Tiroler Tourismusforum: Impulsgeber zum Jubiläum ausgezeichnet
Aktualisiert am 01.07.2026 | Tirol Werbung
Wie Tradition und Innovation zusammenspielen, stand im Mittelpunkt des 48. Tiroler Tourismusforums am 1. Juli. Bei der Veranstaltung wird alljährlich auch der Tirol Touristica Award für herausragende Projekte bzw. Persönlichkeiten im Tiroler Tourismus verliehen. Die Auszeichnung feierte heuer ihr 30-jähriges Bestehen. Den dafür ausgelobten Jubiläumsaward erhielten die Swarovski Kristallwelten, die 1996 bereits den ersten Tirol Touristica Award bekommen hatten. Der Preis fürs Lebenswerk ging an Franz Tschiderer.

Innsbruck, 1. Juli 2026 – Das Tiroler Tourismusforum versammelt einmal jährlich die Branche im Congresspark Igls, rund 400 Gäste waren zur heurigen Ausgabe gekommen. Seit 1996 dient die Veranstaltung auch als Plattform für die Verleihung des Tirol Touristica Award. Dieser wird an Projekte und Persönlichkeiten vergeben, die wesentliche Impulse für den Tiroler Tourismus geliefert haben. Aus Anlass dieses 30-jährigen Bestehens wurde heuer ein Jubiläumspreis verliehen. Dabei schloss sich ein Kreis, denn der Preisträger dieser Auszeichnung – Swarovski Kristallwelten – hatte den Tirol Touristica schon bei seiner Premiere vor 30 Jahren zugesprochen bekommen.
Franz Tschiderer, der den Tiroler Tourismus über viele Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet hat, erhielt den Tirol Touristica Award für sein Lebenswerk. Besonders eng verbunden ist Tschiderer mit der Region Serfaus-Fiss-Ladis, deren Aufstieg zu einer der bekanntesten und begehrtesten Familiendestination weltweit er initiierte und wesentlich vorantrieb. Zudem prägte er als Vorsitzender des Tyrol Tourism Boards, des obersten Tourismusgremiums des Landes, auch die touristische Entwicklung Tirols mit.
Über die Vergabe des Nachwuchspreises entschieden die Gäste vor Ort beim Forum und im Livestream. Die beiden Anwärter – AlpBox Tirol und Dark Sky Tirol – präsentierten dazu live auf der Bühne ihre Projektideen, über die anschließend abgestimmt wurde. Dabei überzeugte Johann Leopold Bahr mit seinem Konzept für Dark Sky Tirol. Gäste können an geführten Sternenbeobachtungen teilnehmen, Einblicke in den Nachthimmel erhalten und Angebote erleben, die Natur und Astronomie miteinander verbinden. Bahr darf sich über ein Preisgeld von 2.000 Euro von der Hypo Tirol Bank freuen, die außerdem die Trophäen für die Preisträger zur Verfügung stellt.

Leitbranche Tourismus
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle betonte in seiner Rede beim Tourismusforum die Bedeutung der Branche: „Der Tiroler Tourismus ist eines der wesentlichen wirtschaftlichen Zugpferde in Österreich und ein wichtiges Standbein für das Land Tirol. Mit 50 Millionen Nächtigungen und 13 Millionen Gästeankünften sind wir mit Abstand das Tourismusland Nr. 1 in Österreich. Unsere Gastfamilien, Tourismusunternehmer und Mitarbeiter leisten einen wesentlichen Beitrag, dass Tirol das größte Wirtschaftswachstum sowie die geringste Arbeitslosenquote aller Bundesländer aufweist. Wer glaubt, dass Tirol ohne Tourismus erfolgreich ist, der täuscht sich. Der Tiroler Tourismus ist nicht nur ein Jobmotor sondern auch ein Garant für wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand in den Regionen. Der Tourismus weiß aber auch, dass er gegenüber den Menschen vor Ort eine besondere Verantwortung trägt. Mein Dank gilt allen Gastgebern, Unternehmern und Mitarbeitern, die die Tiroler Gastfreundschaft leben und der Bevölkerung, die unser Land mit Gästen aus der ganzen Welt teilt“, erklärte Landeshauptmann Mattle.

„Tourismus ist kein Selbstläufer. Die ungebrochene Lust auf Urlaub in Tirol und die damit verbundene Rolle der Branche als stabilisierende Kraft für die heimische Wirtschaft und das Land insgesamt zeugt vom großen Engagement unserer Gastgeber und ihrer Mitarbeiter“, konstatierte Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber. „Damit der Tourismus diese wichtige Funktion weiterhin erfüllen kann, braucht es einen differenzierten Blick auf die touristische Entwicklung im Land. Schließlich ist die Vielfalt der Tiroler Regionen und der zahlreichen Familienbetriebe ein Erfolgsrezept des heimischen Tourismus und es lässt sich nicht alles über einen Kamm scheren. Während es an manchen Stellen vorrangig um die Qualitätssteigerung des vorhandenen Angebots geht, braucht es an anderen Stellen auch Raum für Neues.“

Eine Vorstellung wesentlicher Initiativen der Tirol Werbung, die insbesondere auf das strategische Ziel eines ausgeglichenen Ganzjahrestourismus einzahlen, präsentierte Geschäftsführerin Karin Seiler. Dazu zählt vor allem das Projekt „Attraktiver Ganzjahrestourismus“. „Gleich 17 Tourismusverbände arbeiten aktiv daran mit, um passende Angebote zu entwickeln, die auf die Änderungen beim Reiseverhalten und beim Klima abgestimmt sind“, berichtete Seiler. „Auch unsere neue Märktestrategie zahlt darauf ein. Die Nahmärkte werden auf absehbare Zeit das Fundament unseres Tourismus bleiben, gleichzeitig verfolgen wir eine Internationalisierung mit Augenmaß, um Gästegruppen vermehrt zu den saisonalen Randzeiten anzusprechen und für eine gleichmäßigere Auslastung zu sorgen“, so Seiler. „Ganzjahrestourismus schafft auch attraktive Ganzjahresarbeitsplätze.“

Bequemlichkeit verhindert Innovation
Wertvolle Impulse für die versammelte Tourismusbranche lieferte beim Forum Neurowissenschaftler und Keynote-Redner Henning Beck. Er betonte, dass es angesichts permanenter Veränderungen notwendig sei, anpassungsfähig und innovativ zu bleiben. „Das größte Hemmnis für Innovation ist nicht die Angst vor dem Scheitern – es ist die Bequemlichkeit. Menschen, denen es gut geht und die ihr Geschäftsmodell als funktionierend erleben, haben die wenigste Motivation zur Veränderung.“ Genau das sei das Risiko: „Wenn man den richtigen Moment verpasst, weil man zu bequem war, wird die Krise erzwingen, was man freiwillig hätte tun sollen. Wenn die wirtschaftliche Basis es erlaubt, ein Investment einzugehen, sollte man das in der Regel auch tun“, forderte Beck. Auch wenn der Einsatz von künstlicher Intelligenz Abläufe verändere, bleibe der Tourismus ein zutiefst menschliches Grundbedürfnis. „Service ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal. Ein schlechter Service kann das beste Hotel ruinieren, ein guter Service kann ein einfaches Haus massiv aufwerten. Je digitaler die Welt wird, desto wertvoller wird das persönliche Zusammenkommen von Menschen.“








