Altes Handwerk wieder entdecken

Drei Handwerker laden am Feiertag ins Kramsacher Freilichtmuseum ein, um ihr Können darzubieten. Auf einem Rundgang kann man die alten Herstellungsweisen von Schindelmachen, Klosterarbeiten bis hin zum Beschlag von Pferden kennenlernen.

Es gibt immer etwas zu tun, meint Hugo Messner, der schon als Kind seinem Vater beim Schindelmachen half.
Es gibt immer etwas zu tun, meint Hugo Messner, der schon als Kind seinem Vater beim Schindelmachen half. ©Grießenböck

Kramsach – Hugo Messner ist Meister im Schindelmachen. Im Höfemuseum führt der über 80jährige seine Kunst immer wieder gerne vor. Geschickt treibt er das Schindelmesser ins Holz. Schon früh ging der Bauernbub seinem Vater zur Hand, wenn der alle paar Jahre die Dächer „umdecken“ musste. „Die Schindeln haben eine Tag- und eine Nachtseite“, erzählt Hugo Messner den neugierigen Zusehern, während er mit dem Spalteisen das Holz bearbeitet. Die Tagseite ist der Witterung ausgesetzt. Um sie zur geschützten Nachtseite zu machen, wird Schindel für Schindel umgedreht. Um nach dieser Methode beispielsweise das ganze Dach des Hacklerhofs im Museum auszutauschen brauchen drei Leute eine ganze Woche. Der Großteil der alten Höfe ist mit Legschindeln gedeckt. „Zu tun gibt es immer etwas“, so Hugo Messner.

Um uraltes Handwerk wie dieses zu entdecken, lädt das Museum Tiroler Bauernhöfe am Mittwoch den 15. August gleich drei Spezialisten ihrer  Zunft ein. Neben dem Schindelspalten wird Renate Herbert vorzeigen, wie man mit viel Einfallsreichtum und Geduld filigrane Klosterarbeiten herstellt. Der Schmid Stefan Miller wird sein Ross beschlagen und den Besuchern diese präzise Handarbeit erklären. „Wir versuchen dem ursprünglichen Tiroler Handwerk eine Plattform zu bieten, damit die alte Tradition nicht in Vergessenheit gerät“, erzählt Hans Knoll, Obmann des Freilichtmuseums. Die Handwerksvorführungen finden von 13 bis 16 Uhr im Freilichtgelände des Museums statt. 

Infos unter: www.museum-tb.at

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