bieten einen herrlichen Blick auf die Tuxer Alpen. Von Juni bis September bietet das am Seeufer blühende Wollgras mit seinen wattebauschartigen weißen Büscheln einzigartige Fotomotive.

Von Gletschern, Mooren und Tälern

Stolze 80 Gletscher zählt man im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen. Insgesamt bedeckt die Eisfläche rund 35 km² des Parks. Die größten „Keese“ – so werden Gletscher im Zillertal genannt – sind das Schlegeiskees, das Hornkees und das Schwarzensteinkees. Zu den landschaftlichen Besonderheiten im Naturpark gehören auch die Feuchtwiesen und Niedermoore, die einen wichtigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten bieten. Vom Zillertaler Hauptkamm aus verlaufen mehrere „Gründe“ – so werden im Zillertal die Täler genannt – von Südwesten Richtung Nordosten. Landschaftlich besonders sehenswert sind hier der Zemmgrund, der Schlegeisgrund, der Stillupgrund und der Hundskehlgrund.

Bei Freiwilligenprojekten im Naturpark helfen

Urlauben und gleichzeitig etwas Gutes tun? Das kann man als Freiwilliger im Naturpark! Bei den Freiwilligenprojekten geht es darum, die eigene Kraft für die Natur einzusetzen, etwas voranzutreiben und mit einem guten Gefühl nach Hause zu gehen. Die Arbeiten umfassen hauptsächlich Landschaftspflege – oder eben das, was gerade so anfällt. „Es ist immer wieder beeindruckend, mit welchen Engagement sich die Gruppen hier für die Natur- und Kulturlandschaft einsetzen“, ist Willi Seifert begeistert über die Arbeit der ehrenamtliche Helfer. Wer Lust hat, etwas zu bewirken, kann sich einfach bei der Naturparkbetreuung melden!

Ob also beim Wandern, Klettern, Biken oder einfach nur beim entspannten Genießen der Natur – im Zillertal stößt man an jeder Ecke auf einmalige Landschaften und Augenblicke, an die man sich auch lange nach dem Urlaub noch gerne erinnert.

Nützliche Links:

Ein Erlebnis der besonderen Art ist von Hütte zu Hütte zu wandern und so der Natur besonders nahe zu sein. Vom atemberaubenden Panorama bis zur Hüttenromantik – die Weitwanderwege des Zillertals bieten unvergessliche Eindrücke: www.zillertal.at/weitwandern

Genauere Infos und Beschreibungen der Wandertouren finden Sie unter: www.zillertal.at/wandern

Weitere Infos zum Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen und zum Programm gibt es unter: www.naturpark-zillertal.at

Über das Zillertal Tal der Dreitausender, des ewigen Eises, der kulinarischen Höhepunkte und der Musik. Mit Herzlichkeit und typisch Tiroler Charme wird man in jeder der 25 Zillertaler Gemeinden willkommen geheißen. Insgesamt hat das breite und sonnige Tal über 35.000 Einwohner und erstreckt sich über 47 Kilometer. Den höchsten Punkt im Zillertal bildet mit 3.509 Höhenmetern der Hochfeiler. Seinen Namen hat das Tal vom 56 km langen Fluss Ziller, dessen Quelle sich auf 2.270 Meter Höhe in der Gemeinde Brandberg befindet. Er fließt von Süden nach Norden und mündet bei Strass auf 517 Meter Seehöhe in den Inn. Große Hotelketten sucht man im Zillertal vergeblich – die meisten Hotels sind Familienbetriebe. Der einzigartige Mix aus Genuss und Natur begeistert seit jeher – investiert wird dabei laufend in den Komfort und die perfekte Infrastruktur. Sommer wie Winter locken unzählige Angebote auf Gebirgspfade, auf die Piste oder auf den Golfplatz. Möglichkeiten gibt es im Zillertal wie Nadeln im Zirbenwald. Der nächste Urlaub im „Tal der unzähligen Möglichkeiten“ kann kommen!

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