Tirols Tourismus setzt auf Impulse zur Nachhaltigkeit

Aktualisiert am 26.04.2021

Tirols Tourismusstrategie „Der Tiroler Weg“ beinhaltet Themen, die eine nachhaltige Entwicklung fördern und ökologische, ökonomische und soziale Aspekte umfassen. Im ganzen Land finden sich Best-Practice-Beispiele, die Nachhaltigkeit forcieren und leben. Die Tirol Werbung holt Vorreiter vor den Vorhang und will mit einem humorvollen Videospot auf positive Beispiele hinweisen.

Tirol Werbung setzt auf Impulse zur Nachhaltigkeit. © Tirol Werbung / Haindl Ramon

„Das Thema Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Durch die Corona-Pandemie wurde dieser Trend noch einmal verstärkt. Wir haben in diesem Bereich schon viel erreicht, etwa bei der öffentlichen Anreise, der Mobilität vor Ort oder mittels Initiativen von Tourismusregionen und Betrieben. Diesen Weg wollen wir konsequent weiterverfolgen“, sagt Florian Phleps, Geschäftsführer der Tirol Werbung. „Das Thema Nachhaltigkeit ist vielfältig. Es reicht von regionalen Lebensmitteln über Sharing-Angebote für Sportausrüstung bis zur Erreichbarkeit der Berge mit den Öffis“, führt Phleps weiter aus. Auf der Website „Bewusst.Sein“ werden Vorreiter in Sachen ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit im Tourismus vor den Vorhang geholt.

Anreise als größter Knackpunkt in der CO2-Bilanz
Beim Urlaub in Tirol macht die Anreise den größten Anteil der CO2-Emission aus. „Im Vergleich zu anderen Formen des Sommerurlaubs – etwa Fernreisen oder Kreuzfahrten – hinterlässt ein Urlaub in unserem Land einen wesentlich kleineren CO2-Fußabdruck. Das gilt ganz besonders, wenn die Gäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus den Nachbarländern anreisen“, ergänzt Florian Phleps.
Der neue Videospot der Tirol Werbung möchte einen Denkanstoß geben, sich auch bei der Urlaubsplanung mit nachhaltigeren Möglichkeiten auseinander zu setzen. „Die Sache ist ernst. Aber wir haben uns für eine humorvolle Herangehensweise entschieden, um dieses für uns alle wichtige Thema zu kommunizieren“, sagt der Geschäftsführer der Tirol Werbung.

Sport und Entschleunigung beim Bergurlaub
Egal ob Wandern, Klettern, Mountainbiken oder Schwimmen in einem Bergsee: Im Sportland Tirol ist man viel mit der eigenen Muskelkraft unterwegs. Das ist nicht nur gesünder, sondern auch besser für die Umwelt als nach Übersee zu fliegen, um sich dort lediglich zwischen All-Inclusive-Buffet und Liegestuhl zu bewegen. Wer es besonders ursprünglich mag, macht Urlaub in einem der fünf Tiroler Bergsteigerdörfer, die sich bewusst auf Entschleunigung besinnen.
„Unsere Kampagne soll der Branche auch mögliche Vorbehalte vor Veränderung nehmen. Aber das Thema geht noch viel weiter. In der Tirol Werbung setzen wir uns schon länger mit den verschiedensten Aspekten von Nachhaltigkeit auseinander“, erklärt Florian Phleps. Thematisch reicht das vom barrierefreien Reisen über einen nachhaltigeren Kongress- und Tagungssektor bis hin zu „grünen“ Produktion von Filmprojekten.

Sport und Entschleunigung beim Bergurlaub. © Tirol Werbung / Haindl Ramon

Best-Practice vor den Vorhang
Das Projekt „Clean Alpine Region“ wiederum unterstützt Tiroler Tourismusregionen dabei, Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energie umzusetzen und sich als klimafreundliche Regionen weiterzuentwickeln. „Die Herausforderungen der Zukunft sind bei den Menschen angekommen. In unzähligen kleinen Schritten wird im ganzen Land an guten Entwicklungen gearbeitet“, sagt Florian Phleps. Seien es die Bewusst Tirol-Betriebe, die Bio-Hotels, die ihre Gäste mit regional hergestellten Lebensmitteln verwöhnen, die Brauerei, die auf dem Weg zur CO2-Neutralität ist, die höchstgelegene U-Bahn der Welt, die für ein autofreies Dorf gesorgt hat oder das klimaadäquate Wandern im Kaunertal.

Ein Überblick über innovative Firmen und Initiativen – auch über den Tourismussektor hinausgehend – ist auf der Website „Natürlich in Tirol“ zu finden. Anhand definierter Kriterien nominiert die Lebensraum Tirol Holding mit ihren Tochterunternehmen Tirol Werbung, Standortagentur Tirol und Agrarmarketing Tirol gemeinsam mit externen Experten einmal im Jahr zehn Vorzeige-Projekte für den Tirol Change Award, der erstmals im Jänner 2021 im Rahmen des Change Summits an Bio-Pionier Heinz Gstir, Gründer der Marke „Bio vom Berg“, verliehen wurde.

Soziale Nachhaltigkeit im Tourismus
„Tirol ist Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsraum zugleich. Daher ist es uns wichtig, alle drei Säulen der Nachhaltigkeit – sprich ökologisch, sozial und ökonomisch – in Balance zu halten. Die Tirol Werbung unterstützt deshalb auch Projekte zur Förderung der sozialen Nachhaltigkeit“, sagt Florian Phleps.

Ein Beispiel dafür ist Job-Life Achensee. Bei diesem Projekt geht es darum, die Arbeit im Tourismus attraktiver zu gestalten und die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen zu erhöhen. Erklärtes Ziel der Initiative ist es, dass sich Mitarbeiterinnen in der Region willkommen fühlen und die Möglichkeit haben, sich zu integrieren. Das umfasst neben einer guten Arbeitsstelle auch Themen wie Zugehörigkeit, Wohnen und Kinderbetreuung, Lernen und Weiterentwicklung. Eine Mitarbeiter*innen-Karte namens „Dahoam Card“ mit Zusatzangeboten und vergünstigten Freizeitaktivitäten soll die Attraktivität eines Tourismusjobs am Achensee zusätzlich erhöhen.

Tiroler Almkulinarik mit Produkten aus der Region. © Tirol Werbung / Schwarz Charly

Kulinarik: Regionale Qualitätsprodukte aus heimischer Landwirtschaft
Eine weitere Besonderheit Tirols ist die bäuerlich geprägte Kulturlandschaft mit unzähligen landwirtschaftlichen Mittel- und Kleinbetrieben. Mehr als 2.000 bewirtschaftete Almen garantieren Landschaftspflege und produzieren unverkennbare Tiroler Spezialitäten. „Lebensmittel aus der Almwirtschaft wie Milch, Käse oder Fleischprodukte sind vergleichsweise ressourcenschonend“, sagt Florian Phleps. Auf kurzen Transportwegen gelangen diese Produkte in den Lebensmittelhandel, auf Bauernmärkte, in die Sennereien oder Ab-Hof-Verkäufe oder werden in der heimischen Gastronomie weiterverarbeitet.
Die Mitgliedsbetriebe der „Tiroler Wirtshauskultur“ etwa sind unter dem grünen Wirtshausschild-Symbol vereint und verfolgen eine besondere Philosophie: Sie alle eint die Liebe zur traditionellen Tiroler Kost, die Frische der verwendeten Produkte aus Landwirtschaft, Gewässern und Wäldern und das besondere Augenmerk auf authentische Atmosphäre und Architektur.
Unter den Labels „Qualität Tirol“ und „Bio vom Berg“ sind die Tiroler Naturprodukte im Lebensmitteleinzelhandel zu finden. Rund um das Tiroler Kulturgut „Alm“ setzt die Lebensraum Tirol Holding weitere Akzente. Mit der intensiveren Vernetzung von Landwirtschaft und Tourismus sollen regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden, es entstehen aber auch qualitativ hochwertige Freizeit- und Urlaubsangebote sowie neue kulinarische Qualitätsprodukte.

Nachhaltigere Unterkünfte
Einige Hotels wie etwa das Naturhotel Waldklause haben es geschafft, konsequent ökologisch zu bauen. Sie verwenden nur heimische Holzarten und die Dämmung besteht aus Tiroler Schafwolle. Im Zillertal werden auf dem nachhaltigen Campingplatz „natürlich Hell“ Pelletheizungen, Photovoltaik- und Solaranlagen zur Energiegewinnung genutzt.
Die Partnerbetriebe des Nationalparks Hohe Tauern wiederum forcieren wassersparende Techniken und vermeiden Plastik und Aluminium. Das Hotel Stern auf dem Mieminger Plateau bietet 5 % Rabatt für Gäste, die „grün“ anreisen, umweltfreundliche Mobilität vor Ort und ein Klimaspiel während des Urlaubs, welches das Bewusstsein für Nachhaltigkeit schärft.
Auch am Wilden Kaiser gibt es Vorzeigebeispiele auf regionaler Ebene: Beim „Tourismus Upcycling“ geht es darum, in die Jahre gekommene Unterkünfte kreativ und schonend zu modernisieren, statt den kompletten Altbestand an Möbeln einfach zu entsorgen. Unter dem Titel „Lebensqualität am Wilden Kaiser“ haben Touristiker, Gemeindevertreter und Bürger hier die Vision einer „ausgezeichneten Lebensqualität der am Wilden Kaiser lebenden, arbeitenden und urlaubenden Menschen“ entwickelt.

Die Anreise mit der Bahn nach Tirol. © Tirol Werbung / Regina Recht

Die Anreise mit der Bahn
Seit Jahren arbeitet Tirol mit Bahnpartnern in Österreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Schweiz zusammen, um das Angebot für die Anreise per Bahn besser zu gestalten. So gibt es ganzjährig schnelle und bequeme Zugverbindungen nach Tirol. Neu im Sommer 2021 ist die Aktion „Im Nightjet in die Berge“. Von Juni bis Oktober 2021 sind die Anreise im Nightjet von Österreich, Deutschland und den Niederlanden, der Transfer zur Unterkunft sowie ein Weltpaket des Routenplaner-Dienstes Komoot (weltweit einsetzbare Wander- & Radkarten-App) in einem „Rundum-Sorglos-Paket“ gebündelt. Ein Schlüsselpunkt bei der Anreise ist die so genannte „letzte Meile“, das heißt der Weg vom Bahnhof zur Unterkunft. Hier stehen in Tirol neben den Hotelbussen auch die Bahnhof-Shuttles auf www.bahnhofshuttle.tirol zur Verfügung, die diese Lücke schließen. Die Tirol Taxi App hilft auch zu Randzeiten ein verfügbares Taxi zu finden.

Der Nahverkehr in Tirol
„Eine gut gelöste Mobilität vor Ort ist oft der ausschlaggebende Grund für den Umstieg vom Auto auf die Bahn“, sagt Florian Phleps. Der öffentliche Verkehr in Tirol sorgt mit einem gut ausgebauten Netz aus Bussen und Regionalzügen dafür, dass auch weiter entfernte Sehenswürdigkeiten auf diese Weise erreichbar sind.

Transport mit Gästecards
Darüber hinaus ist der öffentliche Verkehr in vielen Tourismusregionen in der Gästecard inkludiert. Dieses Angebot in den Regionen ist der Beweis, dass Tourismus und öffentlicher Verkehr gemeinsam viel erreichen können. Auch in der Landeshauptstadt Innsbruck ist der gesamte öffentliche Verkehr ab zwei Übernachtungen in der Welcome Card enthalten.

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